Reportage: Smart Eskapaden

Jahrelang hatte Smart keine neuen Modelle zu bieten und musste sich mit Konzeptautos im Gespräch halten. Einige waren spektakulär; andere mutig oder peinlich.
Foto: Hersteller
Smart forjeremy (Foto: Hersteller)

Zwischengerichte

Jahrelang hatte Smart keine neuen Modelle zu bieten und musste sich mit Konzeptautos im Gespräch halten. Einige waren spektakulär; andere mutig oder peinlich.

Smart hatte in den letzten Jahren wenig neues zu bieten. Der Markenableger stand lange auf der Kippe, weil sich Daimler schwerer als geplant hat, einen Kooperationspartner zu finden, der den Fortbestand der Kleinrasse sichern sollte. Um im Gespräch zu bleiben, bastelte das Designteam eine Reihe von sehenswerten Konzeptmodellen. Einige Smart-Fans nahmen Stift, Säge und Schweißgerät selbst zur Hand und bauten ihre eigenen Schmuckstücke.

Der hässlichste Smart Fortwo kam jedoch aus offizieller Smart-Hand. Der Smart Forjeremy mit ebenso spektakulären wie wenig sehenswerten Einflüssen des Mode Designers Jeremy Scott sorgte auf der Los Angeles Autoshow 2012 für jede Menge Gesprächsstoff und viel Gesprächsstoff. Der Modezar, der sonst spektakuläre Roben für Musiksternchen wie Lady Gaga, Kate Perry oder Rihanna schneidert, hatte einem strahlend weißen Smart Flügelchen verliehen, die aus der B-Säule herausragten. „Flügel sind für mich Freiheit, ein Stück Schwerelosigkeit. Daher wollte ich sie unbedingt für den smart electric drive haben, um die Befreiung der Umwelt Emissionen zu visualisieren und die neue Leichtigkeit der Mobilität zu symbolisieren“, erklärte Scott seinen Fehlgriff. Herausgekommen war ein Automobil, dass dem griechischen Gott Hermes gut zu Gesicht gestanden hätte. Schließlich war der pfeilschnelle Götterbote immer mit geflügelten Sandalen unterwegs.

Smart Pick Up Eigenbau (Foto: Hersteller)
Smart forjeremy (Foto: Hersteller)
Smart forjeremy (Foto: Hersteller)
IAA-Studie Smart Forvision Concept, Frankfurt 2011 (Foto: Hersteller)
Smart forjeremy (Foto: Hersteller)
Smart For Us (Foto: press-inform)
Smart forjeremy (Foto: Hersteller)
Smart Fourjoy IAA 2013 (Foto: press-inform / Smart)
Smart Forjoy (Foto: Hersteller)

Die Amerikaner lieben ihre Pick-Ups – mächtig, durstig und martialisch. Dass es auch anders geht, zeigte die schmucke Studie des smart for-us, die auf der North American International Autoshow (NAIAS) Anfang 2013 erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der for-us ist die schicke Vision eines smart-Pick-Up, der trotz seiner kompakten Abmessungen gerade auch in den USA durchaus Chancen auf einen Markterfolg hätte. Mit einer Länge von gerade einmal 3,55 Metern ist er deutlich länger als bekannte smart-Modelle, jedoch für einen Pick-Up knackiger und kompakter denn je. Dabei präsentiert sich der for-us durch mehr Radstand und eine breitere Spur optisch besonders bullig und kraftvoll. Deutlich spektakulärer zeigt sich der Smart-Pick-Up, den ein Karosseriebauer aus Günzburg in die Realität umsetzte.

Noch wilder trieb es der Smart Dragster von Bo Schröer. Während im Hinterwagen eines Normalo-Smart rasselnde Dreizylinder werkeln, arbeitet in dem Dragster-Fortwo der aufgebohrte Vierzylinder einer Kawasaki Ninja ZX-10R mit stimmungsvollen 210 PS. Maximaldrehzahl: 12.500 Touren. 0 auf Tempo 100: 3,2 Sekunden – inkl. ohrenbetäubendem Lärm. Da schaut selbst die abgefahrenste Designstudie in die Röhre und Modelle wie For Stars oder For Speed erscheinen einem als zahme Ausblicke.

Autor:

Stefan Grundhoff, Stand: 2014-07-15 08:46:00
Fotos: Hersteller