Auf die Zukunft setzen
Kaum eine Automarke hat eine derart strahlende Historie wie Mercedes-Benz. Der Autobauer aus Stuttgart hat über mehr als 100 Jahre unzählige Fahrzeuge erschaffen, die zu begehrten Klassikern wurden. Wer zur rechten Zeit einsteigt, hat nicht nur jede Menge Fahrspaß, sondern einen soliden Wertzuwachs, wenn die Young- zu Oldtimern werden.
Die Zahl der Mercedes-Fahrzeuge, die zu beliebten Klassikern wurden, lassen sich generationsübergreifend nur schwer zählen. Modelle wie der 300 SL Flügeltürer, die S-Klasse vom Typ W126 oder auch der 600er der Baureihe W100 als Staatslimousine wurden zu automobilen Legenden. Doch derzeit stehen einige vergleichsweise günstige Fahrzeugtypen an der Schwelle, ein Klassiker mit stattlichem Wertzuwachs zu werden. Viel Fahrspaß, Qualität und Alltagsnutzen für überschaubares Geld – unter 15.000 Euro gibt es zahlreiche Sternen-Fahrzeuge, die begeistern. Gestern, heute und noch mehr morgen!
Mercedes SLK:
Der Mercedes SLK der ersten Generation (R170) hatte Mitte der 1990er seinen großen Auftritt. Als er 1996 auf den Markt kam und in der Präsentationsfarbe Yellowstone die Prospekte mit seinem Klappdach eroberte, das sonst allein der Peugeot 206 CC bot, jubelte nicht allein die Damenwelt auf. Ein kleiner Bruder des elitären Mercedes SL der Baureihe R 129 mit kompakten Abmessungen und anfangs nur der Antriebswahl zwischen SLK 200 und SLK 230 Kompressor – jeweils mit vier Zylindern. Gute Modelle ab dem Baujahr 1997 sind bereits für unter 10.000 Euro zu bekommen. Wer sparen will, ist mit dem SLK 200 Kompressor – bestenfalls mit Automatik – gut bedient, der nach der Modellpflege 120 kW / 163 PS leistete und den müden 200er mit 100 kW / 136 PS ablöste. Mehr Image und Laufruhe bringt der SLK 320 mit seinem 3,2 Liter großen V6-Triebwerk, der mit einer guten Ausstattung, unter 150.000 Kilometern bereits für unter 15.000 Euro zu bekommen ist.

Mercedes CL:
Mehr Mercedes als im CL 500 der Baureihe C 216 geht einfach nicht. Der elegante Zweitürer ist die Coupéversion der S-Klasse Luxuslimousine und bietet allen nur erdenklichen Luxus. Sechszylinder gibt es nicht und so ist der Mercedes CL klassentypisch immer mit acht oder zwölf Zylindern unterwegs. Die beste Wahl ist der CL 500, der Anfang der 2010er Jahre von einem 435 PS starken 4,7 Liter großen V8-Turbomotor angetrieben wurde – ideal mit dem 4matic-Allradantrieb. Günstige Modelle mit unter 200.000 Kilometern sind bereits unter 15.000 Euro im Handel. Diese bieten allen nur erdenklichen Luxus von klimatisierten Massagesitzen über Nachtsichtgerät und Soundsystem bis zu Schiebedach und Lederinterieur. Keine Frage: das S-Klasse der Generation C216 wird einmal ein Luxusklassiker. Doch Vorsicht vor Modellen mit einer lückenhaften Servicehistorie oder Tuningdetails – einfach weitersuchen. Das Angebot ist noch groß genug.

Mercedes C 32 AMG:
Die Mercedes C-Klasse aus den frühen 2000er Jahren ist eine sportliche Limousine für Kenner, die man sonst wohl nur BMW zugetraut hätte – mit viel Komfort, modernen Sicherheitssystemen und auf Wunsch auch als besonders leistungsstarke AMG-Version zu bekommen. Während die Normalversionen wie C 200, C 240 oder gerade die beliebten Diesel C 220 CDI oder C 270 CDI kaum das Zeug zum Klassiker haben werden, sieht das beim 260 kW / 354 PS starken C 32 AMG ganz anders aus. Mehr Sportlichkeit ging damals kaum. Die Ausstattung ist bei den meisten Mercedes C 32 AMG mit elektrischen Ledersitzen, Alufelgen, Xenonscheinwerfern und Soundsystem umfangreich; daher heißt es auf die Qualität des Autos selbst setzen. Wenige Vorsitzer, eine Laufleistung von bestenfalls unter 200.000 Kilometern und eine gute Servicehistorie bewahren einen vor bösen Überraschungen. Fahrzeuge gibt es bereits zwischen 10.000 und 15.000 Euro – ein günstiger Einstieg ins sportliche Klassikergeschäft.

Mercedes SL 350:
Die Klappdachversionen des Mercedes SL sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach wie vor sehr günstig zu bekommen. Bestes Beispiel ist die SL-Generation R 230 mit den bei vielen eher unbeliebten Frontscheinwerfern im Quadratlook, die ihn vom Vorgänger R 230 abheben. Qualitativ ist der R 230 nach der Modellpflege spürbar besser als der Vorgänger und hat unter anderem nicht dessen Fahrwerksprobleme geerbt. Bereits der Mercedes SL 350 mit seinem 232 kW / 315 PS genannten Sportmotor ist für unter 15.000 Euro eine exzellente Wahl – auch weil er mit dem Standardfahrwerk unterwegs ist. Beliebter und auch etwas teurer sind die V8-Modelle wie SL 500 und insbesondere SL 63 AMG, der die begehrte Kompressorversion des SL 55 AMG ablöste. Doch gerade der SL 350 Post-Mopf verspricht hohe Laufleistungen, sportliche Fahrdaten auf dem Niveau des V8-Vorgängers und insbesondere deutlich niedrigere Unterhaltskosten. Finger weg von Bastelfahrzeugen und Tuningkisten – daher alles mit der originalen Ausstattungsliste vergleichen und Wert legen auf eine Servicehistorie im Hause Mercedes.

Mercedes E 500:
Die E-Klasse ist das Herzstück der Mercedes-Palette und diese war Anfang der 2010er Jahre als Baureihe W 212 auch als imposant motorisierter E 500 zu bekommen. Ein sonor brabbelnder V8-Sauger mit 285 kW / 387 PS oder 300 kW / 408 PS, Automatikgetriebe und einer Ausstattung, die nichts mit den Buchhalterversionen auf Taxlerniveau zu tun haben. Diese E-Klasse wird einmal ein Klassiker – der V8-Motor sowieso. Dabei gibt es solide Modelle bereits zwischen 11.000 und 15.000 Euro. Für alle, die V8 wollen und denen der W 124 E 500 zu teuer ist. Der zukünftige Klassikfan hat beim E 500er zudem die Wahl der Karosserie, denn der V8 ist nicht allein als Limousine, sondern auch als Kombiversion, Coupé oder Cabriolet – im Gegensatz zu SLK und SL mit Stoffdach – zu bekommen. Ein entsprechendes Klassikerpotenzial haben alle vier Karosserievariante, doch der V8 muss es eben sein. Die Luxusausstattung ist obligatorisch und einige Modelle locken mit einer beeindruckend geringen Laufleistung von unter 200.000 Kilometern. Jedoch keine Angst, denn wenn Zustand und Historie ist locker das doppelte drin – am V8-Triebwerk wird kaum liegen.


