News: Ausblick auf die neue Alpine A 110 Elektro

Hoffen auf Hochspannung

Bisher gibt es nur wenige Sportwagen, die mit einem reinen Elektroantrieb die Herzen ihrer Fans eroberten. Auch Alpine ließ seinen A 110 auslaufen und steigt ab kommendem Jahr auf einen Elektroantrieb um. Eine Herausforderung – nicht allein für die Techniker.

Der erste große Auftritt war allemal standesgemäß. Die Julisonne strahlte vom südenglischen Himmel als Formel-1-Pilot Pierre Gasly mit dem Duke of Richmond auf dem Beifahrersitz mit dem grau beklebten Prototypen des Alpine A 110 Future als eines der ersten Fahrzeuge den imageträchtigen Hill Climb von Goodwood empordonnerte. Die offizielle Premiere für den Elektro-Alpine – bei der größten automobilen Gartenparty Europas, dem seit 1993 veranstalteten Festival of Speed in der Nähe von Chichester. Wer in Sachen Klassiker oder Sportwagen etwas auf sich hält, besucht jedes Jahr im Sommer die schmucken Latifundien des Duke of Richmond, der es seit Anfang der 2000er Jahre schaffte, das Festival zu einem festen Termin in jedem Autokalender werden zu lassen. Mittlerweile ist das FoS die letzte große verbliebene Automesse in Großbritannien – unter freiem Himmel und mit stattlichem Invest der Industrie.

Viele Autohersteller lassen hier ihre Klassiker durch den Park rasen oder geheime Prototypen den Hill Climb heraufdonnern – ohne sportlichen Wert, aber mit jeder Menge internationaler Aufmerksamkeit. Einer der zahlreichen Entwicklungsträger in diesem Jahr der Alpina A 110 Future, der mehr sein soll als ein reines Showcar, sondern einen seriennahen Ausblick auf die dritte Generation des A 110 gibt, die im kommenden Jahr ihre Premiere feiern dürfte. Der Sprung in die Zukunft ist für die Markenverantwortlichen in der Zentrale im westfranzösischen La Dieppe alles andere als einfach, denn der neue A 110 wird im Gegensatz zum Vorgänger keinen leistungsstarken Vierzylinder-Turbo bekommen, sondern einen Elektroantrieb. 

Der kommende 110er ist auf der neu entwickelten Performance Plattform unterwegs, die gleich mehreren Alpine-Modellen eine Heimat geben soll – unter anderem auch dem Zweisitzer-Sportwagen A 110. Der Elektromotor im Heck wird dabei von einem auf Front und Heck aufgeteilten Doppelakku mit Energie versorgt, der die Bodengruppe und damit auch die Dachlinie betont flach hält. Das sorgt neben einer ausgewogenen Gewichtsverteilung für eine tiefe Sitzposition, das entsprechende Fahrgefühl und einen besonders tiefen Schwerpunkt. Das 800-Volt-Batteriesystem verteilt seine Energie zu 25 Prozent nach vorne und zu 75 Prozent nach hinten, wobei das Akkupaket die sogenannte „Cell-to-Pack“-Technologie nutzt, bei der die Batterie in zwei Ebenen in einem Gehäuse aus Aluminium-Hochdruckguss untergebracht ist, was zur strukturellen Steifigkeit des Fahrzeugs beiträgt.

Der elektrische Antriebsstrang des Alpine A 110 verfügt über zwei Motoren an der Hinterachse, die durch ein vernetztes Torque-Vectoring-System für eine maximale Agilität sorgen sollen, indem Lastwechsel und Drehmoment beim Beschleunigen und Gaswegnehmen gesteuert werden. Die Plattform ermöglicht jedoch auch einen Antrieb mit einer zusätzlichen E-Maschine an der Vorderachse – insbesondere für größere oder leistungsstärkere Versionen interessant. Das Leistungsspektrum der kommenden Elektro-Alpine dürfte deutlich über der mittlerweile ausgelaufenen Verbrennerversion liegen, die maximal 221 kW / 300 PS leistete und gerade einmal 1,1 Tonnen schwer bis zu 275 km/h schnell war. Da gibt es noch einiges an Arbeit für die Entwickler. Pierre Gasly: „Mit der Fahrt den Goodwood Hill hinauf gehöre ich zu den ersten, die die neue Alpine A110 Future und damit die Zukunft von Alpine fahren durften – einfach großartig. Alpine zeigt, dass ein elektrischer Sportwagen leicht und agil sein und wirklich Spaß machen kann.“

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