Übernahmegerüchte: Ruf dementiert deutlich
Rund um die Vorstellung des Ehra kursierten zudem Berichte über ein mögliches Übernahmeinteresse seitens Porsche. Demnach soll der neue Porsche-Chef Michael Leiters zunächst bei Singer Vehicles nach einer Übernahme angefragt haben, bevor er sich Berichten zufolge in der Folge der Absage der Amerikaner an Ruf gewandt haben soll. Alois Ruf bestätigte diese Gespräche im Detail nicht, wies entsprechende Berichte in einem offiziellen Statement jedoch klar zurück: „RUF is not for sale, and reports suggesting otherwise are false. RUF Automobile remains proudly family-owned and operated, as it has throughout its history. Our independence is fundamental to who we are as a company and has allowed us to pursue our own vision of engineering, performance and craftsmanship for generations.“ Das Unternehmen bleibt damit nach eigenen Angaben vollständig familiengeführt und unabhängig.
Unabhängigkeit: Mit eigener Chassisnummer
Denn die Unabhägigkeit von Ruf Automobile war immer eines der größte Trümpfe der Allgäuer. Und auch beim neuen Ruf Ehra bleibt das so, der trotz optischer Nähe zum Porsche 911 Turbo eine vollständige Eigenkonstruktion darstellt. Das seit 1981 als Automobilhersteller anerkannte Unternehmen setzt in seinem neuesten Wurf auf 478 kW / 650 PS aus einem eigenen Biturbo-Boxermotor sowie einen schaltbaren Allradantrieb.

Übrigens: Anders als zahlreiche Restomod-Anbieter, die bestehende 911er unter Beibehaltung der originalen Chassisnummer umbauen, produziert Ruf Automobile eigenständige Fahrzeuge mit eigener, mit „W09″ beginnender Chassisnummer. In den ersten Jahrzehnten war das Unternehmen noch stark von der Zulieferung durch das Porsche-Werk abhängig. Mit dem 2007 vorgestellten CTR3, dessen vordere Karosseriepartie noch auf dem 911 basierte, während das Heck eine komplette Neukonstruktion darstellte, vollendete man die Emanzipation. Seit dem CTR Anniversary von 2017 kommt die Baureihe praktisch vollständig ohne wesentliche Porsche-Bauteile aus.
Design: Breiter, aber ohne grossen Heckflügel

Im Vergleich zum CTR Anniversary ist der Ehra deutlich in die Breite gegangen: vorne um 58 Millimeter, hinten um 54 Millimeter. Neu gestaltete Front- und Heckelemente sowie grosse seitliche Belüftungskanäle sollen Aerodynamik, Kühlung und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten verbessern, ergänzt um einen ausfahrbaren Carbon-Spoiler am Heck. Auf einen überdimensionierten festen Heckflügel verzichtet Ruf bewusst. Neue 5-Speichen-Felgen mit Zentralverschluss runden das Erscheinungsbild ab.
Karosserie: Leichtbau mit Carbon-Monocoque

Dank eines leichten Monocoques sowie einer Karosserie aus Carbon bringt der Ehra trotz der gewachsenen Breite nur 1.325 Kilogramm auf die Waage. Das adaptive Fahrwerk basiert rundum auf Doppelquerlenkern mit jeweils einer horizontal angeordneten Pushrod-Feder-Dämpfer-Einheit.
Antrieb: 650 PS mit schaltbarem Allrad
Für den Vortrieb sorgt ein 3,6-Liter-Biturbo-Boxermotor mit 478 kW / 650 PS und einem maximalen Drehmoment von 900 Nm. Die Kraftübertragung übernimmt ein manuelles 7-Gang-Getriebe in Kombination mit einem von Ruf selbst entwickelten, variablen und vollständig ausschaltbaren Allradantrieb.

Genau dieser Allradantrieb gilt als zentrales technisches Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem „offiziellen“ Porsche 911 Turbo. Der Hersteller nennt für den Ehra eine Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h sowie eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden. Angaben zu Verbrauch, WLTP-Werten oder einer Alltagsprognose liegen nicht vor. Da es sich um ein reines Verbrennerfahrzeug ohne jede Elektrifizierung handelt, entfallen auch Angaben zu Ladeleistung oder Ladezeit vollständig.
Historischer Bezug: Tribut an den Yellowbird
Der Modellname bezieht sich auf die VW-Teststrecke Ehra-Lessien, auf der der frühere Formel-1-Weltmeister Phil Hill 1987 mit dem als „Yellowbird“ bekannten Ruf CTR eine Geschwindigkeit von 339,8 km/h erreichte. Der neue Ehra erhebt laut Hersteller keinen Anspruch auf einen neuen Rekord, orientiert sich mit den genannten 340 km/h Höchstgeschwindigkeit aber erkennbar an dieser historischen Bestmarke.
Preis des Ruf Ehra
Ein Preis wurde bislang nicht kommuniziert. Ebenfalls unklar ist, ob der Ehra in limitierter Stückzahl aufgelegt wird. Fest steht dagegen, dass das Modell nicht über das Porsche-Händlernetz vertrieben wird.
Technische Daten: Ruf Ehra
- Hersteller: Ruf Automobile (eigenständiger Automobilhersteller seit 1981)
- Basis: vollständige Eigenkonstruktion, eigene Chassisnummer (Beginn „W09″)
- Motor: 3,6-Liter-Biturbo-Boxer
- Leistung: 478 kW / 650 PS
- Drehmoment: 900 Nm
- Getriebe: manuelles 7-Gang-Getriebe
- Antrieb: variabler, vollständig ausschaltbarer Allradantrieb (Eigenentwicklung)
- Beschleunigung 0–100 km/h: 3,3 s
- Höchstgeschwindigkeit: 340 km/h
- Gewicht: 1.325 kg
- Karosserie: Carbon, leichtes Monocoque
- Breite gegenüber CTR Anniversary: +58 mm vorne, +54 mm hinten
- Fahrwerk: Doppelquerlenker rundum, horizontale Pushrod-Feder-Dämpfer-Einheiten
- Felgen: 5-Speichen-Design mit Zentralverschluss
- Grundpreis: noch nicht veröffentlicht

















