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  Fahrbericht: Jaguar X-Type Estate 2.2D

Nachschlag



Als Jaguar im Herbst 2003 den ersten X-Type mit Dieselmotor vorstellte, prophezeiten die Auguren schon das Ende der britischen Traditionsmarke. Die Katze schnurrt nicht sondern nagelt? Unbelievable. Mittlerweile werden fast vier von fünf X-Type mit Diesel verkauft. Jetzt gibt's ein Update.

 
  
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Jaguar X-Type Estate 2.2 D Classic
Im September 2005 wird der bisherige 2.0-Liter-Basisdiesel durch ein neues 2,2-Liter-Aggregat ersetzt. Auch dieses Common-Rail-Aggregat ist wieder von Ford- und Jaguar-Ingenieuren gemeinsam entwickelt worden. Und weill neuer immer auch besser heißt: Er bietet nun 20 Prozent mehr Leistung, die eine bessere Beschleunigung und mehr Topspeed bringen. Nagelte der "alte" 2.0-Liter eine Leistung von 130 PS aus seinen 1998 cm³ Hubraum, so bietet der neue 2.2-Liter-Motor nun 114 kW/155 PS aus 200 cm³ mehr Hubraum. Die Höchstgeschwindigkeit liegt nun für die Limousine bei 220 km/h (215 km/h beim "Estate" genannten Kombi). Das sind knapp 20 km/h Zuwachs. Der Drehmoment des neuen Reihenvierzylinders beträgt nun 360 Nm (+ 30 Nm) und liegt wie gehabt bei 1800 U/min an.

Wie gehabt gibt es auch beim neuen Diesel eine versteckte Leistungsreserve: Kurzfristig, etwa beim Überholen, stellt der Motor 400 Nm zur Verfügung. Die Limousine braucht so 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, beim Vorgänger dauerte der Spurt eine Sekunde länger. Der Estate braucht wegen des um gut 70 Kilogramm höheren Gewichts 9,3 Sekunden. Nur der Verbrauch blieb - fast - gleich: Der alte Diesel-X begnügte sich mit 5,6 Norm-Litern Diesel auf 100 km, der neue braucht 6,0 Liter.

Zweiter Wurf

Bleibt die Frage: Merkt man beim Fahren überhaupt einen Unterschied? Ja, schon. Am bisherigen 2.0-Liter Diesel-X-Type hatten wir den Motor noch als "wenig elanvoll" kritisiert: "Der Motor ist ein Sahneschnittchen - aber zumindest bei der Leistungsentfaltung keines mit Kirsche obendrauf. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h erreicht er nur mit Mühe. Und selbst mit Overboost ist seine Beschleunigung auf der Autobahn zwar ordentlich, aber nicht atemberaubend. 130 PS bleiben auch bei einem Diesel 130 PS - etwas behäbig, wenn sie zwei Tonnen Auto bewegen sollen."

Jaguar hat sicher nicht alle-autos-in.de gebraucht, um das selbst zu erkennen - und es mit dem neuen Motor besser gemacht. Der nimmt das Gas nun leichter an, beschleunigt merkbar flotter zum Beispiel auf der Einfädelspur zur Autobahn. Auch der Neue hat obenrum etwas Mühe, in die Puschen zu kommen - ab Tempo 200 nimmt er sich Zeit für den Rest. Ansonsten: Jaguar as usual. Das Fahrwerk schafft die Synthese zwischen Sportlichkeit und bequemem Reisen wie gehabt, die neue Zahnstangen-Servolenkung von ZF ist uns einen Tick zu leichtgängig.

Alte Werte

Der Geräuschpegel im Fahrzeuginneren ist dank zusätzlicher Dämmungsmaßnahmen (bis hin zu neuen Motorlagerungen) und der kultivierten Laufruhe des Motors noch einmal gesunken. Spaß macht nun auch das neue, passend zum Motor eng abgestufte Sechsgang-Schaltgetriebe. Das macht schon bei knapp über 100 km/h ein entspanntes Dahingleiten im sechsten Gang möglich. Und auch sonst kann man dank des tief im Drehzahlkeller schon greifenden hohen Drehmoments ziemlich schaltfaul unterwegs sein.

Und bevor wir es vergessen: Der neue Diesel schafft Euro-4 und wird zumindest hierzulande serienmäßig mit Russpartikelfilter ausgeliefert. Die Preise? Die Limousine in Classic-Ausführung kostet 28.900 Euro, das noch luxuriösere Executive Modell kostet 34.000 Euro. Die Preise für den Estate beginnen bei 30.800 bzw. 35.900 Euro. Vor allem die Executive-Versionen des X-Type sollen künftig als Standardangebot beworben werden - mit viel Chrom, Leder und Holz.

 Sie wollen mehr wissen? Kein Problem ...

  
 Text: Jürgen WolffStand: 14.07.2005
 Fotos: Hersteller 
  
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