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  Fahrbericht: Nissan Micra 1.6 C+C

Strandspiele



Die Coupé-Cabrio-Welle rollt. VW Eos, Opel Astra - und nun der Nissan Micra C+C. Der will in die Fußstapfen von Peugeot 206 cc und Opel Tigra treten – mit Glasdach, riesigem Kofferraum und Preisen ab 16.590 Euro.

 
  
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Nissan Micra 1.6 C+C
Auf dem Pariser Salon startete Nissan im Herbst 2002 den Feldversuch: Die Studie des Micra C+C wurde mit großem Interesse aufgenommen. Trotzdem fiel dem Renault-Nissan-Konzern die Entscheidung, dieses Auto zu bauen, offenbar nicht leicht. Immerhin: Drei Jahre später steht das Micra-Cabrio nun beim Händler. Ermutigt von dem stark wachsenden Markt der Coupé-Cabrios entschied man sich, einen offenen 2+2-Sitzer zu bauen, der eigentlich ein 2+0-Sitzer ist. Die Sitzbank in der zweiten Reihe taugt nämlich allenfalls zur Nutzung als zusätzlicher Gepäckraum. Fast ohne Beinfreiheit kann hier nicht einmal ein Kind sitzen.

Von vorne bietet der 3,81 m lange C+C das bekannt wohlwollend grinsende Micra-Gesicht. Seitenlinie und Heck lassen jedoch Zweifel daran aufkommen, dass beim Design der Limousine schon an eine Cabrioversion gedacht wurde. Die Frontscheibe zieht sich wie beim Bestseller Peugeot 206 cc bis weit über den Innenraum. Das sorgt für zugfreie Fahrt - und wenig Freude bei groß gewachsenen Fahrern. Denn die haben einen störenden Rahmen vor der Stirn.

Dach aus Glas

Sein 47 kg schwere Glasdach trägt der Micra C+C huckepack auf dem Rücken. Daher wirkt das Hinterteil des asiatischen Frauenlieblings sehr klobig und wenig elegant. Ist das Dach geschlossen, stehen konkurrenzlose 457 Liter Stauraum zur Verfügung. So groß ist das Gepäckabteil eines Audi A4. Vollelektrisch lässt sich das Dach in 22 Sekunden öffnen. Dann gibt es noch immer 255 Liter.

Das Cabriodach ist mit dem des Renault Mégane verwandt und besteht aus gehärtetem Glas. Entwickelt wurde das Dach von Cabriospezialist Karmann. Eine 50 Mann starke Truppe produziert es nun direkt innerhalb des Werkes in Sutherland. Durch das Glasdach kommt auch bei geschlossenem Verdeck angenehm viel Licht in den Innenraum. Soll es dunkel bleiben, hilft ein Rollo. Leider lässt sich das Dach nur bis zu einer Schrittgeschwindigkeit von 5 km/h öffnen und schließen. Dabei wäre nach Aussagen von Karmann locker Tempo 30 drin gewesen.

Flott ja, schnell nein

Im Innenraum präsentiert sich der offene Micra abgesehen von den leicht sportlich konturierten Sitzen mit der Limousine identisch. Für nervige Diskussionen auf der Heimfahrt könnte die Regelung der Sitzheizung sorgen. Sie lässt sich für beide Stühle nur über einen Schalter bedienen. Hier sollte schleunigst nachbessert werden. Welcher Beifahrer hat schon das gleiche Wärmeempfinden wie die Fahrerin? Mehr als 70 Prozent der Autos sollen in Frauenhände gehen.

Für den Antrieb sorgt bekannte Nissan-Technik. Um den 1,6 Liter starken Vierzylinder aus dem Micra 160 SR kommt man nicht herum. Er leistet 81 kW/110 PS, 153 Nm und macht den offenen Brit-Japaner 191 km/h schnell. Doch die knapp 1.200 kg lähmen den Tatendrang mitunter deutlich. Flott ja, schnell nein. Allzu häufig muss man die Schaltung zur Hand nehmen, um den Micra C+C bei Laune zu halten.

Augenhöhe

Der Verbrauch des Micra C+C 1.6 soll unter sieben Litern auf 100 km liegen. Wer will, kann den 88 PS starken 1,4-Liter ordern. Später könnte noch eine Dieselversion folgen.

Der Einstiegspreis des Nissan Micra 1.4 C+C liegt bei 16.590 Euro und damit auf Augenhöhe mit Opel Tigra und Peugeot 206 cc. Die meisten Kunden sollten sich für den 1,6 Premium entscheiden. Der bietet für 20.590 Euro nicht nur die standesgemäßen 110 PS, sondern unter anderem auch Klimaautomatik, Keyless-Go, vier Airbags, ESP, Alufelgen und Bordcomputer. Pro Jahr sollen in Deutschland rund 5.000 Fahrzeuge verkauft werden – mindestens. Der nächste Frühling kann also kommen.

 Sie wollen mehr wissen? Kein Problem ...

  
 Text: Stefan GrundhoffStand: 06.10.2005
 Fotos: Hersteller 
  
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