Hyundai Santa Fe Hybrid

Avatar-Foto

VonWolfgang Gomoll

13. März 2026

Raumwunder im Würfelanzug 

Der Hyundai Santa Fe überzeugt mit viel Platz und einem modernen Infotainment. Jetzt bekommt der Hybridantrieb ein Leistungsplus von 18 kW / 24 PS. Kommen diese Vitamine auch im Alltag an oder bleibt das Versprechen von Effizienz ohne Steckdose ein Lippenbekenntnis?

Eines muss man dem Hyundai Santa Fe lassen. Er versteckt sich nicht. Der koreanische Autobauer hat sein großes SUV so kantig und selbstbewusst auf die Räder gestellt, als hätte ein vom Kubismus geprägter Designer den Begriff „Familienauto” genommen und daraus ein Kunstobjekt gefräst. Das wirkt im Alltagsverkehr wie ein Hingucker zwischen dem rundgelutschten Einerlei. Dem Nutzfaktor, der bei Hyundai immer eine Rolle spielt, tut das keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Der Santa Fe bietet viel Platz und eine gute Ausstattung. Bei dem von uns gefahrenen Vollhybrid kommt noch ein Attribut hinzu: Effizienz ohne Steckdose.

Das Grundgerüst, um diese Vorgaben zu erfüllen, stimmt. Das SUV ist 4,83 Meter lang und hat einen Radstand von knapp 2,82 Metern. Dazu kommt ein Aufbau, der jedem Van gut zu Gesicht stehen würde. Selbst Klaustrophobiker steigen gerne in den Stelzen-Koreaner. Für Familien bedeutet das: jede Menge Luft in der zweiten Reihe, und selbst die hintersten Sitzplätze sind keine Strafe für den Nachwuchs, sondern auch für Erwachsene auf kürzeren Strecken tatsächlich brauchbar. Der Kofferraum ist umzugstauglich: Schon mit voller Bestuhlung bleiben 628 Liter Ladevolumen, maximal passen bis zu 2.032 Liter hinein. Kurz: Der Hyundai Santa Fe ist ein Raumwunder im Würfelanzug.

Auch beim Infotainment gibt sich der koreanische Mittelklasse-Crossover keine Blöße. Die beiden gebogenen 12,3-Zoll-Displays, die zu einer Einheit zusammengefasst sind, sind mittlerweile beim südkoreanischen Hersteller Standard. Dennoch sehen sie modern aus und bieten einen angenehmen visuellen Kontrast zur sterilen Tablet-Wüste, die bei vielen Herstellern der letzte Schrei zu sein scheint. Auch die Materialanmutung und Verarbeitungsqualität passen zur Preisklasse, vor allem in der Top-Ausstattung „Blackline“, mit der wir unterwegs waren. Bei dieser Ausstattung sind für mindestens 63.150 Euro unter anderem ein Head-up-Display, zwei Ladeschalen für Smartphones, eine 360-Grad-Kamera, die Sitzpolsterung in Nappaleder und zahlreiche Fahrassistenzsysteme an Bord. Das ist schon ziemlich „volle Hütte“. Bei unserem Testfahrzeug kam zusätzlich zum Allradantrieb für 2.100 Euro lediglich noch die „Creamy White“-Lackierung mit Mineraleffekt für 950 Euro hinzu. Mehr nicht. Wir haben auch nichts vermisst.

Zum Modelljahr 2026 hat Hyundai beim Hybridantrieb nachgelegt. Die Systemleistung liegt nun bei 176 kW / 239 PS, das Systemdrehmoment bei 380 Newtonmetern. Das sind 18 kW / 24 PS mehr als bisher. Der 1,6-Liter-Turbobenziner steuert 132 kW / 180 PS bei, der E-Motor 48 kW / 65 PS. Ein weiteres Plus, das im Alltag punktet, ist die Erhöhung der Anhängelast um 890 Kilogramm auf nun zwei Tonnen. Das ist ein großer Unterschied. Geschaltet wird über eine Sechsgang-Automatik, wahlweise mit Vorder- oder Allradantrieb. Letzterer war bei unserem Testwagen installiert. Die Fahrleistungen lesen sich auf dem Papier ansprechend: Der 2.025 Kilogramm schwere Crossover sprintet in 9,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Spitze von 196 km/h ist absolut autobahntauglich.

Auf der Straße zeigt sich ein etwas anderes Bild. Der Santa Fe agiert im Alltag eher ausreichend statt ambitioniert. Solange man es entspannt angeht, ist alles paletti, und die Unterstützung durch den Elektromotor ist angenehm spürbar. Dann präsentieren sich Antriebsstrang und Fahrwerk als reisetaugliche Einheit. Sobald man dem koreanischen SUV die Sporen gibt, schnaubt der Vierzylinder knurrend auf. Technokratisch ausgedrückt, agiert der Antriebsstrang unter Last angestrengt und akustisch grob. Der Vortrieb und vor allem die Effizienz bleiben mit diesem auffälligen Habitus auf der Strecke. Das ist vor allem im Eco-Fahrmodus der Fall und daher kontraproduktiv.

Das Sport-Programm hilft tatsächlich. Nicht, weil der Santa Fe plötzlich zum Kurvenräuber wird, sondern weil die Abstimmung den Antrieb wacher hält und die Gasannahme entschlossener wirkt. Bei unserer Testfahrt, die uns über Autobahnen, Landstraßen und durch die Stadt führte, kamen wir laut Bordcomputer auf einen Durchschnittsverbrauch von 8,3 l pro 100 Kilometer, also 1,1 l/100 km mehr als im Datenblatt steht. Für ein SUV dieser Größe ist das völlig in Ordnung.

Datenblatt Hyundai Santa Fe Hybrid

  • Typ: SUV
  • Motor: Vierzylinder-Turbo HEV
  • Hubraum (cm3): 1.598
  • Leistung in PS (kW) bei U/min-1: 239 (176)
  • Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1: 380
  • Höchstgeschwindigkeit (km/h): 196
  • Beschleunigung 0-100 km/h (sek.): 9,2
  • Getriebe: 6-Gang-Automatik
  • Antrieb: Allradantrieb
  • Treibstoffsorte: Superbenzin
  • Tank (L): 67
  • Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 7,2
  • CO2-Ausstoß (g/km): 164
  • Gewicht, Herstellerangabe (kg): 2.025
  • max. Zuladung (kg): 740
  • Abmessungen (L/B/H): 4.830 / 1.900 / 1.720 (L/B/H)
  • max. Ladevolumen (L): 628 bis 2.032
  • Preis (Euro): 67.400
  • Basismodell (Euro): 63.150
  • Effizienzklasse: F

Kommentar verfassen