Elektro, Hybrid, PHEV, Range Extender, Mildhybrid oder Brennstoffzelle

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VonZaid Hamid

19. November 2025

 Wer blickt da noch durch?

Die Zeiten, dass es im Straßenverkehr allein Benziner und Diesel gab, sind lange vorbei, da immer mehr Antriebe elektrifiziert werden. Doch wer blickt bei den einzelnen Antriebsarten von Hybrid, Mildybrid, Brennstoffzelle, Elektro, PHEV oder Range Extender eigentlich noch durch?

Die Antriebsart eines Autos war vor Jahrzehnten problemlos zu beschreiben. Da gab es die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – in erster Linie Benziner – und dann wurde der Dieselantrieb mit seiner effizienten Selbstzündertechnik in den 1970er Jahren insbesondere in Europa massentauglich. Doch die Zeiten haben sich geändert – und wie. Autos mit reinem Verbrennungsmotor ohne jegliche elektrische Unterstützung sind als Neufahrzeuge selten geworden, doch es gibt sie nach wie vor. Und auch wenn die Dieselaggregate so langsam schrittweise aus den Antriebsportfolios vieler Hersteller verschwinden, spielen sie nach wie vor eine Rolle – nicht nur leichten Nutzfahrzeugen. Gerade die europäischen Hersteller halten an der Selbstzündertechnik fest und lassen diese gerade bei großen SUV, Limousinen und Kombis im Portfolio. 

Mit diesem Überblick erklären wir vereinfacht die Unterschiede zwischen den alternativen Antriebskonzepten in den aktuellen Pkw, wobei Gasantriebe (Erdgas ( Flüssiggas) ebenso wie reine Verbrenner (Diesel und Benziner) hier außenvorbleiben. 

Mildhybrid:

Die meisten Fahrzeuge mit Benzinmotor und auch einige mit Dieselaggregaten haben in den vergangenen Jahren einen elektrischen Vitaminstoß bekommen, was die Hersteller entweder als Hybrid- oder Mildhybrid-System verkaufen. Das ist in vielen Fällen ein Riemenstarter oder ein Startergenerator, der den einstigen Anlasser nebst Lichtmaschine ersetzt und dafür sorgt, dass das Fahrzeug gerade im Citybetrieb effizienter unterwegs ist, die Start-Stopp-Automatik sanfter arbeitet oder der Wagen auf der Autobahn segeln kann, während sich der Verbrenner kurzzeitig verabschiedet. Die größeren Mildhybridsysteme haben zumeist im Getriebetunnel einen kleinen Elektromotor nebst kleinem Akkupaket (0,5 bis 2,0 kWh) verbaut, der bei langsamen Geschwindigkeiten allein arbeitet oder als Boost mit einer Zusatzleistung den Verbrenner unterstützt. 

Hybrid:

Toyota machte die Hybridtechnik insbesondere mit seinem Prius ab Mitte der 1990er Jahre massentauglich. Beim Antrieb arbeiten ein Benzinmotor und ein Elektroaggregat zusammen, die die Antriebsleistung über ein spezielles Getriebesystem untereinander aufteilen. Lange Jahre konnten die Fahrzeuge nicht rein elektrisch fahren. Das hat sich mittlerweile geändert, denn einige Hybridmodelle können kurze Strecken mittlerweile rein elektrisch zurücklegen. Die Energie für diese Fahrten wie auch kurzes Rangieren oder Rückwärtsfahren stammt aus einer zumeist sehr kleinen Batterie, die während der Fahrt vom Verbrennungsmotor oder dem regenerativen Bremssystem gespeist wird. Waren anfangs bevorzugt asiatische und einige amerikanische Fahrzeuge von Marken wie Toyota, Nissan, Kia oder Hyundai mit dieser Technik unterwegs, so sind mittlerweile Fahrzeuge wie Opel Mokka, Mercedes CLA, VW T-Roc oder ein Peugeot 308 mit einem Hybridantrieb unterwegs. Auch Modelle wie ein Nissan Qashqai oder ein Honda Prelude laufen als serielle Hybriden, obwohl deren Benzinmotor allein als Generator für den Elektroantrieb fungiert. 

Plug-in-Hybrid:

Während die normalen Hybridmodelle keine oder nur sehr kurze Strecken rein elektrisch zurücklegen konnten, sieht das bei einem Plug-in-Hybriden (PHEV) ganz anders aus. Modelle wie ein BMW 3er PHEV oder ein Mercedes C 300e können Dank eines Akkus mit einer Größe von zum Teil über 25 kWh rein elektrisch Strecken von mehr als 100 Kilometern zurücklegen. Dabei haben Fahrzeuge wie ein VW Passat e-Hybrid oder eine hybride Mercedes E-Klasse sogar eine Schnellladefunktion mit bis zu 50 Kilowatt und erstarken somit deutlich schneller an einer entsprechenden Ladesäule. Die Plug-in-Hybride spielen dabei auch in der Sportwagenwelt eine Rolle, denn bei Modellen wie BMW M5 / XM, Ferrari SF90, Porsche Cayenne e-hybrid oder Mercedes AMG One wird der Akku nebst Elektromotoren für das Erreichen von imposanten Fahrleistungen genutzt und die Gesamtleistung des Antriebspakets aus Verbrenner und Elektromotor(en) liegt oftmals weit über 500 bis 1.000 PS oder mehr. 

Range Extender:

An sich war der Range Extender, einst als Rückfallszenario bei leerem Akku, bereits wieder vom Markt verschwunden. Schließlich war die Nachfrage bei einem BMW i3 oder einem Opel Ampera mehr als überschaubar. Doch aus China ist der Trend zu Range Extendern mittlerweile wieder aufgelebt und schwappt auch in die USA und nach Europa. Hierbei treibt der im Fahrzeug verbaute Verbrennungsmotor nicht direkt die Antriebsachse an, sondern versorgt das Akkupaket mit der entsprechenden Energie und dieses treibt dann den Elektromotor an. So kommen die Modelle mit Range Extender auf Reichweiten von zum Teil bis zu 1.000 Kilometern bis nachgetankt werden muss. Modelle auf dem Markt sind unter anderem der Leap Motor C10 REEV, Mazda MX-30 R, IM LS6 oder auch ein Nissan Qashqai, dessen Benziner nur als Generator für den Elektromotor fungiert. Eine Vielzahl von Herstellern arbeitet derzeit an neuen Modellen mit Range Extender.

Elektroantrieb:

Immer mehr neue Modelle sind auf den internationalen Straßen mit reinem Elektroantrieb unterwegs. Die Fahrzeuge werden an der Ladesäule oder der heimischen Wallbox mit Strom aufgeladen und der geladene Akku versorgt den oder die Elektromotoren sowie alle Verbraucher im Fahrzeug mit der nötigen Energie. Ein Teil der Power wird beim Verzögern durch ein regeneratives Bremssystem zurückgewonnen. Hatten viele Fahrzeuge anfangs nur Ladegeschwindigkeiten bis zu 50 Kilowatt, so können Modelle von BMW, Porsche, Volvo oder Xpeng an Hyperchargern mittlerweile mit Höchstgeschwindigkeiten von 400 Kilowatt und mehr nachtanken. Das füllt die zum Teil über 100 kWh großen Akkupakete, zumeist im Fahrzeugboden verbaut, in weniger als 20 Minuten. Die Reichweite von Elektrofahrzeugen variiert im Unterschied zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotors stark und hängt nicht allein von der Fahrweise, sondern insbesondere von den Außentemperaturen ab. Bei großer Hitze oder Temperaturen deutlich unter null Grad Celsius sinkt die Reichweite mitunter deutlich. 

Brennstoffzelle:

Ein Exot im Antriebsportfolio bleibt seit Jahrzehnten die Brennstoffzelle. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um einen Elektroantrieb, der nicht aus einer Batterie, sondern einem Wasserstofftank mit der nötigen Energie versorgt wird. Hierfür ist im Fahrzeug versteckt ein kleines Brennstoffzellenkraftwerk verbaut, dass den Wasserstoff in elektrische Energie umwandelt. Beste aktuelle Beispiele sind Modelle wie der neue Hyundai Nexo oder der Toyota Mirai. BMW plant einen iX5 Hydrogen und Kawasaki arbeitet sogar an einer Brennstoffzelle, die einen Verbrennungsmotor mit Energie versorgen soll wie dies einst BMW in einer Kleinserie des 7ers Hydrogen auch tat. 

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