Hyundai krempelt seinen kleinsten SUV gründlich um. Die zweite Generation des Bayon verabschiedet sich von der etwas eigenwilligen Optik des Vorgängers und präsentiert sich deutlich kantiger, robuster und selbstbewusster. Statt eines höhergelegten Kleinwagens steht künftig ein richtiger kleiner SUV beim Händler. Mit bis zu 18,5 Zentimetern Bodenfreiheit, markanten Radhausverbreiterungen und einer fast schon geländewagenartigen Silhouette erinnert das neue Designkonzept ein wenig an den Suzuki Jimny. Nur eben mit deutlich mehr Platz, Komfort und moderner Technik.

Dass Hyundai beim Bayon nachlegen muss, zeigen die deutschen Zulassungszahlen. 2025 entschieden sich gerade einmal 3.358 Käufer für das kleine SUV. Von Januar bis September 2026 kamen lediglich 2.134 Neuzulassungen hinzu. Zum Vergleich: Allein im September verkaufte Hyundai hierzulande 1.245 Kona und 2.314 Tucson, während der Bayon gerade einmal 126 Zulassungen erreichte.
Mit der Neuauflage soll sich das ändern. Und zumindest optisch stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

Hyundai Bayon 2027: Kanten statt Kurven
Die neue Designsprache nennt Hyundai „Art of Steel“. Dahinter steckt eine deutlich geradlinigere Gestaltung mit breiteren Schultern, einer kantigen Motorhaube und kräftig ausgestellten Radhäusern.
An der Front zieht sich eine horizontale Lichtsignatur über die gesamte Breite. Darunter sorgen große Lufteinlässe und ein angedeuteter Unterfahrschutz für einen robusten Auftritt. Kunststoffbeplankungen an den Seitenschwellern, eine Dachreling und bis zu 18 Zoll große Räder verstärken den Eindruck.

Auch das Heck fällt deutlich markanter aus. Besonders die sportliche N-Line-Version zeigt Selbstbewusstsein und trägt sogar zwei sichtbare Auspuffendrohre. In Zeiten, in denen viele Hersteller ihre Abgasanlagen möglichst unsichtbar gestalten, ist das fast schon eine kleine Provokation.

Mit maximal 185 Millimetern Bodenfreiheit dürfte der neue Bayon auch auf schlechten Wegen eine ordentliche Figur machen. Ein echter Geländewagen wird er dadurch natürlich nicht. Dafür fehlt ihm unter anderem der Allradantrieb.

Fast so groß wie der Hyundai Kona
Der Bayon legt in nahezu allen Dimensionen zu. Mit 4,25 Metern Länge wächst er gegenüber seinem Vorgänger um 6,5 Zentimeter. Die Breite steigt auf 1,81 Meter, der Radstand auf 2,60 Meter.
Damit nähert sich der kleine Hyundai zunehmend der Kompaktklasse. Zum größeren Kona fehlen in der Länge nur noch rund zehn Zentimeter.

| Abmessung | Hyundai Bayon 2027 |
|---|---|
| Länge | 4.250 mm |
| Breite | 1.810 mm |
| Radstand | 2.600 mm |
| Bodenfreiheit | Bis 185 mm |
| Felgengröße | Bis 18 Zoll |
| Kofferraum Benziner | 440 Liter |
| Kofferraum Hybrid | 397 Liter |
Das Wachstum kommt vor allem den Passagieren im Fond zugute. Hyundai nennt 93,5 Zentimeter Beinfreiheit in der zweiten Reihe. Dazu kommen verstellbare Rückenlehnen, eine Mittelarmlehne, eigene Luftausströmer und sogar eine optionale Sitzheizung für die hinteren Plätze.
Das sind Ausstattungsmerkmale, die man in dieser Fahrzeugklasse nicht unbedingt erwartet.
Auch beim Gepäckabteil legt der Bayon zu. Die Benzinerversion schluckt künftig 440 Liter statt bisher 411 Liter. Beim später folgenden Hybrid sind es konstruktionsbedingt 397 Liter. Ein variabler Ladeboden und zusätzlicher Stauraum darunter sollen die Alltagstauglichkeit verbessern.
Zwei große Displays, aber weiterhin richtige Tasten
Im Innenraum orientiert sich der Bayon stärker an den größeren Hyundai-Modellen. Zwei jeweils 12,3 Zoll große Bildschirme sitzen unter einer gemeinsamen, leicht gebogenen Abdeckung.

Einer übernimmt die digitalen Instrumente, der andere das Infotainment. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich kabellos nutzen.
Erfreulich ist, dass Hyundai nicht sämtliche Funktionen in die Touchscreen-Menüs verbannt. Für die Klimaanlage gibt es weiterhin eine separate Bedieneinheit mit physischen Schaltern. Das ist im Alltag deutlich angenehmer, als während der Fahrt durch verschiedene Untermenüs zu tippen.
Bei den Materialien bleibt der Bayon allerdings seiner Preisklasse treu. Gerade im unteren Bereich des Armaturenbretts und an den Türen kommt weiterhin viel Hartplastik zum Einsatz. Strukturierte Oberflächen sollen das zumindest optisch etwas aufwerten.

Vorne sind je nach Ausstattung beheizbare und belüftete Sitze erhältlich. Mit dem Digital Key 2.0 lässt sich das Fahrzeug außerdem über ein kompatibles Smartphone oder eine Smartwatch entriegeln und starten.
Zum Start zwei Turbobenziner, später ein Vollhybrid
Bei den Antrieben bleibt Hyundai zunächst konservativ. Zum Marktstart stehen zwei Varianten des bekannten 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziners zur Auswahl.
| Motorisierung | Leistung | Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|---|
| 1.0 T-GDI | 90 PS (66 kW) | 171 km/h |
| 1.0 T-GDI | 115 PS (85 kW) | 180 km/h |
| 1.6 GDI Vollhybrid | 138 PS (101 kW) | Noch offen |
Die beiden Benziner lassen sich wahlweise mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombinieren.
Interessanter dürfte allerdings der später folgende Vollhybrid werden. Hier kombiniert Hyundai einen 1,6-Liter-GDI-Benziner mit einem Elektromotor und einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.
Die geplante Systemleistung beträgt 138 PS. Damit wäre der Hybrid nicht nur die stärkste Variante, sondern dürfte gerade im Stadtverkehr auch die sparsamste Motorisierung darstellen.
Über Schaltwippen am Lenkrad lässt sich die Rekuperation beeinflussen. Zusätzlich soll das System die Energierückgewinnung automatisch an die jeweilige Fahrsituation anpassen.
Eine vollelektrische Version ist bislang nicht angekündigt.
Assistenzsysteme aus höheren Fahrzeugklassen
Bei den Fahrerassistenzsystemen übernimmt der Bayon zahlreiche Funktionen aus den größeren Hyundai-Modellen.
Dazu gehören unter anderem der Autobahnassistent 2.0, eine 360-Grad-Kamera, ein aktiver Totwinkelassistent und ein Totwinkelmonitor, der beim Blinken das Bild der entsprechenden Fahrzeugseite im digitalen Kombiinstrument anzeigt.
Hinzu kommen ein Spurfolgeassistent, ein Querverkehrsassistent sowie eine Einparkhilfe mit automatischer Notbremsfunktion.
Welche Systeme bereits zur Serienausstattung gehören und welche nur gegen Aufpreis erhältlich sein werden, dürfte Hyundai mit der offiziellen Preisliste bekannt geben.











