Neuvorstellung: BMW 3er 

Der BMW 3er G50 kommt ohne Diesel, dafür mit Drift-Modus im M350. Die Neuvorstellung zeigt Motoren, Technik und Preise im Detail.

Die achte Generation der Ikone

Mit dem BMW 3er der Generation G50 bringt der Münchner Hersteller die achte Auflage seines wohl bekanntesten Modells auf den Markt. Rund ein halbes Jahr nach dem elektrischen Schwestermodell i3, das bereits im März vorgestellt wurde, folgt nun die Verbrenner-Version mit deutlich eigenständigerem Charakter als bei anderen BMW-Geschwisterpaaren.

Wer beim Blick auf i3 und 3er auf den ersten Blick Verwechslungen befürchtet, wird bei genauerem Hinsehen überrascht: Anders als den großen Brüdern 5er und 7er mit ihren i5 und i7-Pendants unterscheiden sich die beiden 3er-Varianten technisch deutlich.

Design: Längere Haube statt Riesen-Akku

Während der i3 aufgrund der Batterie höher baut, benötigt der Verbrenner-3er Platz für seine Vier- und Sechszylindermotoren, was sich in einer längeren Motorhaube und entsprechend längeren vorderen Kotflügeln niederschlägt. Der Radstand fällt gegenüber dem i3 kürzer aus, die Überhänge länger, die Karosserie insgesamt flacher, ergänzt um größere Lufteinlässe an der Front. Am Heck kommen sehr breite, sehr dünne Rückleuchten zum Einsatz, ein Designelement, das kontrovers diskutiert werden dürfte. Beim M350 xDrive, der als einzige Variante beim ersten Fototermin zu sehen war, sorgen vier Endrohre sowie eine Spoilerlippe am Kofferraumdeckel für zusätzliche sportliche Akzente.

In den Abmessungen ist der neue 3er gegenüber dem Vorgänger gewachsen: 4.765 statt 4.713 Millimeter Länge, 1.850 statt 1.827 Millimeter Breite, 1.455 statt 1.448 Millimeter Höhe sowie 2.860 statt 2.851 Millimeter Radstand. Zum Vergleich misst der i3 4.760 Millimeter in der Länge, 1.865 Millimeter in der Breite, 1.480 Millimeter in der Höhe und 2.897 Millimeter im Radstand. Die Räder messen je nach Ausstattung zwischen 18 und 20 Zoll, das Fotomodell trug 20-Zoll-Räder mit 235er-Reifen vorne und 245er-Reifen hinten; für den M350 ist zusätzlich ein Sportreifen mit 275er-Hinterreifen erhältlich. Verbrenner- und Elektroversion teilen sich zudem dieselben, bündig verbauten Türgriffe.

Fahrwerk: Bewährtes Layout mit optionalem M-Fahrwerk

Der 3er behält das Grundlayout seines Vorgängers mit Doppelgelenk-Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse bei. Neben dem serienmäßigen Stahlfederfahrwerk stehen gegen Aufpreis ein Adaptivfahrwerk sowie das sportlichere adaptive M-Fahrwerk zur Verfügung, Letzteres ist beim M350 xDrive bereits Serienausstattung.

Antrieb: Kein Diesel mehr, dafür ein Drift-Modus im M350

Der 3,0-Liter-Sechszylinder-Mildhybrid im BMW M350 xDrive leistet in der neuesten Ausbaustufe 443 PS und 580 Newtonmeter, ein Zuwachs von 69 PS gegenüber dem bisherigen M340i, unter anderem durch neue Abgasturbolader ermöglicht. Erstmals verfügt damit auch ein M-Performance-Modell unterhalb des eigentlichen M3 über einen Drift-Modus: Per Knopfdruck lässt sich die Vorderachse abkoppeln, sodass das Fahrzeug rein hinterradgetrieben und damit gezielt driftbar wird.

Ein Diesel wird für den neuen 3er dagegen nicht mehr angeboten, und nach Angaben von BMW soll dies vorerst auch so bleiben. Für die Einstiegsversionen stehen der BMW 318 mit 156 PS sowie der BMW 320 mit 211 PS zur Verfügung, beide als 2,0-Liter-Vierzylinder-Mildhybrid mit serienmäßiger Achtgang-Automatik und Hinterradantrieb, jeweils ohne das für die Elektroversion reservierte „i“ im Namen.

Im Laufe des Jahres 2027 soll ein Plug-in-Hybrid das Antriebsportfolio ergänzen, vermutlich in Form eines 330e mit rund 300 PS; eine offizielle Bestätigung dieser Werte steht noch aus. Zu den beiden Elektroversionen i3 40 xDrive (374 PS) und i3 50 xDrive (469 PS) soll zudem ein elektrisches M-Performance-Modell namens i3 M60 xDrive hinzukommen, für das BMW noch keine technischen Daten veröffentlicht hat; orientiert am größeren Schwestermodell i5 M60 xDrive könnten rund 600 PS realistisch sein. Für den kommenden M3 ist sowohl eine Sechszylinder-Biturbo-Variante als auch erstmals eine vollelektrische Version mit vier E-Motoren vorgesehen.

Technische Daten: BMW 3er (318 / 320 / M350 xDrive)

  • BMW 318: 4-Zylinder-Turbo, 1.998 cm³, Hinterradantrieb, 156 PS / 250 Nm, 0–100 km/h in 9,5 s, Höchstgeschwindigkeit 215 km/h, WLTP-Verbrauch 7,5 l
  • BMW 320: 4-Zylinder-Turbo, 1.998 cm³, Hinterradantrieb, 211 PS / 330 Nm, 0–100 km/h in 7,4 s, Höchstgeschwindigkeit 240 km/h, WLTP-Verbrauch 7,5 l
  • BMW M350 xDrive: 6-Zylinder-Turbo, 2.998 cm³, Allradantrieb, 443 PS / 580 Nm, 0–100 km/h in 4,1 s, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, WLTP-Verbrauch 8,2 l

Innenraum: Konsequente Fortsetzung der Neue-Klasse-Bedienphilosophie

Im Innenraum führt BMW die aus dem i3 bekannte Gestaltung der Neuen Klasse konsequent fort. Herzstück ist das neue BMW Panoramic iDrive, bestehend aus vier Elementen: dem BMW Panoramic Vision, das Informationen über die gesamte untere Breite der Windschutzscheibe projiziert, wobei fahrrelevante Angaben direkt im Sichtfeld des Fahrers erscheinen, dem optionalen 3D-Head-up-Display für räumlich projizierte Navigations- und Assistenzhinweise, dem 17,9 Zoll großen, leicht zum Fahrer angewinkelten Zentraldisplay im Free-Cut-Design sowie dem neuen Multifunktionslenkrad mit zahlreichen kapazitiven Tastern. Physische Bedienelemente bleiben ergänzend erhalten, etwa Lautstärkeregler und Fahrstufenschalter in der Mittelkonsole, der klassische Dreh-Drück-Steller entfällt hingegen. Apple CarPlay und Android Auto sind kabellos serienmäßig integriert.

Als Betriebssystem kommt BMW Operating System X zum Einsatz, dessen kontextabhängiger Funktionsumfang sich per Update erweitern lässt und unter anderem BMW Maps, Apps sowie Video- und Gaming-Angebote umfasst. Der BMW Intelligent Personal Assistant soll dank Integration generativer KI auf Basis von Amazon Alexa+ natürlichere Sprachdialoge ermöglichen.

Assistenzsysteme: Freihändig bis 130 km/h

Der neue 3er setzt auf die BMW-Architektur Symbiotic Drive. Der optionale Driving Assistant Plus übernimmt Geschwindigkeits- und Abstandsregelung sowie Spurhalteunterstützung. Der Autobahn- beziehungsweise Autobahn- und City-Assistent ermöglicht freihändiges Fahren bis 130 km/h. Ab 2027 sollen bei aktiver Navigation zusätzlich teilautomatisierte Manöver im Stadtverkehr möglich werden, etwa bei Abbiegevorgängen, Kreisverkehren und Spurwechseln.

Platzangebot: Klassische Limousine mit leicht reduziertem Kofferraum

Der 3er bleibt beim Raumkonzept eine klassische Limousine mit eher passablen als üppigen Platzverhältnissen. Der Kofferraum des Verbrenners fasst 450 Liter, 30 Liter mehr als beim i3, gleichzeitig aber 30 Liter weniger als beim Vorgänger G20 mit seinen 480 Litern. Die Rückbank lässt sich bei allen Antriebsvarianten im Verhältnis 40:20:40 umlegen.

Für die individuelle Gestaltung bietet BMW vier Interieurwelten an: „Essential“ mit Stoff aus Recyclingmaterial, „Contemporary“ mit Kunstleder in verschiedenen Farben, die BMW-M-Ausführung mit einer Kombination aus Kunstleder und Mikrofaser im Alcantara-Look, kombinierbar mit M-Sportsitzen, sowie BMW Individual mit echtem Merinoleder als oberste Stufe. Insgesamt stehen drei Sitzvarianten zur Wahl, ein optionaler Multifunktionssitz verfügt zusätzlich über eine Massagefunktion.

Preis des BMW 3er

Der neue BMW 318 startet in Deutschland bei 49.900 Euro, gegenüber 47.000 Euro beim aktuellen Vorgängermodell. Der 320 kostet ab 54.900 Euro, zuvor waren es 52.800 Euro. Der M350 xDrive startet bei 80.900 Euro, gegenüber 77.500 Euro beim bisherigen 340i. Bestellbar ist der 3er ab sofort, die Auslieferungen beginnen Anfang 2027.

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