Auf den Taler geschaut
Neuwagen werden immer teuer und liegen für die meisten Autofahrer finanziell in allzu weiter Ferne. Kein Wunder, dass sich der Gebrauchtwagenmarkt nicht allein in Deutschland einer gigantischen Nachfrage erfreut. Da geht auch günstig – und wie! Interessante Modelle gibt es bereits unter 2.500 Euro.
Das heißt nicht, dass diese Fahrzeuge aufgrund des günstigen Preises zum Groschengrab oder gar einem Dauergast in der Werkstatt werden müssen. Wer ein paar Dinge beachtet, kann für unter 2.500 Euro nicht allein längerfristig seinen Fahrspaß haben, sondern ist mitunter bestens angezogen hinter dem Steuer und kommt dabei sicher zu Arbeit, Freizeit oder ins entspannte Wochenendprogramm.
Beachten sollte der Käufer jedoch, dass es wirkliche Schnäppchen nur allzu selten gibt. Wenn ein Auto deutlich günstiger ist, als es an sich sein dürfte, dann hat das meistens einen guten Grund – insbesondere, wenn dies ein Händler anbietet. Daher Finger weg! Das Angebot ist groß genug und der nächste Traumwagen zum günstigen Preis kommt auf jeden Fall gleich um die Ecke gebogen. Auch für wenig Geld sollte das Auto jedoch gut gewartet sein. Ein lückenloses Scheckheft bei der Vertragswerkstatt ist für Billigangebote kaum zu erwarten, doch eine nachvollziehbare Historie und Werkstattaufenthalte findet der aufmerksame Sucher auch bei Modellen für deutlich unter 5.000 Euro.

Ein wichtiger Grundsatz: Technik geht vor Optik. Zugegeben ein harter Kompromiss, der mitunter vielen potenziellen Autokäufern Bauchschmerzen bereitet, doch auch wenn es nicht die Traumfarbe ist oder man lieber eine etwas andere Motorisierung fahren wollte, empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass die technische Basis stimmt. Ein gültiger TÜV von mehr als einem Jahr und eine nachvollziehbare Historie lassen Wunschausstattungen oder andere Details verschmerzen. Wenn die Optik nicht ganz stimmt, lassen sich später andere Räder mit Alufelgen oder Details bei der Ausstattung beim Reifen- oder Teilehändler ausmerzen.
VW Golf VI:
Wer einen guten und kompakten Gebrauchtwagen sucht, sollte am VW Golf nicht vorbeisurfen. Die meisten Generation sind gut, doch gerade in die sechste Generation floss viel Verarbeitungsqualität, die sich auch im Alter bemerkbar macht. Da die Diesel mitunter von Einfahrtsperrungen in Innenstädte betroffen sind, sollte der Blick insbesondere auf einen Benziner fallen. Der 1,6 Liter große Basisbenziner mit 77 kW / 105 PS ist solide motorisiert und auch längere Strecken sind locker zurückzulegen, während sich die Unterhaltskosten in Grenzen halten. Gibt es mit Laufleistungen unter 200.000 Kilometern bereits ab 2.500 Euro.

Audi A3:
Optisch völlig anders, ist der Audi A3 technisch eng mit dem VW Golf verwandt. Er ist edler, schicker und daher zumeist auch etwas teurer. Gute Modelle mit rund 20 Jahren auf dem Buckel gibt es jedoch bereits ab 2.500 Euro. Die Triebwerke sind oftmals die gleichen wie im entsprechenden VW Golf. Solide ist der 1,6 Liter große 102-PS-Benziner, doch mit unter 150.000 Kilometern gibt es auf dem Markt auch edler ausgestattete Versionen mit dem 150 PS starken 2.0-FSI-Triebwerk. Finger weg von Tuningversionen und nachgerüsteten Sportfahrwerken.

BMW 1er:
Lust auf einen kompakten BMW? Über kaum mehr als 2.000 Euro gibt es bereits die ersten Modelle der dynamischen 1er Reihe von BMW. Sowohl BMW 116i als auch 118i mit 122 sowie 143 PS sind für günstige Einstiegspreise auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu bekommen. Die Ausstattung ist oftmals etwas karg, doch die Kombination aus solidem Vierzylinder, Handschaltung und Hinterradantrieb macht am griffigen Lederlenkrad richtig Laune. Die Modelle sind 12 bis 18 Jahre alt und können sich auch in Sachen Design noch immer sehen lassen.

Ford Mondeo:
Wer in der Mittelklasse immer nur an den VW Passat, der irrt. Der Ford Mondeo ist ein sehr gutes Auto und hat gerade als Kombiversion ein mehr als stattliches Platzangebot für die ganze Familie. Motor, Getriebe und Fahrwerk – alles sehr ordentlich und so gibt es Modelle aus Mitte der 2000er Jahre für unter 2.500 Euro bei rund 150.000 Kilometern. Der 125 PS starke 1,8-Liter-Motor ist kein Wunder an Dynamik; aber in Sachen Unterhalt und Verbrauch deutlich besser als die 145-PS-Variante mit zwei Litern Hubraum. In den Titanium-Varianten gibt es zudem eine Komfortausstattung, die sich gegenüber heutigen Modellen kaum verstecken muss.
Skoda Octavia:
Kaum kleiner als der Ford Mondeo könnte auch ein Skoda Octavia das rechte Auto für wenig Geld sein, das den Weg in die eigene Einfahrt findet. Ein Octavia Combi (Limousinen sind oftmals günstiger) aus den späten 2000er Jahren mit 170.000 Kilometern und einer soliden Ausstattung gibt es bereits ab 2.000 Euro. Dabei ist die Basisversion mit 102 PS etwas schlapp und man sollte sich besser für die 1,8-Liter-Version mit bis zu 118 kW / 160 PS mindestens ab der Elegance-Ausstattung entscheiden. Die Handschalter sind noch günstiger bei den Unterhalts- und Wartungskosten.

Hyundai Santa Fe:
Einen geräumigen SUV für die ganze Familie unter 2.500 Euro. Gibt es – und das sogar mit exklusiver Ausstattung, unter 200.000 Kilometern und in einem guten Zustand. Ein gutes Beispiel ist dabei der Hyundai Santa Fe, der aus Mitte der 2000er Jahre von einem 2,4 Liter großen Vierzylinder mit 107 kW / 145 PS angetrieben wird. Wahlweise gibt es den Santa Fe mit Front- oder Allradantrieb. Vorteil: die Laufleistungen sind oftmals überschaubar und die Werkstatthistorie ist nachvollziehbar.

Opel Astra:
Der Astra ist eines der Kernmodelle von Opel – lange bevor der Stellantis Konzern hier das Ruder übernahm. Beim Astra hat der Kunde die Wahl zwischen fünftürigen Schrägheckmodell oder einem deutlich geräumigeren Caravan. Beide Versionen gibt es zu Preisen ab 2.500 Euro aus den frühen und mittleren 2010er Jahren. Eine gute Wahl ist der 103 kW / 140 PS starke Vierzylinder-Turbo, der dem Astra durchaus Beine machen kann. Die Unterhaltskosten sind akzeptabel und auch in Sachen Ersatzteilversorgung muss es nicht immer der Weg zum originalen Opel-Händler sein. Das entlastet die eigene Geldbörse spürbar.

Toyota Yaris:
Wenn es zwei Nummern klein sein darf, dann sollte man durchaus einmal bei Toyota vorbeischauen, denn die Qualität der Japaner ist legendär. Da macht der kleine Toyota Yaris keine Ausnahme, denn günstiger lässt sich kaum Autofahren. Der 69 PS starke Benziner ist allemal flott genug für den Kleinwagen und die Laufleistungen liegen trotz 12 bis 15 Jahren oftmals nur knapp über 100.000 Kilometer. Perfekt – nicht allein für die Innenstadt. Platz für bis zu vier Personen gibt es auch noch – na also.


