Größer denn je
BMW X7, Mercedes GLS oder Cadillac Escalade – die internationale Premiumkonkurrenz hat schon viele Jahre luxuriöse XXL-SUV im Angebot. Erst zum Ende des Jahres zieht Audi mit seinem neuen Q9 nach. Er dürfte mit Platzangebot und Komfortniveau keine Probleme haben, weltweit zufriedene Kunden zu finden.
Keine Überraschung, dass der Audi Q9 seinen Hauptmarkt in den USA haben wird, doch auch in Europa und Asien warten viele potenzielle Kunden bereits seit Jahren auf einen sogenannten Full-Size-SUV mit den Ringen im Kühlergrill. Mehr denn je auch bei Audi, denn der Ingolstädter Autobauer hat vor kurzem seine Luxuslimousine A8 überraschend in Rente geschickt – ohne Nachfolger für die Wettbewerber BMW 7er / i7, Mercedes S-Klasse / EQS. Nachvollziehen kann das trotz überschaubarer Verkaufszahlen kaum jemand, denn Audi fehlt seither mehr denn je ein imageträchtiges Aushängeschild im Topsegment. Diese Position soll ab Herbst des Jahres der neue Audi Q9 einnehmen. Zwei Mankos gibt es jedoch, denn zum einen wollen nicht alle Kunden im Luxussegment einen üppig dimensionierten Crossover – gerade im Chauffeurbetrieb, sondern bevorzugen die klassische Limousinenform. Zum anderen produziert Audi sein neues Topmodell in Bratislava, wo schon seit Jahren die XL-Crossover wie VW Toureg, Audi Q7 / Q8 oder Porsche Cayenne.

Heißt, für den Export auf den Hauptmarkt USA fallen aktuell 15 Prozent Strafzölle an. Geht es nach US-Präsident Donald Trump könnte sich das zeitnah auf 25 Prozent erhöhen. Trotz der üppigen Deckungsbeiträge bei Luxusmodellen über 100.000 Euro ein Problem, denn Audi ist der einzige Hersteller unter den Premiumkonkurrenten außerhalb Jaguar Land Rover, der aktuell keine Fertigung in Nordamerika hat. BMW baut seine großen Crossover XM, X5 und X7 in Spartanburg / South Carolina, Mercedes die Wettbewerbsmodelle GLE / GLS / EQS in Tuscaloosa / Alabama und auch Cadillac oder Lexus produzieren die XXL-SUV durchweg in den Vereinigten Staaten.
Mit technischen Details hält sich Audi vor der Weltpremiere Ende Juli noch zurück, doch abgesehen von einem selbstbewussten Auftreten glänzt der deutlich über 5,20 Meter lange Q9 mit einem besonders luxurösen Innenraum, der sechs Personen großzügige Platzverhältnisse bietet. Auf Wunsch ist der Allradler jedoch auch mit einer durchgehenden Sitzreihe im Fond als Siebensitzer zu bekommen. Die Türen öffnen und schließen auf Wunsch in einem Winkel bis 90 Grad elektrisch, während es im Innenraum neben klimatisierten Sitzen und beheizten Armlehnen ein gigantisches Panoramadach gibt, dass sich nicht nur illuminieren, sondern auch öffnen lässt. Leider fehlt ein Innenrollo. Klassentypisch sind alle drei Sitzreihen elektrisch zu verstellen und der Q9 bietet im Innenraum nicht nur eine Reihe praktischer Ablagen, sondern auch zwei Magsafe-Ladeports für Smartphones in der breiten Mittelkonsole. Ebenfalls serienmäßig: drei große Bildschirme für Fahrer, Beifahrer, die zentrale Bedienung sowie ein Head-Up-Display, das in dieser Klasse kaum optional sein dürfte. So darf man gespannt sein, auf die Antriebe, die aus dem Regal des Volkswagen Konzerns stammen werden. Demgemäß scheinen leistungsstarke Sechs- und Achtzylinder gesetzt. Bleibt die Frage, wie es mit Hybrid- oder Elektroversionen aussehen wird. Die aktuellen Wettbewerber BMW X7 als 381 PS starker xDrive 40i und Mercedes GLS 450 4matix beginnen bei rund 106.000 Euro.










