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  Fahrbericht: BMW 335i Cabriolet

Offen für alles



Bei BMW hat man diskutiert, gestritten und gerechnet. Das Ergebnis: Allen Unkenrufen zum Trotz kommt die vierte Cabriogeneration des 3er mit einem Klappdach auf den Markt. Großer Wurf oder müde Nachahme?

 
  
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BMW 3er 335i Cabriolet
Wer sich im Hause BMW umhört, der muss nicht lange auf den ersten Stoffdach-Fan warten. Selbst BMW-Vorstand Göschel gab vor einiger Zeit zu, dass ein Cabriolet eigentlich mit einem Stoffdach unterwegs sein müsse. Doch bei BMW warf man vor knapp drei Jahren alle Bedenken über Bord und sprang auf die Coupé-Cabriowelle auf. Durchaus problematisch, wenn man schon ein grandioses 3er Coupé in der Modellfamilie hat.

So werden die BMW-Verantwortlichen denn auch nicht müde zu betonen, dass sich die Kunden des neuen 3er Cabriolets und des im Sommer vergangenen Jahres vorgestellten Coupés völlig unterscheiden. Projektmanager Michael Bachvogel, verantwortlich für das 3er Cabriolet: "Stoff oder nicht Stoff ist eine Einstellungsfrage. Bei uns gibt es ein klappbares Hardtop und eine ungemein offene Sitzposition bei geöffnetem Dach. Kopf und Schultern sind frei von Wind.“

Abgesehen von einem weicheren Übergang zwischen Kofferraum und Dachlinie sind die beiden Modelle bei einer dunklen Lackierung kaum voneinander zu unterscheiden. Anders als den anderen Produzenten von Coupé-Cabriolets, die ihre mächtigen Dachkonstruktionen meist in einem pummeligen Hinterteil unterbringen müssen, scheint BMW die Quadratur des Kreises gelungen: Das Heck ist flach, dynamisch und allemal sexy. Kaum zu glauben, dass die aufwendige Klappdachkonstruktion in diesem knappen Raum Platz hat.

Bei geschlossenem Dach genießt man die großen Fensterflächen und die C-Säule bietet sogar den BMW-typischen Hofmeister-Knick. Was will man mehr? "Coupéfahrer wollen kein Cabriolet und Cabrioletfahrer kein Coupé", wird Brachvogel nicht müde zu betonen, warum man sich Coupé und Coupé-Cabriolet gut nebeneinander vorstellen kann.

Müdes Dach

Auf Knopfdruck öffnet und schließt die metallene Mütze in rund 22 Sekunden. Schnell ist wirklich anders - wenngleich die Zeit angesichts dieses ausgeklügelten Klappmachanismus’ nachzuvollziehen ist. Nicht zu verstehen jedoch, wieso sich das Dach zwar auch per Funkfernbedienung von außen, nicht aber bei leichter Fahrt bedienen lässt. Ein kleiner Regenschauer an der Ampel oder das Aufreißen des Himmels - ein Hupkonzert ist unausweichlich.

Offen oder geschlossen - so oder so sieht der in Dingolfing produzierte Allrounder klasse aus. Und das Beste: Er fährt sich auch so. Sicher, die Karosserie ist nicht ganz so steif wie beim echten Coupé. Aber allemal steif genug, um auf allen Pisten jede Menge Spaß zu haben. Das Fahrwerk ist ein wahrer Genuss, die Lenkung auch ohne alle Aktiv-Schnick-Schnack grandios.

Und der drei Liter große Doppelturbo ist eine echte Gefahr für jedes Punktekonto. Von 0 auf 100 km/h in unter sechs Sekunden und eine überflüssigerweise abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h zeigen, was er kann. Ab 1.300 U/min steht das maximale Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung. Kaum zu glauben, wie der exzellent ausbalancierte Bajuware die 225 kW/306 PS in den Asphalt brennt. Beide Getriebevarianten passen ausgezeichnet zum Power-Triebwerk.

Leichtfüßige 1,8 Tonnen

Sein Leergewicht von 1,8 Tonnen kann er trotz aller Agilität zwar nicht verhehlen - aber zumindest gelungen überspielen. Auch bei buckeligen Straßen knarzt und ruckelt an der Karosserie nichts. Das Geräuschniveau bei geschlossenem Dach ist angenehm leise.

Angesichts solcher Leistungspotenziale ist ein in Aussicht gestellter Durchschnittsverbrauch von unter zehn Litern SuperPlus pro 100 Kilometer alles anders als ein Aufreger. Wenn etwas stört, sind es überraschenderweise die Sportsitze. Angesichts der vergleichsweise hohen Sitzposition sitzt man zwar gut, aber nicht wirklich perfekt. Große Fahrer blicken leicht gegen den Fensterrahmen und justieren immer wieder Sitzlänge und –höhe.

Der Knieraum ist vorne für Fahrer und Beifahrer eng und hinten real kaum vorhanden. Selbst wenn die Innenbreite stark gewonnen hat: Das 3er Cabriolet bleibt auch in der neuesten Generation nur etwas für die erste Reihe. Hinten platzieren sich auf wunderschönen Lederelementen und mit Blick auf umlaufende Holzapplikationen allenfalls Designertaschen. Soll es rustikaler sein, kann man die Rückbank umklappen und die Tierhaut schützen. Eine 40 Zentimeter breite Durchreiche schafft mehr Variabilität für Golftaschen, Regale und Snowboards. Der Kofferraum selbst hat ein Volumen zwischen 210 und 350 Litern. Das sollte für die meisten Eventualitäten reichen.

Die Modellpalette des neuen 3er Cabriolets kann sich sehen lassen. Topmodell und fraglos die Bestbesetzung ist der BMW 335i, der mit einer durchaus ordentlichen Serienausstattung 50.750 Euro kostet. Bedient man sich der netten Details, die in ein Fahrzeug dieser Kategorie gehören, so liegt man deutlich über 60.000 Euro – viel Geld für ein Auto, dass sich nach wie vor Dreier nennt.

Das Basismodell BMW 320i Cabriolet mit dem komplett neu entwickelten Vierzylinder, der als erster eine Start-Stopp-Automatik und ein regeneratives Bremssystem zum Sparen nutzt, startet bei 39.900 Euro – und bietet immerhin ebenfalls 170 PS.

 Sie wollen mehr wissen? Kein Problem ...

  
 Text: Stefan GrundhoffStand: 20.01.2007
 Fotos: Hersteller 
  
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