Ein bekannter Name auf bekannter technischer Basis
Audi bringt mit dem A2 E-Tron ein Modell zurück, dessen Typbezeichnung vor allem bei Technikfans mittlerweile legendär ist. Technisch handelt es sich bei dem elektrischen Kompaktklasseauto um die neueste Ausbaustufe des VW ID.3 Neo, verpackt in eigenständigem Audi-Design. Vier Leistungsstufen und drei Batteriegrößen sollen unterschiedlichste Kundenbedürfnisse abdecken.
Wer beim Namen A2 an das ursprüngliche Modell mit Aluminium-Spaceframe und sparsamem Diesel denkt, muss seine Erwartungen allerdings anpassen: Von der einstigen technischen Eigenständigkeit ist wenig geblieben, dafür teilt sich der Neuling die Basis zu eng mit bekannten Konzernmodellen.

Herkunft: Audi-Design auf VW-Technik
Der ursprüngliche Audi A2 bot in der damaligen Einstiegsklasse technische Innovationen wie eine Aluminium-Spaceframe-Karosserie, herausragende cW-Werte sowie besonders sparsame Diesel-Versionen. Von diesem Erbe hat es vor allem die äußere Formensprache in modernisierter Form in die Gegenwart geschafft.
Technisch basiert der neue A2 E-Tron dagegen vollständig auf der aktuellen Ausbaustufe des VW ID.3 Neo: Plattform, Antrieb, Batterie und Achsen sind bereits aus dem VW-Modell bekannt. Produziert und entwickelt wird der E-Tron in Ingolstadt.

Design: modern, aber kein Selbstläufer
Das Außendesign des 4,32 Meter langen A2 zeigt sich zeitgemäß, wobei die schmale Form des Urmodells einst wegen Aufbauhöhe und dünner Eco-Bereifung Kritik erntete. Auch die neue Generation dürfte optisch nicht automatisch überzeugen, denn Ökoautos müssen heute nicht mehr auf den ersten Blick als solche erkennbar sein – anders als etwa beim Toyota Prius, BMW i3 oder dem ursprünglichen A2.
Aerodynamik: cW-Wert von 0,24 durch zahlreiche Einzelmaßnahmen
Zur Verbesserung der Aerodynamik setzt Audi auf ein spezielles Bugspoiler-Design, Air Curtains zur Stabilisierung der Luftströmung um die Vorderräder sowie spezielle Fugenabdichtungen. Konturierte Radspoiler, Abdeckungen an Fahrwerksteilen und definierte Abrisskanten leiten die Luft zu einem größeren Heckdiffusor mit eigener Aerokante.
Ergänzt wird das Konzept durch einen Dachspoiler sowie aerodynamische Elemente an den C-Säulen. In der Summe ergibt sich ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,24. Das ist ein guter, wenn auch im aktuellen Wettbewerb nicht mehr außergewöhnlicher Wert.

Innenraum: mehr Wertigkeit trotz enger Verwandtschaft
Im Innenraum verwendet Audi die aktuelle Formensprache jüngerer Modelle mit höherer Wertanmutung und Textilelementen in den Türen. Oberflächen, Verkleidungen und häufig berührte Bereiche wirken sorgfältiger ausgewählt als bei manch anderem MEB-Modell des VW-Konzerns. Die enge technische Verwandtschaft zu VW ID.3 und Cupra Born lässt sich zwar nicht vollständig verbergen, wird aber geschickt kaschiert.
Auch bei der Bedienung, die das bekannte Konzern-Infotainmentsystem mit hochwertigerer Darstellung kombiniert, gilt dieses Credo. Und dank eines Radstands von 2,77 Metern fällt das Platzangebot vorne wie hinten großzügig aus. Der Laderaum fasst 396 Liter, bei umgeklappter Rückbank stehen bis zu 1.336 Liter zur Verfügung.

Antrieb: vier Leistungsstufen mit unterschiedlichen Reichweiten
Der A2 E-Tron startet als Basismodell mit 125 kW (170 PS) und einem 52-kWh-Akku auf Lithium-Eisenphosphat-Basis (LFP), der eine Herstellerangabe von rund 420 Kilometern Reichweite ermöglicht.
Als voraussichtlich attraktivere Alternative gilt die Version mit 140 kW (190 PS) und 350 Nm Drehmoment, die mit einem 61-kWh-Akku als Hecktriebler bis zu 515 Kilometer erreicht und dabei mit 12,8 kWh/100 km vergleichsweise sparsam bleibt. Beide Versionen werden bereits bei 160 km/h abgeregelt.
Gleiches gilt für die Version mit 170 kW (231 PS) und dem größeren 84-kWh-Akku auf Nickel-Mangan-Cobalt-Basis (NMC), die bis zu 646 Kilometer Reichweite bietet. Einzig das Topmodell mit 240 kW (326 PS) erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Überraschend: Audi bietet im neuen A2 E-tron keinen Allradantrieb ab. Wer quattro will, der muss mindestens zum Q4 E-tron greifen.
Laden: Basisversionen mit moderater Ladeleistung
Beim Nachladen zeigt sich der A2 zurückhaltend: Die beiden Basisversionen erreichen an einer Schnellladesäule lediglich 100 beziehungsweise 105 kW. Die beiden Modelle mit dem großen 84-kWh-Akku laden mit immerhin 183 kW. Im Vergleich zu aktuellen Bestwerten anderer Elektrofahrzeuge liegt der A2 E-Tron damit insgesamt im unteren bis mittleren Bereich.
Preis des Audi A2 E-Tron
Der Audi A2 E-Tron startet in der Basisversion mit 125 kW (170 PS) und 52-kWh-Akku bei 38.200 Euro. Zu den Preisen der drei übrigen Leistungsstufen liegen bislang keine Angaben vor. Der Bestellstart für den Audi A2 E-Tron ist für den 10. September vorgesehen, die Markteinführung soll im Dezember erfolgen.
Technische Daten: Audi A2 E-Tron
- Länge: 4,32 m
- Radstand: 2,77 m
- Laderaum: 396–1.336 l
- Luftwiderstandsbeiwert (cW): 0,24
- Basismodell: 125 kW (170 PS), Akku 52 kWh (LFP), Reichweite ca. 420 km, Vmax 160 km/h
- Version 2: 140 kW (190 PS), 350 Nm, Hecktriebler, Akku 61 kWh (LFP), Reichweite bis 515 km, Verbrauch 12,8 kWh/100 km, Vmax 160 km/h
- Version 3: 170 kW (231 PS), Akku 84 kWh (NMC), Reichweite bis 646 km, Vmax 160 km/h
- Topmodell: 240 kW (326 PS), Akku 84 kWh (NMC), Vmax 200 km/h, kein Allradantrieb
- Ladeleistung Basisversionen: 100 / 105 kW
- Ladeleistung Versionen mit grossem Akku: 183 kW
- Produktion/Entwicklung: Ingolstadt
- Preis: ab 38.200 Euro (Basisversion)
- Bestellstart: 10. September
















