Technologieträger für die Rundstrecke
Der neue Audi Nuvolari PHEV kombiniert einen V8-Biturbo mit drei Elektromotoren zu einer Gesamtleistung von 1.001 PS. Das auf 499 Exemplare limitierte Hybrid-Modell nutzt die Plattform des Lamborghini Temerario und setzt auf aktive Aerodynamik sowie ein in die Zukunft schauendes Fahrwerk.
Wer auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen möchte, muss bei der Wahl des Anzugs kreativ werden. Nach der Einstellung etablierter Sportwagenbaureihen drohte der Marke mit den vier Ringen ein emotionales Vakuum. Die Lösung für dieses Dilemma fand sich im eigenen Konzernverbund durch eine mehr als enge Kooperation mit der italienischen Tochtergesellschaft Lamborghini.

Komplexe Hybridarchitektur mit vier Motoren
Herzstück des 4,74 Meter langen Nuvolari ist eine Kombination aus einem Verbrennungsmotor und drei elektrischen Maschinen. Als Hauptantrieb dient ein 4,0 Liter großer V8-Biturbomotor. Dieser Verbrenner leistet 588 kW (800 PS) und gibt im Drehzahlband zwischen 4.000 und 7.000 U/min ein maximales Drehmoment von 800 Nm ab.
Ergänzt wird das Aggregat durch drei Axialfluss-Elektromotoren mit jeweils 110 kW (150 PS) Leistung. Zwei dieser Einheiten befinden sich an der Vorderachse und realisieren einen elektrischen Allradantrieb mit bedarfsgerechter Drehmomentverteilung. Die dritte Elektromaschine ist direkt im Gehäuse des internen Doppelkupplungsgetriebes verbaut. Die Systemleistung des Gesamtsystems summiert sich auf 736 kW (1.001 PS).
Als Energiespeicher dient eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 7,4 kWh, welche im Kardantunnel untergebracht ist. Die maximale Ladeleistung beträgt 7,4 kW. Die rein elektrische Reichweite fällt mit zehn Kilometern gering aus, da der Akku primär auf die schnelle Bereitstellung sowie Abgabe hoher Ströme und die Energie-Rückgewinnung und weniger auf Kraftstoffersparnis ausgelegt ist

Aktive Aerodynamik und Leichtbau
Das äußere Erscheinungsbild basiert auf der neuen Designsprache der Ingolstädter. Der cleane, fast schon monolithische Look erinnert an die legendären Silberpfeile und zitiert auch den ikonenhaften TT der ersten Generation. Die Karosserie sowie der Innenraum nutzen Werkstoffe wie Kohlefaser und Aluminium. An der Fahrzeugfront befindet sich ein S-förmiger Luftkanal, welcher den Auftrieb an der Vorderachse verringert, gezielten Anpressdruck erzeugt und die Kühlleistung für die Komponenten verbessert.
Am Heck kommt ein ausfahrbarer Flügel als zentrales Element der aktiven Aerodynamik zum Einsatz. Dieses System arbeitet in drei Grundkonfigurationen: Geschlossen, geringe Last und hohe Last. In den Fahrprogrammen Dynamic, Dynamic+ sowie Track fährt das Heckelement automatisch aus. Auf geraden Streckenabschnitten wechselt die Mechanik in eine flache Position zur Reduzierung des Luftwiderstands.
Zudem lässt sich ein Drag-Reduction-System (DRS) über ein Bedienelement am Lenkrad manuell aktivieren. In schnell durchfahrenen Kurven sorgt der ausgefahrene Flügel automatisch für den nötigen Anpressdruck.

Fahrwerkstechnik und Bremssystem
Das Fahrwerk nutzt eine clevere elektronische Steuerung, welche Parameter wie den aktuellen Lenkwinkel, Längs- und Querbeschleunigungen, die Gierrate sowie den Haftungskoeffizienten der Reifen kontinuierlich auswertet. Auf Basis dieser Kenngrößen berechnet die Bordelektronik die Verteilung der Antriebsmomente in Längs- und Querrichtung sowie den erforderlichen Bremseneingriff zur Schlupfreduzierung aktiv voraus, um den Fahrer bestmöglich bei der schnellsten Rundenzeit zu unterstützen.
Für die Verzögerung des 1.740 kg leichten (Leergewicht) bzw. 1,8 Tonnen wiegenden Fahrzeugs ist eine Hochleistungs-Bremsanlage verantwortlich. An der Vorderachse greifen 10-Kolben-Festsättel auf Bremsscheiben der Dimension 420 × 40 mm zu. An der Hinterachse arbeiten 4-Kolben-Sättel mit Scheiben der Größe 410 × 32 mm.

Fahrleistungen auf der Rennstrecke
Bei unserer ersten Ausfahrt auf dem Kurs von Laguna Seca zeigt das Fahrwerk ein präzises Ansprechverhalten. Der Fahrer bedient das Fahrzeug über ein wunderbar schlankes, mit feinem Alcantara bezogenem Lenkrad und ist dadurch sehr feinnervig in die Bewegungen des Nuvolari eingebunden.
Der Beschleunigungsvorgang von 0 auf 100 km/h wird in 2,6 Sekunden absolviert. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 351 km/h erreicht. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf alle vier Räder. Trotz der hohen Systemleistung lässt sich der Allradler präzise dirigieren, wobei der V8-Biturbo von einem prägnanten Klangbild begleitet wird.

Preis des Audi Nuvolari PHEV
Der Kleinseriensportler ist auf exakt 499 Fahrzeuge limitiert. Der Anschaffungspreis beträgt 590.000 Euro. Damit liegt das Fahrzeug preislich etwa doppelt so hoch wie das Schwestermodell Lamborghini Temerario.
Technische Daten: Audi Nuvolari PHEV
- Antrieb: Allradantrieb mit V8-Biturbo und 3 Elektromotoren
- Hubraum: 3.982 ccm
- Verbrenner-Leistung: 588 kW / 800 PS
- Elektromotoren: 3 x 110 kW / 150 PS
- Systemleistung: 736 kW / 1.001 PS
- Maximales Drehmoment: 800 Nm (4.000 – 7.000 U/min)
- Getriebe: 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
- Beschleunigung (0–100 km/h): 2,6 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: 351 km/h
- Batteriekapazität: 7,4 kWh
- Elektrische Reichweite: 10 km
- Ladeleistung: 7,4 kW
- Leergewicht: 1.740 kg
- Fahrzeuglänge: 4,74 Meter
- Bremse vorne: 10 Kolben (420 × 40 mm)
- Bremse hinten: 4 Kolben (410 × 32 mm)
- Stückzahl: 499 Exemplare
- Preis: 590.000 Euro

















