Dacia Bigster

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VonWolfgang Gomoll

9. Oktober 2024

Wendepunkt

Mit dem Bigster wagt sich Dacia in das hart umkämpfte Segment der C-SUVs und setzt dabei weiterhin auf die bekannten Stärken. Neben dem guten Preis-Verhältnis bekommt der Crossover auch als erstes Fahrzeug der Renault-Gruppe den stärkeren Vollhybridmotor mit 114 KW / 155 PS.

Denis Le Vot ist mit sich und der Welt zufrieden. „Heute ist ein Wendepunkt für Dacia“, sagt der Chef der rumänischen Renault-Tochter und fügt hinzu: „Wir wollen das C-Segment erobern!“ Hinter dem Manager steht Dacias neue Speerspitze – der Bigster. Der Name ist gleich in zweierlei Hinsicht Programm. Mit einer Länge von 4,57 Metern ist der Crossover für Dacia-Verhältnisse durchaus stattlich und groß sind auch die Ambitionen des französisch-rumänischen Autobauers.

Schließlich will man im hart umkämpften C-Segment erfolgreich sein. Dem automobilen Haifischbecken schlechthin. „Wir wollen auch da unseren Anteil holen, wie mit den anderen Autos auch“, gibt Dacia- Deutschlandchef Thilo Schmidt. Das klingt nur logisch. Schließlich werden hierzulande jährlich rund 600.000 Stelzenfahrzeuge verkauft. Eine ansehnliche Zahl. Dacia will da jetzt den Spielverderber spielen und den großen Fischen möglichst viel Beute wegschnappen. Also können sich nicht nur Nissan und Skoda oder Ford warm anziehen, sondern auch VW. Gerade vom Wolfsburger Autobauer erobert Dacia die meisten Kunden. Auch Fans der „alten“ Mercedes A-Klasse steigen gerne in die Autos der Renault-Tochter ein.

Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Gomoll)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)
Dacia Bigster (Foto: press-inform / Dacia)

Der Dacia Bigster, der im April nächsten Jahres in Deutschland bei den Händlern steht, ist eine Kampfansage, die auch in der Kompaktklasse Erfolg haben wird. Die Einstiegsversion des Dacia Bigster wird unter 25.000 Euro kosten und der Vollhybrid mit 114 kW / 155 PS weniger als 30.000 Euro. Da können die anderen erst mal nicht mithalten. Nur mal zum Vergleich: Der Nissan Qashqai kostet mindestens 29.909 Euro, der Toyota RAV4 mindestens 40.990 Euro, der Mazda CX-5 ist ab 32.190 Euro zu haben und der VW Tiguan kostet ab 38.250 Euro aufwärts.

Auch Autogas-Variante

Wer jetzt glaubt, mit dem Dacia ein Billigheimer Fahrzeug zu bekommen, täuscht sich. Schon die Einstiegsversion „Essential“ bietet serienmäßig unter anderem einen zentralem 10,1-Zoll-Touchscreen, ein sieben Zoll großes digitales Instrumenten-Display, eine manuelle Klimaanlage, eine Rückfahrkamera und Parksensoren hinten. Drei Motorisierungen stehen zur Wahl. Als erstes Fahrzeug aus dem Renault-Konzern erhält der Dacia Hybrid 155 den weiterentwickelten Vollhybrid-Antriebsstrang auf Basis des E-Tech Hybridmoduls mit 103 kW / 140 PS. „Für den Bigster brauchen wir mindestens 150 PS“, sagt Bigster- Marketingchefin Sophie Albertus. Gesagt, getan. Das grundsätzliche Layout bleibt bestehen: Das Antriebssystem kombiniert einen 79 kW / 107 PS starken Vierzylinder-Benzinmotor, zwei Elektromotoren (eine 37 / 50-PS-Maschine und einen Hochspannungs-Starter/Generator), eine 1,4-kWh-Batterie und ein automatisches Elektrogetriebe. Das verfügt über vier Gänge für den Verbrennungsmotor und über zwei weitere für die Elektromotoren. Im Detail gibt es aber durchaus ein paar wichtige Änderungen. Das Getriebe stammt aufgrund des gestiegenen Drehmoments aus dem Renault Espace und der 1,8-Liter-Verbrennungsmotor hat eine direkte Einspritzung, ist für die Abgasnorm Euro 7 vorbereitet.

Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner TCe 140 (basiert auf dem TCe 130 aus dem Duster) mit 48-Volt- Mildhybridisierung, hat 103 kW / 140 PS und ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Batterie hat eine Kapazität von 0,8 Kilowattstunden. Mit diesem Motor bietet Dacia auch eine Allradvariante des Bigster als TCe 130 4×4 mit 96 kW / 130 PS an. Auch diesen Antriebsstrang kennt man aus dem Duster. Für die Fans von LPG-Gas steht der bivalente Eco-G-Motor parat, der schon von Haus aus sowohl mit Autogas als auch mit Benzin betrieben werden kann. Die beiden Tanks fassen insgesamt 99 Liter Kraftstoff (50 Liter Benzin und 49 Liter LPG) und ermöglichen so eine Reichweite von bis zu 1.450 Kilometern. Dacia rechnet in Deutschland mit einem Anteil von 15 bis 20 Prozent an den Bigster-Verkäufen.

Wir haben bereits im Dacia Bigster Platz genommen und hatten vorne und hinten ausreichend Platz. Dazu kommt auch ein Kofferraumvolumen von 667 Litern. Per Hebelzug kippen die Lehnen der Rücksitzbank nach vorne. Wer will, findet unter dem Kofferraumboden sogar noch ein echtes Reserverad. Zumindest in den Ausstattungslinien mit den zwei Zehn-Zoll-Bildschirmen wirkt das Interieur keineswegs „billig“. Also können sich die Platzhirsche im Segment der kompakten SUVs schon mal auf eine harte Konkurrenz gefasst machen.