Wenn alte Liebe nicht rostet, dann rostet sie auch nicht bei Citroën. Nach Fiat 500 sowie Renault R5 und Twingo setzt nun auch die Marke mit den Doppelwinkeln auf emotionale Retro-Elektromobilität.
Die Ente im Stromkleid
Citroën zeigt auf dem Pariser Autosalon mit dem 2CV Concept einen rein elektrischen City-Stromer, der sich zwischen Ami und C3 einordnet. Die Studie knüpft an das Original an, das von 1948 bis 1990 gebaut wurde, und soll 2028 in Serie gehen. Das Ziel: ein Einstiegspreis von rund 15.000 Euro.

Citroën 2CV Concept: Hommage ohne Kopie
Statt den von 1948 bis 1990 gebauten Ur-2CV stumpf nachzubauen, setzten die Designer auf eine zeitgemäße Formensprache mit straff gezogenen Karosserieflächen. Die Studie misst 3,76 Meter in der Länge und ist damit gut sieben Zentimeter kürzer als das Original mit 3,83 Metern. Das spart Gewicht, erleichtert die Parkplatzsuche und erlaubt die Verwendung einer kleineren, günstigeren Batterie.
Exterieur: Viele Zitate, wenig Pathos
Die Reminiszenzen an das Lastenheft des Urprojekts TPV („Toute Petite Voiture“) sind zahlreich. An der Front sitzen freistehende, kreisrunde LED-Scheinwerfer, dazu kommen sichtbare Scheibenwischer und Kühlschlitze in der Motorhaube. Im Profil fallen das geschwungene Bogendach, die ausgestellten Kotflügel und die weißen 19-Zoll-Stahlfelgen auf. Das Heck zeigt eine schwarze Klappe und schmale LED-Rückleuchten. Das Kennzeichen spielt auf die verschiedenen Spitznamen an, die das Auto weltweit trug.
Ein Stoff-Faltdach in Lachs sorgt für Licht im Innenraum und erinnert an das historische Vorbild. Bei Details wie den Türgriffen weichen die Angaben allerdings ab: Mal ist von Stoff-Gurtbändern die Rede, mal von klassischen Griffschalen.

Ein sinnvolles Detail sind die steckbaren Schürzen. Bei kleinen Parkremplern lassen sich einzelne Elemente kostengünstig austauschen. Das ist praktisch, auch wenn sich erst im Alltag zeigen wird, wie robust die Lösung wirklich ist.
Gemeinsam mit Michelin wurde außerdem ein digitaler Reifenzwilling integriert. Er überwacht laufend den Zustand der Laufflächen und passt die Fahrabstimmung an das Wetter an. Konkrete Daten dazu nennt Citroën bislang nicht.
Innenraum: Luftig, verspielt, mit Augenzwinkern
Die Studie verzichtet auf klassische Cockpit-Türme, wodurch ein luftiges Raumgefühl entsteht. Breite Bänke mit Advanced-Comfort-Polsterung bieten Platz, die Beifahrerseite lässt sich flachstellen. Die Bezüge sind gelb kariert, die Bedienelemente in elfenbeinfarbenem Vintage-Look gehalten, der an Bakelit erinnert.

Ein Zylinder an der Lenksäule bündelt die Hebel. Der Wählhebel für das Getriebe sitzt im klassischen Krückstock-Look. Das Smart Vision Display projiziert Daten auf den unteren Rand der Windschutzscheibe, und ein eckiger 8-Zoll-Monitor in der Mitte zeigt verspielte Comic-Grafiken. Das wirkt originell, wie praxistauglich es im Alltag ist, bleibt offen.
Details mit Funktion: Radioën, Eierfächer und Pedalsymbole
Das Audiosystem „Radioën“ lässt sich herausnehmen und dient unterwegs als mobiler Bluetooth-Lautsprecher. In den Türverkleidungen liegen Fächer, die so geformt sind, dass rohe Eier eine Fahrt über ein ungepflügtes Feld überstehen, so wie es bereits das Lastenheft von 1939 verlangt hat. Das Strompedal trägt ein Hasen-Symbol, das Bremspedal eine Schildkröte.

Auf der Windschutzscheibe stehen außerdem die Ziffern 48 für den Beginn der Produktion 1948, 90 für das Ende 1990 und 26 für das Debüt der Studie. Solche Zitate sind sympathisch, aber ob sie in der Serie überleben, ist unklar.
Technik und Produktion: Wenig bekannt, viel versprochen
Zum Antrieb heißt es lediglich, dass es sich um einen rein elektrischen City-Stromer handelt. Serien-Details wie Leistung, Batteriegröße und Reichweite will Citroën später nennen. Die Schnellladung per Gleichstrom soll einfach funktionieren. Die Produktion soll in Europa stattfinden. Der Markt starten ist für 2028 geplant, 80 Jahre nach dem Original.

Preis des Citroën 2CV Concept
Für die Serienversion peilt Citroën einen Einstiegspreis von rund 15.000 Euro an. Das ist ein Zielpreis, keine Preisliste, und er wird sich erst zum Marktstart bestätigen müssen. Wer sich für den Stromer interessiert, kann sich daher noch Zeit lassen, bis konkrete Konfigurationen und Preise feststehen. Insgesamt zeigt die Studie, wie erschwingliche Elektromobilität ohne Ballast aussehen kann. Offen bleibt, wie viele der Detaillösungen die Serie erreichen.
Technische Daten: Citroën 2CV Concept
- Fahrzeugtyp: rein elektrischer City-Stromer (Segment zwischen Ami und C3), Studie
- Länge: 3,76 Meter (Original: 3,83 Meter)
- Zielgewicht: rund 1.000 kg
- Antrieb: elektrisch, Serien-Details folgen
- Leistung / Batterie / Reichweite: nicht genannt
- Laden: DC-Schnellladung vorgesehen
- Felgen: 19-Zoll-Stahlfelgen (weiß)
- Dach: Stoff-Faltdach
- Scheinwerfer: runde LED-Hauptscheinwerfer
- Zentrales Display: eckiger 8-Zoll-Monitor, dazu Smart Vision Display
- Besonderheiten: steckbare Schürzen, Radioën-Lautsprecher, digitaler Reifenzwilling (Michelin)
- Produktion: Europa
- Markteinführung: geplant 2028
- Zielpreis: rund 15.000 Euro




