
Klein aber mobil
Auf der größten Publikumsmesse Europas werden die Herstellerstände der kleinsten Autos zu gut besuchten Nebenschauplätzen.
Der Pariser Autosalon zieht innerhalb von 14 Tagen mehr als 1,2 Millionen Menschen in seinen Bann. Und das nicht nur danke der großen, schnellen und vor allem teuren Automobile. Der eine oder andere kleine, vermeintliche Nebendarsteller wird hier im Nu zum dicht umlagerten Messesternchen. Dass der Opel Adam natürlich nur auf Grund seines äußeren Erscheinungsbildes zu den Kleinen des Salons zählt ist klar, feiert er äußerst spektakulär mit vielen musikalischen und visuellen Shows seine Publikumspremiere. Ab Januar 2013 soll er zu Preisen ab 11.500 Euro als Opel-Einstiegs-Modell in Deutschland verstanden werden und dem stark angeschlagenen Konzern aus Rüsselsheim wieder in die Spur helfen.
Weitaus unbekannter ist der Izis aus dem Hause Wallys Car. Was sich im ersten Moment nach einem kleinen Roboter anhört, der die Welt vom Schrott befreit, ist in Wirklichkeit der erste und einzige Autohersteller aus dem afrikanischen Tunesien. Der in Tunis beheimatete Hersteller sieht sich selbst als Produzent von Nischenfahrzeugen mit einer Produktionsleistung von 100 bis 3.000 Einheiten jährlich. Die einem Wrangler Jeep sehr ähnlichen Frischluft-Zweisitzer sind 3,30 Meter kurz und 1,68 Meter breit. In Nordafrika und Frankreich werden die aus einer Fiberglaskarosserie bestehenden Zwerge ab 12.000 Euro verkauft. Für den Antrieb sorgt ein 1,4 Liter großer Vierzylindermotor mit 75 PS und einem maximalen Drehmoment von 118 Newtonmetern.
Ebenfalls aus einem französisch sprechenden Land, Frankreich nämlich, kommt der Leichtkraftwagen Aixam Coupé GTi. Der kleine, auch mit Rallyestreifen nicht schneller als 45 Kilometer pro Stunde fahrende Stadtflitzer verfügt über einen 0,4 Liter kleinen Zweizylinder-Dieselmotor und 5,4 PS. Mit dem Drehmoment von 14 Newtonmetern gewinnt der genau 2.995 Millimeter lange und 1,50 Meter breite Franzose zwar kein Rennen, doch liegen die Stärken des Zweisitzers in den Bereichen Wendigkeit und Platzangebot. Lediglich vier Meter benötigt der 350 Kilogramm leichte GTi zum Wenden und sein Kofferraum schluckt unglaubliche 500 Liter Gepäck. Mit seinem 16 Liter fassenden Treibstofftank und einem Dieselverbrauch von drei Litern sind bis zu 500 Kilometer am Stück möglich. Sein Preis: 14.499 Euro.
Porsche-Bruder im Geiste
Mit 2,83 Metern ganze 16,5 Zentimeter kürzer und einen Zentimeter schmaler als der Aixam ist der Dué First. Der in Frankreich ab 8.500 Euro erhältliche Miniwagen holt sich seine 5,4 Ponystärken und 17 Newtonmeter Drehmoment ebenfalls aus einem 0,5 Liter kleinen Zweizylinder-Dieselmotor. Der Spritverbrauch des wassergekühlten Dué liegt unter vier Litern auf hundert Kilometern. Wie besonders das Einstiegsmodell mit seiner zwei Jahre andauernden Herstellergarantie ist zeigt ein Blick auf die Serienausstattungsliste. Denn hier finden sich Posten wie rote Heckleuchten, Rückfahrscheinwerfer und Anzeige für Geschwindigkeit, Tank und Uhr, die unter normalen Umständen gar keine Erwähnung finden würden.
Schon allein wegen der optischen Nähe zu einem legendären Sportwagen ist der PGO Cévennes mehr als nur eine Erwähnung wert. Der dem Porsche 956 Speedster wie aus der Front geschnitten wirkende Roadster wuchtet allerdings anders als die anderen Pariser Zwerge richtig viel Leistung aus seinem Vierzylinder-Mittelmotor auf die Straße. Ganze 184 PS und 240 Newtonmeter lassen den 3,70 Meter langen und 1,74 Meter breiten Franzosen bis zu 225 Kilometer pro Stunde fahren. Im Schnitt gönnt sich der 998 Kilogramm leichte Zweisitzer 7,6 Liter und lässt sich mit Hilfe eines manuellen Sechsganggetriebes im Zaum halten. Genaue Preise für den Porsche-Bruder im Geiste sind nicht bekannt, doch dürften sie bei knapp 40.000 Euro beginnen.
Autor:Marcel Sommer, Stand: 2012-10-02 16:44:00
Fotos: Marcel Sommer









