Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Nach dem elektrischen AMG GT Viertürer folgt nun ein Bruder mit mehr Höhe und mehr Platz. Wer auf die viertürige Coupélimousine verzichten möchte, bekommt hier eine Alternative.
Elektrischer Hochsitz mit AMG-Gen

Das Mercedes-AMG GT SUV ist der zweite Elektro-Sportler auf der neuen AMG.EA-Plattform. Es kommt in drei Versionen als GT 53, 55 und 63 und verspricht bis zu 1.169 PS, 700 Kilometer Norm-Reichweite und Ladeleistungen von bis zu 710 kW. Bestellt werden kann ab der kommenden Woche, der Einstiegspreis liegt bei 113.050 Euro.
AMG GT SUV: Zweiter Streich auf der AMG.EA-Plattform
Der Wagen ist 5,08 Meter lang und teilt sich die technische Basis eng mit dem Viertürer. Der Auftritt zur Vorstellung fiel diesmal kleiner aus als bei der Weltpremiere des Viertürers in Downtown Los Angeles, denn er fand in der Nähe des Markenstandortes Affalterbach statt.
Mercedes erwartet, dass sich das SUV besser verkauft als die flachere Limousine. Dazu passt, dass viele Wettbewerber im SUV-Segment erst kürzlich vorgestellt wurden, während die Konkurrenten des Viertürers schon länger am Markt sind.
Antrieb und Leistung: Drei Versionen, drei Welten

Der GT 53 wiegt 2,5 Tonnen, leistet 400 kW (544 PS), hat Allradantrieb und erreicht 250 km/h. Das ist ein souveräner Vortrieb, dürfte vielen AMG-Fans angesichts von Anspruch und Wettbewerb aber nicht sportlich genug sein.
Der GT 55 leistet bis zu 600 kW (816 PS). Das Topmodell GT 63 wiegt 2,7 Tonnen und wird von drei Elektromotoren angetrieben, die zusammen 860 kW (1.169 PS) und 2.000 Nm leisten. Die Dauerleistung beträgt 530 kW (721 PS). Der Sprint auf 100 km/h dauert beim Topmodell 2,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 270 km/h abgeregelt.
An der Hinterachse arbeitet eine kompakte Einheit mit zwei Axialfluss-Motoren, die jeweils ein kompaktes Planetengetriebe haben und in einem gemeinsamen Gehäuse sitzen. Motoren und Getriebe sind ölgekühlt, zwei wassergekühlte Siliziumkarbid-Inverter bewältigen hohe Spannungen, Stromstärken und Temperaturen. Der Normverbrauch des 53ers liegt bei 21,2 kWh pro 100 Kilometer.
Batterie und Laden: 800 Volt für Tempo an der Säule

Zur Wahl stehen Batteriepakete mit 106 kWh (18 Module) oder 128 kWh (22 Module). Sie arbeiten mit 800 Volt Systemspannung und direkt gekühlten Rundzellen. Mit dem großen Paket im Unterboden sind bei zahmer Fahrweise Normreichweiten von bis zu 700 Kilometern möglich.
Schnelles Nachladen ist laut Hersteller mindestens so wichtig wie die Reichweite: Bereits der GT 53 lädt mit bis zu 600 kW, die Versionen GT 55 und GT 63 schaffen an einer passenden Säule bis zu 710 kW. Werte, die die deutsche Premium-Konkurrenz derzeit noch nicht ansatzweise mitgehen kann.
Fahrwerk: Sportlich und komfortabel zugleich

Die AMG-Techniker sind stolz auf das Fahrwerk mit variabler Nick- und Wankstabilisierung. Sie soll sportliches und zugleich betont komfortables Fahren ermöglichen. Wie gut das gelingt, lässt sich ohne Testfahrt nicht beurteilen.
Ob die Kundschaft lieber nahezu lautlos fährt oder sich künstlichen Verbrennersound zuschaltet, wird sich zeigen.
Innenraum und Platz: Fond mit mehr Höhe

Innen ähnelt das Paket der Coupélimousine mit stark konturierten Sportsitzen und sportlichen Anzeigen. Das Armaturenbrett mit den großen Displays passt aus unserer Sicht besser zum SUV als zum Viertürer. Der Radstand beträgt 3,08 Meter, wodurch im Fond mehr Platz entsteht, besonders in der Höhe. Der Laderaum fasst 607 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.740 Liter. Unter der Fronthaube liegt ein Frunk mit 78 Litern.
Ein 10,2 Zoll großes Kombiinstrument und ein 14,0 Zoll großer Zentralbildschirm sind zum Fahrer geneigt zu einer Einheit zusammengefasst. Der Beifahrer hat ein eigenes Cockpit. Als Software dient das Betriebssystem MB.OS, ergänzt durch mehrere KI-Dienste wie ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini.
Zurück zum alten AMG-Anspruch

Produziert wird das Auto in Sindelfingen, die technische Koordination liegt in Affalterbach. AMG-Chef Stefan Weckbach sagt: „Unseren Kunden bieten wir mit dem Mercedes-AMG GT SUV ein Fahrzeug, das erstmals zwei Welten in einzigartiger Weise verbindet: die rationalen Vorteile eines Full-Size-SUVs mit einem Höchstmaß an Platz, Komfort und Variabilität sowie die emotionale Sportwagen-Charakteristik eines echten AMG.“
Preis des Mercedes-AMG GT SUV
Der GT 53 ist ab der kommenden Woche bestellbar und kostet mindestens 113.050 Euro. Die deutlich stärkeren Versionen mit Axialfluss-Motoren und 816 bis 1.169 PS sollen im Frühjahr folgen. Je nach Ausstattung dürften sie über 150.000 Euro kosten.
Technische Daten: Mercedes-AMG GT SUV
- Plattform: AMG.EA
- Versionen: GT 53, GT 55, GT 63
- Länge: 5,08 Meter, Radstand 3,08 Meter
- Leistung: 400 kW (544 PS) / bis 600 kW (816 PS) / 860 kW (1.169 PS)
- Drehmoment GT 63: 2.000 Nm, Dauerleistung 530 kW (721 PS)
- Gewicht: 2,5 Tonnen (GT 53), 2,7 Tonnen (GT 63)
- 0–100 km/h (GT 63): 2,5 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (GT 53), 270 km/h abgeregelt (GT 63)
- Batterie: 106 kWh (18 Module) oder 128 kWh (22 Module), 800 Volt
- Reichweite: bis zu 700 km (Norm, große Batterie)
- Normverbrauch: 21,2 kWh/100 km
- DC-Laden: bis zu 600 kW (GT 53), bis zu 710 kW (GT 55/63)
- Laderaum: 607 bis 1.740 Liter, Frunk 78 Liter
- Displays: 10,2-Zoll-Kombiinstrument, 14,0-Zoll-Zentraldisplay, Beifahrer-Display
- Software: MB.OS, KI-Dienste ChatGPT, Microsoft Bing, Google Gemini
- Preis GT 53: ab 113.050 Euro










