
Fit für die City
Immer mehr elektrische Transporter bevölkern europäische Innenstädte. Keine Überraschung, dass mit dem Ford E-Transit nunmehr einer der erfolgreichsten Vans auf den Elektroantrieb umsattelt.
Ähnlich wie Fiat Ducato oder Mercedes Sprinter ist ab sofort auch der Ford Transit als Elektromodell zu bekommen. Der Transporter wird im türkischen Stammwerk Otosan in Kocaeli gefertigt. Die ersten 5.000 Exemplare des elektrischen Transits wurden von Kunden bestellt und so läuft die Fertigung mit voller Auslastung. „Das Kocaeli-Werk von Ford Otosan ist das Herz der Transit-Produktion in Europa und die Feierlichkeiten zum Produktionsstart des vollelektrischen E-Transit läuten das nächste Kapitel in unserer starken Partnerschaft ein“, so Hans Schep, General Manager von Ford Pro in Europa, „dies ist ein großer Transformationsschritt am Standort Kocaeli, hin zu einem bedeutenden Zentrum zur Herstellung von elektrifizierten Ford- Nutzfahrzeugen für europäische Märkte.“ Bis 2024 wird der E-Transit durch vier weitere neue vollelektrische Modelle der Transit-Familie ergänzt.
Angetrieben wird der E-Transit von einem Elektromotor, der wahlweise 135 kW / 184 PS oder 198 kW / 269 PS leistet. Die Motoren mit einem maximalen Drehmoment von 430 Nm wird von einem Batteriepaket mit einer Bruttokapazität von 77 kWh, aus der 68 kWh genutzt werden können. Die maximale Reichweite bis zum nächsten Nachladen liegt bei knapp 320 Kilometern. Das Akkupaket des E-Transit ist unter dem Laderaum verbaut, so dass sich für die Kastenwagen-Versionen ein Laderaum-Volumen von bis zu 15,1 Kubikmetern realisieren lässt – genauso viel wie der Transit als Kastenwagen-Diesel mit Heckantrieb. Der Fahrzeug-Onboard-Charger unterstützt dreiphasiges Wechselstromladen an einer Wallbox mit einer Ladeleistung von bis zu 11,3 kW und kann die Fahrzeugbatterie innerhalb von 8,2 Stunden vollständig aufladen. Sinnvoller ist das Gleichstrom-Schnellladen mit einer Ladeleistung von bis zu 115 kW. Die Batterie erstarkt dann in rund 30 Minuten von 15 auf 80 Prozent.
Mit dem Ford E-Transit ist nach Fiat Ducato und Mercedes eSprinter nunmehr das dritte europäische Van-Volumenmodell als Elektromodell. Die Nutzfahrzeugabteilung Ford Pro umfasst Software-, Lade-, Wartungs- und Finanzierungslösungen, um Kosten zu senken und die Betriebszeit von Nutzfahrzeugen zu erhöhen. „Die Produktion des E-Transit in unserem Werk in Kocaeli, welches zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird, erfüllt uns mit großem Stolz. Wir verstehen den Fertigungsbeginn als echten Meilenstein und wir sehen, dass wir eine zunehmend relevante Rolle in der Elektrifizierungsstrategie von Ford einnehmen“, sagte Güven Özyurt, General Manager von Ford Otosan, „wir glauben, dass mit der Elektrifizierung des legendären Transit-Modells ein wichtiger technologischer Schritt erfolgt ist und dass sich Ford Otosan zu einer zentralen Produktionsbasis für elektrifizierte Nutzfahrzeuge in Europa entwickeln kann.“
Um die wachsende Nachfrage nach elektrifizierten Modellen zu decken, investiert Ford Otosan derzeit zwei Milliarden Euro in den türkischen Standort und erhöht die Anzahl der Beschäftigten um rund 3.000 Mitarbeiter. Ziel ist die generelle Erhöhung der Produktionskapazität, gerade auch hinsichtlich des Ford Transit Custom der nächsten Generation. Ford, SK On Co. und Koç Holding wollen eine der größten Batterieanlagen für Elektroautos in Europa errichten. Die Produktion soll Mitte des Jahrzehnts mit einer jährlichen Kapazität von 30 bis 45 Gigawattstunden beginnen. Ganz neu ist der Ford E-Transit auf dem Transporter- und Vanmarkt nicht mehr. Bereits seit einigen Monaten wurden verschiedene Testfahrzeuge an Flottenkunden aus Paketdiensten und Versorgungsunternehmen in mehreren europäischen Ländern geliefert, um reale Alltagsinformationen zu bekommen. Der Kastenwagen mit Einzelkabine, L2-Radstand und 135 kW / 184 PS startet bei 66.456 Euro und die der E-Transit-Kastenwagen kostet mindestens 68.955 Euro.
Autor:Patrick Solberg, Stand: 2022-04-08 18:29:00
Fotos: Ford









