Der Vierer bekommt eine zweite Karosserievariante. Und eine Heckscheibe
Polestar erweitert sein Modell 4 um eine zweite Karosserievariante: Neben dem bisherigen Schrägheckmodell, das offiziell als Coupé firmiert, ist der Polestar 4 nun auch als SUV erhältlich. Der wichtigste optische Unterschied: Anders als beim Coupé verzichtet die neue Variante nicht auf eine klassische Heckscheibe.
Wer sich noch an die Einführung des Polestar 4 und des größeren Polestar 5 erinnert, weiß um deren auffälligstes Merkmal: Beide Modelle verzichteten auf ein Heckfenster, der Blick nach hinten erfolgte ausschließlich per Kamera. Diese Lösung stieß am Markt auf verhaltenes Interesse, trotz anerkannter Stärken des 4ers bei Antrieb, Design und Ladetechnik. Mit dem neuen SUV reagiert Polestar nun auf diese Zurückhaltung und bietet eine Karosserieform, die dem klassischen Kombi ähnelt und den Blick nach hinten ohne Kameraauge ermöglicht.

Antrieb: Gleiche Technik wie beim Coupé
Der Polestar 4 SUV wird, wie auch das Schrägheckmodell, im südkoreanischen Busan produziert und übernimmt dessen Antriebsstrang unverändert. Das Topmodell ist ein Allradler mit 400 kW (544 PS) und 686 Newtonmetern Drehmoment, kombiniert mit einer 100-kWh-Batterie, die eine Reichweite von 600 Kilometern ermöglichen soll.
Der Einstieg erfolgt, ebenfalls analog zum Coupé, über eine Version mit einem 200 kW (272 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse. Optisch lassen sich die beiden Antriebsvarianten im Innenraum unter anderem an güldenen Sicherheitsgurten sowie einer Applikation am zentralen Drehregler in der Mittelkonsole unterscheiden.

Ladetechnik: 400-Volt-Bordnetz mit Camping-Mode und bidirektionalem Laden
Beim Bordnetz setzt Polestar beim Vierer-Modell unverändert auf eine 400-Volt-Architektur, wodurch die maximale DC-Schnellladeleistung auf 200 kW begrenzt bleibt. Ein Wert, den viele Wettbewerber mit 800-Volt-Systemen inzwischen übertreffen. An einer Wallbox lässt sich das Fahrzeug immerhin mit bis zu 22 kW Wechselstrom laden. Neu hinzugekommen sind ein Camping-Mode sowie die Möglichkeit zum bidirektionalen Laden, mit dem sich externe Verbraucher aus der Fahrzeugbatterie versorgen lassen.

Innenraum und Kofferraum: Deutlich mehr Alltagsnutzen
Der wohl praktischste Vorteil des SUV gegenüber dem Coupé liegt im variablen Kofferraum: Das Ladeabteil fasst grundsätzlich 530 Liter und lässt sich durch Umlegen der im Verhältnis 40:60 teilbaren Rückbank auf bis zu 1.680 Liter erweitern. Damit positioniert sich der Polestar 4 SUV deutlich familientauglicher als das bisherige Schrägheckmodell.
Fahrwerk: Verfeinerte Abstimmung für mehr Präzision
Das Fahrwerk des SUV wurde gegenüber dem Coupé angepasst. „Der Polestar 4 SUV baut auf dem dynamischen Fundament des Polestar 4 Coupé auf. Mit einer verfeinerten Fahrwerksabstimmung und einem noch direkteren Lenkverhalten bietet er das Vertrauen, die Präzision und die Fahrdynamik, die Polestar-Kunden erwarten – unter allen Fahrbedingungen“, erläutert Joakim Rydholm, Head of Driving Dynamics bei Polestar.

Preis des Polestar 4 SUV
Der Polestar 4 SUV startet in der Basisversion mit Hinterradantrieb bei 57.900 Euro. Das Topmodell mit Allradantrieb, 400 kW Leistung und 100-kWh-Batterie ist ab 65.900 Euro erhältlich.
Fazit
Mit dem SUV bietet Polestar seinem Vierer-Modell erstmals eine Karosserievariante mit klassischer Heckscheibe und deutlich größerem, variablem Stauraum. Technisch bleibt der Wagen dem Coupé treu. Trotzdem dürfte der Neue für mehr Gefallen bei den Kunden sorgen, als der unkonventionelle Bruder.
Technische Daten: Polestar 4 SUV
- Karosserie: SUV/Kombi-Variante des Polestar 4 (Coupé-Modell weiterhin erhältlich)
- Produktion: Busan, Südkorea
- Topmodell (Allrad): 400 kW / 544 PS, 686 Nm
- Einstiegsmodell (Heckantrieb): 200 kW / 272 PS
- Batterie (Topmodell): 100 kWh
- Reichweite (Topmodell): bis zu 600 km
- Bordnetz: 400 Volt
- Max. DC-Ladeleistung: 200 kW
- Max. AC-Ladeleistung (Wallbox): 22 kW
- Zusatzfunktionen: Camping-Mode, bidirektionales Laden
- Kofferraumvolumen: 530–1.680 l (Rückbank 40:60 teilbar)
- Preis: ab 57.900 Euro (Basis) / ab 65.900 Euro (Topmodell)















