Volkswagen rückt die E-Autos näher an die Stammkundschaft
Vorbei ist es allerdings mit den Kunstnamen. Stattdessen gibt es die Rückkehr zu den klassischen Bezeichnungen. Aus der 2023 präsentierten Studie ID.2all wird im kommenden Jahr der ID. Polo, die Studie ID. GTI geht als ID. Polo GTI in Serie. Der benzinbetriebene Polo bleibt parallel im Programm. Die Botschaft ist klar: Elektrisch, aber im vertrauten Koordinatensystem der Marke.
Beide Elektro-Studien sind inzwischen nahezu serienreif, auch wenn Volkswagen sie noch in bunter Tarnfolie zeigt. Die offizielle Premiere des Serienmodells ist für Mai 2026 terminiert. Bereits kommende Woche stehen die getarnten Kleinwagen auf der IAA Mobility in München, flankiert von einer ebenfalls kompakten Crossover-Studie. Der reguläre ID. Polo kommt im Herbst nächsten Jahres auf den Markt, wahlweise mit zwei Batteriegrößen und drei Leistungsstufen. Die sportliche GTI-Variante folgt noch vor Jahresende und bringt es auf 223 PS. Damit steigt Volkswagen in die neue Klasse der elektrischen Kompaktsportler ein; als Gegner gelten unter anderem Abarth 500e, Cupra Born VZ und MG 4 XPower.

Technisch setzt der ID. Polo auf Frontantrieb mit einem Elektromotor an der Vorderachse. Grundlage ist die MEB+-Plattform und damit eine Architektur, die sich von den größeren ID-Modellen unterscheidet, die wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb angeboten werden. Mit 4,05 Metern Länge trifft der Elektro-Polo den bekannten Zuschnitt, wirkt mit 1,82 Metern Breite und 1,53 Metern Höhe aber präsenter. Der Akku fordert seinen Bauraum. Der Radstand wächst auf 2,60 Meter und soll Platzverhältnisse auf Golf-Niveau ermöglichen. Volkswagen kündigt zudem eine neue Batterie mit 450 Kilometern WLTP-Reichweite an; Gleichstrom-Schnellladen gehört zur Serie.
Preislich markiert der ID. Polo den Einstieg in VWs elektrische Kleinwagenwelt: In Deutschland startet er unter 25.000 Euro. Höher positionierte Varianten rüsten auf und bringen Ausstattungen mit, die bisher größeren Klassen vorbehalten waren: automatischer Spurwechsel, Ampelerkennung, 360-Grad-Kamera sowie ein Parkassistent mit Memory-Funktion.
Der ID. Polo ist Auftakt einer breiter angelegten Namensstrategie. Ein kleineres Modell, bislang als Konzept ID. Every1 bekannt, soll 2027 folgen und rund 20.000 Euro kosten, allerdings unter neuem Namen. Fest steht nur: „ID.1“ wird er nicht heißen. CEO Thomas Schäfer setzt den Ton: „Der ID. Polo ist nur der Anfang. Wir bringen unsere bekannten Namen in die Zukunft.“ Vieles deutet darauf hin, dass der ID.3 künftig als ID. Golf, der ID.4 als ID. Tiguan und der ID.7 als ID. Passat vermarktet wird. Und für die Zeit nach dem Verbrenner? Sollte es keine Benziner mehr geben, könnte das „ID.“ irgendwann entfallen und nur die Modellnamen bleiben. Vorerst ist das Präfix sinnvoll, um die elektrischen Baureihen klar von den klassischen Modellen zu trennen, denn technisch sind es eigenständige Fahrzeuge auf unterschiedlichen Plattformen.





