Reportage: Toyota

Toyota hat sich für die kommenden Jahre viel-E-Dinge vorgenommen.
Foto: Hersteller
Toyota Yaris Hybrid (Foto: Hersteller)

Ein bisschen Strom muss sein

Toyota hat sich für die kommenden Jahre viel-E-Dinge vorgenommen.

Der drittgrößte Automobilhersteller der Welt wird in diesem Jahr seine in Deutschland aus sechs Fahrzeugen bestehende Hybridpalette um vier weitere Modelle erweitern. Mit dem Prius in einer Plug-in Variante, dem siebensitzigen Prius Plus, dem Yaris Hybrid sowie einem überarbeiteten Lexus GS 450h soll der anhaltende Abwärtstrend der japanischen Marke aufgehalten werden. Absolutes Hybrid-Spitzenmodell mit 45.000 Verkäufen pro Monat ist der Prius, der nun bereits in seine dritte Generation fährt. Was 1995 auf der Tokio Motor Show mit dem Prototyp des Prius begann, ist zur hybriden Erfolgsgeschichte geworden. Von den weltweit über 3,5 Millionen verkauften Hybridfahrzeugen der Marke Toyota, entfallen allein auf den Prius über 2,5 Millionen Einheiten.

Der nun kommende Prius Plus ist länger, breiter und höher sowie mit einem längeren Radstand ausgerüstet als der Prius. Die dritte Sitzreihe wird durch die Verwendung einer kompakten und um zehn Kilogramm leichteren Lithium- Ionen-Batterie, welche die bekannte Nickel-Metall-Hydrid Batterie ersetzt, möglich gemacht. Sie befindet sich nun in der Mittelkonsole zwischen Fahrer und Beifahrer. Der Antriebsstrang hingegen ist gleich geblieben. Der 100 kW / 136 PS leistende Prius Plus verbraucht auf Grund seines Mehrgewichtes von 100 Kilogramm 0,4 Liter mehr auf 100 Kilometern. Doch auch seine 4,3 Liter Verbrauch beziehungsweise sein CO2-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer sind kein Grund zur Sorge. Bei umgeklappter dritter Sitzreihe fasst der Kofferraum 500 Liter Gepäck.

Toyota Yaris Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Yaris Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)
Toyota Prius Plug-in Hybrid (Foto: Hersteller)

Völlig CO2-frei, zumindest für ca. 25 Kilometer, fährt der 37.000 Euro teure Prius Plug-in in das Jahr 2012. Zusammen mit dem Reichweiten-Verlängerer, der nach wie vor mit Benzin betrieben wird, schafft er bis zu 1.000 Kilometer. Der 1,8 Liter große Verbrennungsmotor leistet 73 kW / 99 PS und der Elektromotor 60 kW / 82 PS. Die Systemleistung entspricht 100 kW / 136 PS. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h und den Sprint auf 100 legt er in 10,2 Sekunden zurück. Prius Plug-in-Fahrer, deren Hauptfahranteil in der Stadt liegt, könnten mit einem Durchschnittsverbrauch von unter einem halben Liter auf hundert Kilometern auskommen.

Dass dies leider nur auf den ersten Blick als die lang gesuchte Umweltlösung scheint, zeigte ein kürzlich durchgeführter Praxistest der Zeitschrift auto motor und sport. Nach zurückgelegten 14.900 Kilometern und einer durchschnittlich elektrisch zurückgelegten Reichweite von 19,5 Kilometern wurde ein theoretischer CO2-Ausstoß pro Kilometer von 102 Gramm errechnet, denn der Strom muss auch erst einmal erzeugt werden und der deutsche Strommix erzeugt derzeit ca. 575 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Wer sich ein von Toyota vorgestelltes Carport auf dem Parkplatz seiner Arbeitsstelle installieren lässt, könnte allerdings mit der Kraft der Sonne gut 11.000 Kilometer pro Jahr elektrisch fahren.

Vollständig elektrisch fährt der IQ EV mit einer Reichweite von knapp 100 Kilometern. Der maximal 125 km/h schnelle Stadtwagen wird noch in diesem Jahr zu kaufen sein. Seine Batterie findet dort Platz, wo beim normalen IQ der Unterflurtank positioniert ist. Für 2015 ist die Markteinführung eines Brennstoffzellen-Hybridfahrzeugs geplant. Der FCHV-adv lässt sich in Länge, Breite und Höhe mit einem SUV vergleichen. Seine Brennstoffzelle liefert wie der Elektromotor eine maximale Leistung von 90 kW. Die mit bis zu 700 bar gefüllten Hochdruck-Wasserstofftanks fassen ein Volumen von 156 Litern, was einem Tankinhalt von sechs Kilogramm Wasserstoff entspricht. Vollgetankt soll der auch bei minus 37 Grad Celsius zu startende SUV über eine Reichweite von 700 Kilometern verfügen.

Autor:

Marcel Sommer, Stand: 2012-02-12 14:55:00
Fotos: Hersteller