Amerikaurlauber konnten ihn bereits auf den Highways sehen und der ein oder andere Grauimport wurde bereits auf deutschen Straßen gesichtet. Zum Frühjahr 2005 bringt Nissan den viel beachteten Lifestyle-SUV Murano auch in Deutschland auf den Markt. In den USA ist er seit zwei Jahren ein Verkaufsrenner.
Zur Überraschung vieler wird der Konkurrent von Volvo XC90, BMW X5 und Mercedes M-Klasse auch hierzulande nur mit einem 3,5-Liter großen Sechszylinder angeboten. Nicht, dass Nissan nicht anders wollte - aber ein PS-starker Commonrail-Diesel, der zum sportlichen Anspruch des Murano passt, ist beim Renault-Nissan-Konzern derzeit nicht in Sicht. Ärgerlich, denn schließlich entscheiden sich in dieser Klasse rund 80 Prozent der Kunden für eine Dieselversion. So muss der Allradler stärker als die etablierte Konkurrenz mit anderen Qualitäten punkten, um auf die erhofften 2.100 Verkaufseinheiten zu kommen. Doch allein schon das elegante Design und das gnadenlos gute Preis-Wert-Verhältnis sollten den Erfolg des neuesten Nissan sichern.
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Das Murano-Outfit ist in dem umkämpften Segment der SUVs einzigartig. Die geschwungenen Formen sorgen für einen selbstbewussten und einzigartigen Auftritt. Markant die leicht futuristisch gestylte Front, das rundliche Heck und der mit 2,82 m mächtige Radstand.
Maxima(ler) Ersatz
Den sportlichen Anspruch des Nissan unterstreicht die Motorisierung. Das 3,5-Liter V6-Triebwerk des Nissan 350 Z wurde leicht überarbeitet und macht im 1,8 Tonnen schweren Asiaten einen guten Job. Der Sechszylinder leistet 172 kW/234 PS und ein maximales Drehmoment von 318 Nm. 0 auf 100 km/h in etwas mehr als neun Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h sorgen auch auf längeren Strecken für einen standesgemäßen Vortrieb.
Schließlich soll der Murano auch die Oberklasse-Limousine Maxima ersetzen. Der neue Maxima im viertürigen 350-Z-Styling bleibt in den USA. Der große Sechszylinder ist kein Kostverächter. Wer den Murano sportlich bewegt, drückt den Verbrauch zumindest über die 15-Liter-Marke. Derzeit schafft der Nissan Murano nur die schlappe Euro-3-Abgasnorm. Besserung soll und muss 2005 folgen.
300 Änderungen
Ungewöhnlich in dieser Klasse: Für die Kraftübertragung sorgt ein eigens entwickeltes stufenloses CVT-Getriebe. Die Übersetzung wird jeweils auf Geschwindigkeit und Gaspedalstellung abgestimmt. Das Getriebe harmoniert vorbildlich und so macht es auch Spaß, den Murano flott über Landstraßen zu bewegen.
Das Antriebskonzept erinnert an den Volvo XC90. Im Normalbetrieb werden 91 Prozent der Kraft auf die Vorderachse übertragen. Drohen die Vorderräder durchzudrehen, werden bis zu 50 Prozent auf die hinteren Räder übertragen. Etwas mehr Kraft auf die Hinterachse würde dem Murano gut zu Gesicht stehen. Bis die variable Kraftverteilung greift, fährt er sich im Grenzbereich als Fronttriebler. Das Fahrwerk zeigt sich komfortabel, aber nicht derart weich wie bei der US-Version üblicherweise abgestimmt. Insgesamt wurden bei den europäischen Modellen mehr als 300 Veränderungen vorgenommen.
Nissan loaded
Der Innenraum zeigt sich selbst für einen SUV ungewöhnlich geräumig. Vorne gibt es zahlreiche Parallelen zum Sportwagen 350Z. Die konturlosen Sitze zeigen, dass der Wagen für den US-Markt konzipiert wurde. Störend sind der Lichtschalter am Blinkerhebel und die fehlende Höhenverstellung auf der Beifahrerseite. Zudem ist das griffige Lenkrad nur in der Höhe zu verstellen. Die Qualitätsanmutung einiger Innenraumteile lässt Spielraum nach oben. Hinten ist das Platzangebot noch üppiger - der größte Knieraum in seiner Klasse. Selbst drei Personen sitzen bequem auf den neigungsverstellbaren Rücksitzen, die mit einem Handgriff umgeklappt werden können. Dann vergrößert sich das karge Kofferraumvolumen von 438 auf knapp 900 Liter.
Nur staunen kann man über die grandiose Serienausstattung. In den USA heißt so etwas schlicht "loaded". Allein Metalliclack kann beim Murano zusätzlich geordert werden. Elektrische Ledersitze, elektrische Pedalverstellung, Xenonlicht, DVD-Navigation, 18-Zoll-Alu und Bose-Soundsystem sind ebenso Serie wie ein elektrisches Schiebedach, Klimaautomatik und eine Rückfahrkamera. Allein die sinnvollen Nebelscheinwerfer mussten bei der Europaversion Kühleinlässen in der Frontschürze weichen. Ansonsten zeigt auch die Sicherheitsausstattung mit ESP, ABS, sowie Front-, Kopf- und Seitenairbags keine Schwächen. Ab März steht der Nissan Murano beim Händler – für nahezu unschlagbare 42.500 Euro.