Ein Zwillingsmodell aus der Konzernfamilie
Mit dem elektrischen Nissan Pixo bringt der japanische Hersteller einen neuen, konsequent auf Europas Städte zugeschnittenen Kleinwagen auf den Markt, der technisch eng mit dem kürzlich eingeführten Renault Twingo verwandt ist. Das Kernversprechen: ein alltagstaugliches Elektroauto ohne unnötige Komplexität, zu einem Einstiegspreis, der voraussichtlich knapp unter 20.000 Euro liegen wird.
Wer sich bei diesem Konzept an das Sprichwort vom Apfel erinnert, der nicht weit vom Stamm fällt, liegt nicht falsch: Der Pixo nutzt dieselbe Plattform, denselben Antrieb und dieselbe Batterietechnik wie sein französisches Schwestermodell, unterscheidet sich aber deutlich genug im Design, um nicht als reine Umlackierung durchzugehen.
Diese Strategie der Plattformteilung innerhalb eines Konzerns hat einen guten Grund: Mit überschaubaren zusätzlichen Kosten lässt sich bei Bedarf ein Schwestermodell ableiten, um zusätzliche Kundengruppen zu erreichen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht zur jeweils anderen Marke greifen würden. In Zeiten stetig steigender Kosten für die Entwicklung neuer Elektrofahrzeuge ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da sich Entwicklungskosten auf eine größere Stückzahl verteilen lassen.

Design: Deutliche Anleihen, aber eigenständige Details
Mit einer Länge von 3,80 Metern orientiert sich der Pixo an den Proportionen des Renault Twingo. Frontmaske, Heckleuchtenband sowie zahlreiche Designdetails innen wie außen unterscheiden die beiden Modelle jedoch deutlich voneinander. Auffällig sind zudem die Pixo-Schriftzüge im Pixel-Look, die dem Kleinwagen eine eigenständige optische Identität verleihen sollen.
Für Nissan ist die Designarbeit dabei besonders wichtig, denn der Name Pixo ist vorbelastet: Ende der 2000er Jahre gab es bereits ein Modell dieses Namens, das in Europa nur mäßigen Erfolg hatte und 2013 vom Markt genommen wurde. Das blasse Design jener ersten Generation soll mit der elektrischen Neuauflage endgültig der Vergangenheit angehören.
Anders als beim Renault Twingo, der den Vorteil genießt, in den bewährten Spuren seiner erfolgreichen Vorgängergenerationen zu rollen und damit von jahrzehntelanger Geschichte und entsprechender Kundenbindung zu profitieren, muss sich der Nissan Pixo seine Position im Markt praktisch neu erarbeiten. Die deutliche optische Differenzierung zum Twingo ist insofern nicht nur eine Designentscheidung, sondern auch ein strategisches Signal an potenzielle Käufer.

Antrieb und Akku: Bewährte Twingo-Technik
Angetrieben wird der Nissan Pixo von einem 82 PS starken Elektromotor an der Vorderachse, der von einem 27,5 kWh großen LFP-Akku (Lithium-Eisen-Phosphat) gespeist wird. Damit soll der Pixo im Normzyklus rund 260 Kilometer weit kommen, ein für diese Fahrzeugklasse solider, wenn auch nicht überragender Wert. Der Wendekreis liegt bei knapp zehn Metern, was dem Kleinwagen in Sachen Handling im dichten Stadtverkehr spürbar zugutekommen dürfte.
Die Wahl einer LFP-Batteriechemie anstelle der bei größeren Elektrofahrzeugen üblichen Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen ist für diese Fahrzeugklasse naheliegend: LFP-Akkus gelten als kostengünstiger in der Herstellung und robuster gegenüber häufigen Ladezyklen, wiegen bei gleicher Kapazität allerdings etwas mehr. Für einen kompakten Stadtwagen wie den Pixo, bei dem Anschaffungspreis und Langlebigkeit wichtiger sind als maximale Reichweite pro Kilogramm Batteriegewicht, erscheint diese Entscheidung konsequent.

Ladetempo: Ausreichend für den Alltag, kein Schnellladewunder
Beim Laden zeigt sich der Pixo allerdings zurückhaltend: Selbst am Schnelllader nimmt der Kleinwagen maximal 50 kW auf und benötigt damit knapp eine halbe Stunde, um den Akku von 15 auf 80 Prozent zu füllen. An einer Wallbox oder einem Standardanschluss lädt der Pixo mit 11 kW.
Im direkten Vergleich mit größeren, teureren Elektrofahrzeugen, die inzwischen teilweise mit 800-Volt-Architektur und Ladeleistungen von deutlich über 150 kW werben, wirkt der Pixo auf dem Papier im Hintertreffen. Für die anvisierte Zielgruppe dürfte das jedoch kaum ins Gewicht fallen: Wer einen Kleinwagen dieser Preisklasse primär für den täglichen Weg zur Arbeit, Einkaufsfahrten oder gelegentliche Kurzstrecken innerhalb der Stadt nutzt, kommt in der Regel mit einer Vollladung über Nacht an der heimischen Wallbox problemlos aus und ist auf schnelles Nachladen unterwegs nur selten angewiesen.

Innenraum: Kompakt, aber praktisch nutzbar
Der Pixo bietet Platz für bis zu vier Personen. Der Fahrer blickt dabei auf sieben Zoll große Instrumente sowie einen zehn Zoll großen Zentralbildschirm. Der Kofferraum fasst 356 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.221 Liter erweitern, ein für diese Fahrzeugklasse großzügiges Raumangebot.
Die Beschränkung auf vier statt der in dieser Klasse teilweise noch üblichen fünf Sitzplätze mag auf den ersten Blick wie ein Kompromiss wirken, dürfte in der Praxis aber kaum ins Gewicht fallen. Kleinwagen dieser Längenklasse werden ohnehin selten regelmäßig mit fünf Personen besetzt, und der Verzicht auf einen mittleren Rücksitzplatz ermöglicht in der Regel etwas mehr Komfort für die verbleibenden Passagiere auf der Rückbank.
Clíodhna Lyons, Vizepräsidentin Produkt und Marketing bei Nissan, erklärt zur Positionierung des Modells: „Der Nissan Pixo wurde speziell für Europa und seine Städte entwickelt. Er bietet alles, was Kundinnen und Kunden von einem Elektrofahrzeug erwarten – ohne unnötige Komplexität.“ Weiter betont sie: „Angesichts steigender Kraftstoffkosten bleibt unser Fokus klar: Wir bieten Kunden praktische Alternativen, mit denen sie ihre Fahrtkosten senken können.“

Preis des Nissan Pixo
Ein offizieller Preis wurde von Nissan zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommuniziert. Der Einstiegspreis dürfte nach aktuellem Kenntnisstand knapp unter 20.000 Euro liegen, eine verbindliche Bestätigung steht jedoch noch aus.
Technische Daten: Nissan Pixo
- Motor: Elektro, vorn
- Leistung: 60 kW / 82 PS
- Antrieb: Vorderrad
- Batteriepaket: 27,5 kWh (LFP, Lithium-Eisen-Phosphat)
- Reichweite: rund 260 km (Normzyklus)
- Wendekreis: knapp 10 m
- DC-Laden: max. 50 kW, 15–80 % in rund 30 Minuten
- AC-Laden: 11 kW (Wallbox/Standardanschluss)
- Länge: 3,80 m
- Sitzplätze: 4
- Kofferraum: 356 l, erweiterbar auf bis zu 1.221 l
- Preis: voraussichtlich knapp unter 20.000 Euro (noch nicht offiziell bestätigt)



