Neuvorstellung: Xpeng L03

Neue Gefahr

Xpeng hätte seinen neuen Mittelklasse-Crossover in vielen Regionen enthüllen können, doch es gibt einen Großevent in München – mit 1.500 Personen. Ein Auftritt im Herzen der europäischen Autoindustrie, der zeigt, dass die hiesigen Marken aus China einen Sturm erwarten dürfen.

Sprechen Autofans von chinesischen Herstellern, dann geht es zumeist um BYD oder MG; manchmal fallen noch die Namen Geely, Leapmotor oder Great Wall. Xpeng hat sich trotz steigender Verkäufe noch nicht in viele Köpfe fahren können und die größeren Modelle wie G6 / G9, P7 oder der Business-Van X9 machten insbesondere durch imposante Ladetempi und komplette Komfortausstattungen von sich reden. Das ändert sich ab heute, denn der neue Xpeng L03 ist so unspektakulär, dass er Massenmarken wie Volkswagen, Hyundai, Skoda, Renault, Opel oder Kia allemal schlaflose Nächte bereiten könnte.

Es ist nicht das L03-Design mit seinen weich fließenden Formen, der leicht abfallenden Dachlinie oder die 18-Zöller, die sich beim Topmodell in 20-Zöller wandeln. Es sind auch nicht die technischen Daten, denn die Basisversion lockt mit einem 180 kW / 245 PS starken Elektromotor an der Hinterachse oder als 285 kW / 387 PS starker Allradler. Das kann die Konkurrenz aus Deutschland, Frankreich, Südkorea oder Japan auch – und zwar zugegeben recht gut. Die beiden Akkupakete, mit denen der Xpeng L03 auf den europäischen Markt rollt, haben Größen von 58 oder 71 kWh und sorgen damit für Reichweiten von 445 oder 520 Kilometern. Wirklich viel ist das für einen elektrischen Mittelklasse-Crossover, der im vierten Quartal auf die Märkte rollt, zugegeben nicht. Schon gar nicht nach chinesischen Maßstäben. 

Doch das Gesamtpaket des neuen Xpeng L03 ist eindrucksvoll, denn trotz der 400-Volt-Plattform lädt der 4,65 Meter lange Elektro-Crossover mit bis zu 238 kW. Um das LFP-Batteriepaket im Unterboden auf von 10 auf 80 Prozent erstarken zu lassen, vergehen gerade einmal 20 Minuten. Da haben Wettbewerber wie VW ID4 / ID5, Skoda Enyaq, Kia EV5 oder der Hyundai Ioniq 5 kaum etwas entgegenzusetzen – schon gar nicht zu Preisen ab 35.600 Euro – inkl. einer unverändert sehr guten Serienausstattung. Dafür kann man sich auch den neuen VW ID Cross in die eigene Einfahrt holen – gerade einmal 4,15 Meter lang, zwei Klassen kleiner und deutlich schlecht ausgestattet. Kia lässt seinen EV5 als Basisversion bei 45.000 Euro starten und auch ein karg ausstaffierter Skoda Enyaq 60 ist bereits rund 10.000 Euro teurer als der Xpeng L03. Wer mehr Reichweite für seinen L03 will, der kann den China-Crossover für 38.600 Euro auch mit einem Range Extender ordern. Dann versorgt ein 1,5 Liter großer Benzinmotor einen 37-Kwh-Akku mit Energie und der treibt die Hinterachse an – bis zu 1.000 Kilometer weit – 200 km davon rein elektrisch. 

„Mit dem neuen Xpeng L03 offerieren wir ein kompakteres und preislich attraktives Einstiegsmodell, das unsere Markentugenden unterstützt. So bietet auch das neue SUV-Coupé ein progressives und sportliches Design, eine hochwertige Komfort- und Sicherheitsausstattung sowie einen kraftvollen Elektroantrieb mit einer für diese Fahrzeugklasse ausgezeichneten Ladegeschwindigkeit“, erläutert Markus Schrick, Geschäftsführer der Xpeng-Vertriebsregion Central Europe. Innen bietet der Konkurrent des VW ID5 Dank 2,85 Metern Radstand ein überraschend gutes Platzangebot vorne wie auch hinten. Die vorderen Insassen blicken von weichen Komfortstühlen mit Massage und Klimatisierung auf zwei 8,8 und 15,6 Zoll große Bildschirme nebst großem Head-Up-Display, während der puristische Charme anderer China-Crossover auch den L03 eingenommen hat. Oberflächen präsentieren sich weich unterschäumt, wobei Sitze und Verkleidungen einen Plastikcharme verbreiten, der nicht allen Kunden gefallen dürfte. Sehr angenehm lässt es sich auch im Fond sitzen, wo selbst zwei groß gewachsene Personen ausreichend Platz für Kopf und Beine finden. Hinter der sich elektrischen Heckklappe bietet der aktuell kleinste Xpeng einen Laderaum von 539 Litern, der sich durch Umlegen der Rücksitze oder den 102 Liter großen Frunk noch erweitern lässt.

Wahlweise ist der Xpeng L03 mit Hinterrad- oder Allradantrieb zu bekommen. Die Basisvariante bietet für 35.600 Euro einen 180 kW / 245 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, der von einer allerdings nur 58 kWh großen Batterie mit Energie gespeist wird und mit seinem Normverbrauch von 15,3 kWh / 100 km nach 445 Kilometern wieder an die Ladesäule muss. Für teure 3.000 Euro Aufpreis gibt es durch den 71-kWh-Akku immerhin 520 Kilometer. Die Allradversion des Xpeng L03 AWD Performance mit 285 kW / 387 PS und einer Reichweite von schmalen 440 Kilometern kostet ab 41.600 Euro beschleunigt aus dem Stand in 4,7 Sekunde auf Tempo 100 und wird bei 180 km/h abgeriegelt. 

Technische Daten:

  • Xpeng L03 RWD Standard Range: 58,3-kWh-LFP-Batterie, 180 kW/245 PS, Hinterradantrieb, 445 Kilometer Reichweite, ab 35.600 Euro
    Xpeng L03 RWD Long Range: 71,2-kWh-LFP-Batterie, 180 kW/245 PS, Hinterradantrieb, 520 Kilometer Reichweite, ab 38.600 Euro
  • Xpeng L03 AWD Performance: 71,2-kWh-LFP-Batterie, 285 kW/387 PS, Allradantrieb, 440 Kilometer Reichweite, ab 41.600 Euro
  • Xpeng L03 AWD Performance Ultra: 71,2-kWh-LFP-Batterie, 285 kW/387 PS, Allradantrieb, 440 Kilometer Reichweite, ab 46.600 Euro
  • Xpeng L03 REEV: 37,25 kWh LFP-Batterie inkl.1,5-Liter Benziner, 180 kW / 245 PS,  1.000 km Reichweite (200 km elektrisch), ab 38.600 Euro

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