Citroën ë-C3 Urban Range

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VonWolfgang Gomoll

19. Juni 2026

Stadtstreicher

Mit dem ë-C3 Urban Range bedient Citroën die Kunden, die Kurzstreckenmobilität bevorzugen. Allerdings kommt das nur bei der Basisversion zum Tragen.

Als Citroën vor gut zwei Jahren den ë-C3 auf den Markt brachte, ist den Franzosen ein Coup gelungen. Während viele andere Hersteller noch nach dem Ei des Kolumbus suchten, um ein bezahlbares Elektroauto zu realisieren, hatten die Franzosen das damals schon hinbekommen. Der Kniff waren unter anderem neue Materialien und Fertigungskonzepte. Aktuell kostet der Citroën ë-C3 Standard Range mindestens 23.450 Euro. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Franzosen nicht mehr allzu viele Möglichkeiten haben, den Preis weiter zu drücken. Ursprünglich sollten es einmal knapp unter 20.000 Euro werden, jetzt ist der Citroën ë-C3 Urban Range ab 20.140 Euro zu haben.

Der Schlüssel zum Preis ist bereits in der Bezeichnung des Stromers enthalten. Wenn man das teuerste Bauteil eines Elektromobils um rund ein Drittel reduziert, sind gleich einige Euro eingespart. Also schrumpft die Batteriekapazität (Lithium-Eisenphosphat / LFP) um etwa ein Drittel von 44,2 Kilowattstunden (43,8 netto) beim Standard Range auf 30,3 kWh (29,3 netto) und damit die maximale WLTP-Reichweite von 322 Kilometern auf 215 km. Dazu kommt, dass der E-Stadtstreicher nur in den beiden Basis-Ausstattungsvarianten You und Plus erhältlich ist. Das reduziert die Komplexität bei der Produktion und damit auch die Kosten. Letztendlich ist das nur konsequent. Der Urban Range ist das Auto für städtische Pflege- und Kurierdienste. Da ist ein zu großer Akku meistens nur unnötiger, weil teurer und schwerer Ballast. Beim Urban Range ist das Laden einer der Knackpunkte. Wer mit 11 kW dreiphasig Strom tanken will, muss 400 Euro zusätzlich auf den Tisch des Hauses legen. Dann ist der Akku in etwa zwei Stunden und 50 Minuten von 20 auf 80 Prozent gefüllt. Das sind rund zwei Stunden weniger als mit dem serienmäßigen 7,4-kW-Bordladegerät. Für Nachtlader, die hauptsächlich Kurzstrecken zurücklegen, ist das nicht besonders relevant.

Technisch ist der Urban Range ansonsten mit dem bisherigen ë-C3 identisch. Also nutzen beide die Smart-Car-Plattform von Stellantis und haben Vorderradantrieb. Auch der Antrieb ist mit 83 kW / 113 PS und einem maximalen Drehmoment von 125 Newtonmetern identisch. Der Urban Range wiegt 1.413 Kilogramm und damit 78 Kilogramm weniger als die Variante mit der größeren Batterie. Die Unterschiede bei den Fahrleistungen sind marginal, allerdings nicht so, wie man das erwartet. Den Standardsprint von null auf 100 km/h absolviert der Urban Range in zwölf und der Standard Range in elf Sekunden. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit hat der Städter mit 125 km/h um sieben km/h das Nachsehen. Vermutlich, um ein Differenzierungsmerkmal zu haben.

Bei der Ausstattung beschränkt sich der Citroën ë-C3 Urban Range in der Standardversion auf das Wesentliche. Die 16-Zoll-Stahlfelgen mit Radzierkappen werden die Zielgruppe kaum stören. Allerdings sind weder die dickeren Advanced-Comfort-Sitze noch das Fahrwerk mit den hydraulischen Anschlägen bei den Stoßdämpfern bei der Basisvariante serienmäßig. Sobald man sich für die 3.310 Euro teurere Plus-Ausstattung entscheidet, kommt man in den Genuss dieses Extras. Allerdings kostet der Urban Range dann genauso viel wie die Standard-Range-Variante in der Einsteiger-Konfiguration. Wir waren mit dieser Spezifikation und einigen Extras unterwegs, die sich auf 1.350 Euro summieren und den Gesamtpreis auf 24.800 Euro treiben. Unter anderem ist der dreiphasige 11-kW-Onboardlader dabei.

Also steht auch bei der Kurzstreckenvariante der Komfort an oberster Stelle. Die leichte Wankneigung in schnell genommenen Kurven nimmt man gerne in Kauf, wenn Federn und Dämpfer die Schlaglöcher besser wegstecken. Im städtischen Gewusel hält der Citroën locker mit. Klar, das deutlich geringere Gewicht ist da kein Nachteil. Ein Fast-and-Furious-Bolide ist der ë-C3 ohnehin nicht. In keiner Ausführung. Die reduzierte Längsdynamik schlägt sich auch im Verbrauch nieder. Citroën gibt 17,2 kWh/100 km an – immerhin 0,1 kWh/100 km weniger als beim Standard Range.

Die Raumökonomie unterscheidet sich natürlich nicht, da auch die Urban-Range-Version 4,01 Meter lang ist. Also sind auch bei ihr die Platzverhältnisse trotz des Radstandes von 2,54 Metern erstaunlich gut. Selbst auf der Rücksitzbank kommt keine Platzangst auf. Auch Erwachsene finden hier ausreichend Knie- und Kopfraum. Allerdings könnten die hinteren Türen etwas weiter aufschwingen, um den Einstieg zu erleichtern. Der Kofferraum hat ein Volumen von immerhin 310 Litern, beim Umlegen der Rücksitzlehne wächst das Fassungsvermögen auf 1.188 Liter, aber es entsteht eine deutliche Stufe, die das Beladen erschwert. Gleiches gilt für das Infotainment. Hier setzen die Franzosen nach wie vor auf ein schmales Anzeigenband und bei der Basisversion auf das Smartphone als Infotainmentzentrale. Das funktioniert übrigens wunderbar, wie wir schon bei anderen Tests festgestellt haben. Den 10,25-Zoll-Touchscreen gibt es bei der zweiten Variante Plus, mit der wir unterwegs waren. Citroën war fast schon gezwungen, den ë-C3 Urban Range zu bringen. Zu stark ist die Konkurrenz durch den Dacia Spring Electric sowie vor allem den Leapmotor T03, der unter 20.000 Euro kostet.

Datenblatt Citroën ë-C3 Urban Range

  • Typ: Elektro-Kleinwagen
  • Motor: Elektromotor
  • Hubraum (cm3): 113 (84)
  • Leistung in PS (kW) bei U/min-1: 125
  • Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1: 125
  • Höchstgeschwindigkeit (km/h): 125
  • Beschleunigung 0-100 km/h (sek.): 12,0
  • Getriebe: Eingangautomatik
  • Antrieb: Vorderrad
  • Treibstoffsorte: Strom
  • Tank (L): 30,3 kWh
  • Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 17,2 kWh/100 km
  • CO2-Ausstoß (g/km): 0
  • Gewicht, Herstellerangabe (kg): 1.413
  • max. Zuladung (kg): 472
  • Abmessungen (L/B/H): 4.015 / 1.813 / 1.577 (L/B/H)
  • max. Ladevolumen (L): 310 bis 1.200
  • Preis (Euro): 23.450 
  • Basismodell (Euro) 20.140 

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