GWM Haval H7

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VonWolfgang Gomoll

7. Mai 2026

Kantiger Hoffnungsträger

Great Wall Motor will im zweiten Anlauf endlich in Deutschland Fuß fassen. Ein Hoffnungsträger ist der Haval H7, der mit kantiger Geländewagen-Optik und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen will.

Bei Great Wall Motor denkt man sofort an zwei Marken. Auf der einen Seite die freundlichen Ora-Modelle, auf der anderen die rustikalen Tank-Geländewagen. So gesehen sind die Haval-SUVs die goldene Mitte zwischen diesen beiden mobilen Antipoden. Optisch tendiert der Haval H7 eher in die Kraxler-Richtung eines Toyota Land Cruiser mit einer deutlichen Prise Land Rover Defender. Allerdings verrät die Optik nur die halbe Wahrheit: Unter der kantigen Hülle steckt kein klassischer Kraxler mit Leiterrahmen und mehreren Untersetzungen, sondern ein moderner SUV mit Plug-in-Hybrid-Option, Stahlfahrwerk und optionalem Allradantrieb. Die Maße des Haval H7 versprechen nicht nur genug Platz, sondern auch einen Auftritt, der auch in mitteleuropäischen Städten nicht zu übersehen ist. Der Haval H7 ist mit Reserverad am Heck 4,80 Meter lang, ohne Reserverad sind es 4,68 Meter, 1,95 Meter breit und 1,843 Meter hoch. Dank des Radstands von 2,738 Metern wirkt das Auto stattlich. Das ist kein Lifestyle-Würfel, sondern ein ausgewachsener Mittelklasse-SUV.

Der chinesische Autobauer macht nicht den Fehler, nur auf einen Antrieb zu setzen. Käufer haben die Wahl zwischen einem Zweiliter-Benziner mit 163 kW/223 PS, der mit Allrad- oder Vorderradantrieb kombiniert werden kann. Der Vollhybrid hat einen 1,5-Liter-Turbo, Vorderradantrieb und 182 kW / 247 PS Systemleistung. Beim Plug-in-Hybrid schaltet GWM dann richtig in den Angriffsmodus und kombiniert den 110 kW / 150 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo mit maximal zwei Elektromaschinen. Als Frontantrieb sind es 240 kW / 326 PS und als Allradler in Europa voraussichtlich 320 kW / 435 PS sowie ein maximales Drehmoment von rund 750 Newtonmeter. Die Akkus haben eine Kapazität von 35,43 Kilowattstunden, was für 120 Kilometer rein elektrisches Fahren reichen soll. Den Sprint von null auf 100 km/h erledigt die China-Version des Allradlers in 5,9 Sekunden.

Beim Fahrwerk gehen die Chinesen kein Risiko ein und setzen auf die klassische Stahlvariante. Der Haval H7 ist zwar keine wippende Schiffschaukel, aber für den teutonischen Gusto dennoch einen Schuss zu weich abgestimmt. Trotzdem wollen die Entwickler für die Europa-Version noch nachschärfen und die Feder-Dämpfer-Kombination etwas straffer abstimmen. Vermutlich aufgrund der höheren Geschwindigkeiten. Bei den Fahrprogrammen gibt sich der Haval H7 mit Eco-, Normal-, Sport-, Schnee- und Sand-Modus ganz als Geländewagen.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrprogrammen sind deutlich spürbar. Wenngleich der Antritt in der Eco- und Normal-Einstellung etwas zögerlich erfolgt. Schaltet man in den Sport-Modus, ist auch diese Schwäche ausgebügelt. Zudem verfügt das SUV nicht über Untersetzungen, sondern lediglich über ein Differenzial an der Hinterachse. Schließlich muss es ja einen Unterschied zu den Tank-Vollblut-Kraxlern geben. Optisch würde der H7 als Hardcore-Offroader durchgehen. Der Klappleiter an der Seite und der bereits erwähnte Heck-Ersatzreifen sei Dank.

Im Innenraum erwartet einen die typisch chinesische Infotainment-Landschaft, bestehend aus einem 12,3-Zoll großen digitalen Kombiinstrument und einem 14,6-Zoll zentralen Touchscreen.  Bei den Materialien wird jedoch deutlich, dass auch in China nicht alles Gold ist, was glänzt. Zum Beispiel sind die Türeinlagen oben aus schnödem Hartplastik. Da verspricht Great Wall Motor für Deutschland unterschäumte Flächen. Und das bei einem Auto, das Ende des Jahres beim deutschen Händler steht und in der Einstiegsversion rund 37.000 Euro kosten soll. Beim PHEV sind es dann rund 10.000 Euro mehr.

Damit ist der Chinese durchaus konkurrenzfähig. Ein Toyota RAV4 Plug-in Hybrid ist etabliert, effizient und vernünftig, optisch jedoch deutlich braver. Ein Mitsubishi Outlander PHEV spielt ebenfalls die Familienkarte, wirkt dabei aber weniger abenteuerlustig. Ein VW Tayron eHybrid hat in Deutschland gute Karten, ist aber bei vergleichbarer Ausstattung teurer. Von dem Land Rover Defender oder einer Mercedes G-Klasse ganz zu schweigen. Wenn GWM also die Schwachpunkte ausmerzt, könnte der Haval H7 eine echte Alternative sein.

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