Neuvorstellung: Alpine A310 Vision

Die Studie zeigt Keilform, Pop-down-Scheinwerfer und Alu-Karosserie des geplanten 2+2. Alle Details im Überblick.

Ein Keil mit Familiengeschichte

Alpine will noch in diesem Jahrzehnt einen 2+2-Sitzer auf den Markt bringen. Die Studie A310 Vision zeigt erstmals, wie ein solches Modell aussehen könnte, und knüpft dabei an einen Klassiker der Marke an. Technische Eckdaten zum Antrieb nennt der Hersteller allerdings noch nicht.

Aller guten Dinge sind drei: Nach der A110 und einem Cabriolet soll laut Plan ein 2+2-Sitzer das Modellprogramm von Alpine abrunden. Wie dieser dritte Streich aussehen könnte, zeigt der Hersteller auf dem Pariser Autosalon.

Alpine A310 Vision: Studie mit Fahrplan im Hintergrund

Alpine-Chef Philippe Krief hat die Reihenfolge klar benannt: erst die A110, dann ein Cabriolet, danach ein 2+2-Sitzer. „Diese Modelle nutzen alle dieselbe Plattform“, sagt er. Dass die A110 als Cabriolet kommt, gilt damit als gesetzt, und der 2+2 ist der letzte Baustein.

Die A310 Vision knüpft an die Historie der Marke an. Das Original sollte Anfang der 1970er-Jahre den kompromisslosen Zweisitzer A110 ergänzen und neue Kunden erschließen, und es gilt als fast ebenso wichtig für die Markengeschichte wie die A110 selbst. Die Studie erscheint 55 Jahre nach dem Debüt der A310. Alpine betont zwar, es handle sich um eine Studie zur eigenen Historie und nicht um die Ankündigung eines Serienmodells. Der zeitliche Rahmen passt allerdings so gut zur Modellplanung, dass sich die Verbindung kaum übersehen lässt.

Proportionen und Front: extrem, aber aufschlussreich

Die Designer übertragen die Formen der Siebzigerjahre in die Gegenwart. Mit 4,55 Metern Länge, 1,18 Metern Höhe und 2,03 Metern Breite an der breitesten Stelle des Hecks fällt die Studie länger, breiter und extremer aus als ihr historisches Vorbild. Der Radstand beträgt 2,45 Meter. Die Serienversion dürfte kaum so radikal ausfallen. Die Grundproportionen mit Keilform und flacher Front geben aber einen Vorgeschmack.

Auffällig ist die Lichtlösung. Die frühen A310 trugen sechs Scheinwerfer hinter einer gemeinsamen Abdeckung. Die Studie greift diese Idee auf: Die Scheinwerfer sitzen zunächst unsichtbar in einer Biegung der Front und werden beim Start durch einen „Pop-down“-Effekt sichtbar. Das ist eine zeitgemäße Antwort auf die Klappscheinwerfer-Ära, die allerdings erst zeigen muss, ob sie den Alltag übersteht. Die S-Duct-Vertiefung in der Fronthaube gibt dem Vorderwagen zusätzlich Kontur.

Flanken und Heck: klassische Form, moderne Aerodynamik

Die Karosserie besteht aus Aluminium. Entlang der Fahrzeugmitte verläuft eine schmale Klinge namens „Y zero“, die den Blick nach hinten lenkt. Die Räder nehmen das Alpine-A in dreieckiger Form auf und erinnern an die fast geschlossenen Metallräder der frühen A310. Der untere Bereich ist schwarz abgesetzt, darüber spannt sich eine halbtransparente Kabinenkuppel.

Am Heck sitzt ein zweigeteilter Flügel, dessen Form laut Alpine an Eis und Bergwelten erinnert. Die klingenartigen Rückleuchten gehören zum aerodynamischen Konzept und erzeugen Abtrieb. Eine optisch elegante Lösung, deren Wirkung sich ohne Messwerte noch nicht beurteilen lässt.

Interieur: Haptik statt Bildschirm, aber noch viel Verschlusssache

Das Innere der Studie bleibt weitgehend verborgen. Durch die halbtransparente Hülle sind organisch geformte Sitze und kräftige Farbblöcke zu erkennen. Auffällig sind physische Bedienelemente, deren Formensprache der klassischen Hi-Fi-Welt entstammt. Alpine setzt demnach auf gewohnte Bedienung und Haptik, statt das Cockpit mit Displays zu überfrachten. Wie viel davon in einem Serienmodell übrig bliebe, ist offen.

Technik: Plattform bekannt, Antrieb offen

Die A310 Vision demonstriert die Möglichkeiten der Alpine Performance Platform (APP), auf der auch die neue A110 basiert. Die APP besteht großteils aus Aluminium und kombiniert geklebte mit vernieteten Strukturen. Für die kommende elektrische A110 hat Alpine ein 800-Volt-System mit Batterien in Cell-to-Pack-Bauweise und zwei Elektromotoren an der Hinterachse bestätigt. Dazu kommen Active Torque Vectoring sowie eine zentrale Regelung für Antrieb, Bremsen, Lenkung und Thermomanagement.

Es ist gut möglich, dass die A310 viele dieser Details übernimmt. Bestätigt ist das nicht. Zu Leistung und Batteriegröße äußert sich Alpine bislang nicht, da das Serienmodell noch zu weit entfernt ist.

Preis des Alpine A310 Vision

Einen Preis gibt es nicht, denn die A310 Vision ist eine Studie und kein Angebot. Auch einen Marktstart für ein mögliches Serienmodell nennt Alpine nicht ausdrücklich, die Modellplanung sieht ein solches Auto bis 2030 vor. Wer sich für einen 2+2 von Alpine interessiert, muss also noch Geduld mitbringen, denn Leistung und Batteriegröße sind genauso offen wie der Preis.

Technische Daten: Alpine A310 Vision

  • Fahrzeugtyp: Studie, 2+2-Sitzer (Serienmodell nicht angekündigt)
  • Länge: 4,55 Meter
  • Höhe: 1,18 Meter
  • Breite (breiteste Stelle am Heck): 2,03 Meter
  • Radstand: 2,45 Meter
  • Karosserie: Aluminium
  • Plattform: Alpine Performance Platform (APP), überwiegend Aluminium, geklebte und vernietete Strukturen
  • Antrieb: nicht genannt
  • Leistung: nicht genannt
  • Batteriegröße: nicht genannt
  • Preis: nicht genannt
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