
Das andere T
Der Mercedes Citan bekommt einen edlen Bruder für die trendige Familie. Wer partout keinen SUV fahren will, kann sich ab sofort die Mercedes T-Klasse gönnen. Das Zwillingsmodell des Renault Kangoo will mit seinem variablen Platzangebot und einem Preis von unter 30.000 Euro neue Kunden gewinnen.
Als Mercedes in den 1970er Jahren sein erstes T-Modell herausbrachte, schauten nicht nur die deutschen Konkurrenten überrascht nach Stuttgart. Ein Transporter – elegant wie die Mercedes-Limousine der damaligen Generation W123 mit einem schicken Kombiheck und ungeahnter Flexibilität – das hatte es in dieser Liga bisher nicht gegeben. Bis heute sind die Kombiversionen im Hause Mercedes als T-Modelle bekannt und gerade die E-Klasse als Kombi beliebt. Jetzt gibt es eine echte T- Klasse – geräumiger und flexibler als je zuvor. Diese Mercedes T-Klasse ist die Privatkundenversion des gewerblichen Mercedes Citan und der wiederum das Zwillingsmodell von Renault Kangoo und Nissan Townstar. Zunächst kommt die T-Klasse nur mit Verbrennermotoren, doch Ende des Jahres soll auch ein elektrischer Mercedes EQT seine Premiere feiern.
„Mit der neuen T-Klasse erweitern wir unser Portfolio um einen echten Premium-Small-Van, der wie kein anderes Fahrzeug in diesem Segment Raumangebot und Funktionalität mit Stil und Komfort verbindet“, sagt Mathias Geisen, Leiter Mercedes-Benz Vans. „Die T Klasse ist perfekt für alle, die ausreichend Platz brauchen – von aktiven Familien bis hin zu Sportbegeisterten. Damit setzen wir unseren strategischen Wachstumskurs in Premiumsegmenten konsequent fort.“
Das Motorenangebot ist selbst für dieses preissensitive Segment ungewöhnlich überschaubar und mag so gar nicht zu der mittlerweile ausgerufenen Luxusstrategie von Mercedes passen. So ist der französisch-deutsche Hochdachkombi mit zwei Diesel- und einem Benzinmotor zu bekommen. Die Diesel des Mercedes T 160d / 180d leisten überschaubare 70 kW / 95 PS beziehungsweise 85 kW / 116 PS. Der Benziner des T 160 liegt mit 75 kW / 102 PS noch dazwischen. Keine Überraschung, dass deshalb viele potenzielle Kunden auf die Elektroversion des Mercedes EQT warten werden, der 90 kW / 122 PS leistet, jedoch nur 130 km/h schnell fahren darf und damit für Langstreckenfahrten nur sehr eingeschränkt nutzbar ist. Das gilt auch für die elektrische Reichweite von maximal 300 Kilometern, die für die meisten Kunden im Cityumfeld jedoch ausreichen sollte. Ärgerlicher da schon die maximale Ladestärke von 80 kWh, wodurch sich der 45-kWh-Akku im Unterboden auf 80 Prozent in rund 40 Minuten erstarken lässt.
Zunächst ist die ab knapp 30.000 Euro teure Mercedes T-Klasse nur mit normalem Radstand zu bekommen und somit 4,50 Meter lang. Im kommenden Jahr folgt eine Version mit langem Radstand und bis zu sieben Sitzplätzen, die rund 40 Zentimeter länger ist. Praktisch sind bei allen Modellen die beiden großen Schiebetüren und die mächtige Heckklappe, die sich jedoch jeweils nicht elektrisch bedienen lassen. Immerhin: die Ladekante hat nur eine Höhe von 56 Zentimetern. Ebenfalls Serie – die vielfältigen Sitzkonfigurationen und ein Laderaum, der sich mit wenigen Handgriffen von rund 750 auf bis zu 3.500 Liter erweitert lässt. Zusätzlich befinden sich verschiedene Staufächer mit insgesamt knapp 50 Liter Volumen im Bereich der Vorder- und Rücksitze. Die maximale Ladelänge liegt bei 1,80 Metern.
Autor:Stefan Grundhoff, Stuttgart, Stand: 2022-04-27 06:01:00
Fotos: Mercedes










