News: Audi Q9

Das lange Warten

Audi hat sich mit seinem Q9 sehr viel Zeit gelassen und die Konkurrenz scheint enteilt. Mit dem großen Bruder des neuen Q7 wollen die Ingolstädter endlich wieder auch im oberen Segment punkten. Doch erst einmal fehlen in Europa die imageträchtigen Antriebe.

BMW hat schon lange seinen X7, Mercedes viel länger GL / GLS und die internationale Konkurrenz von Cadillac, Lexus oder Lincoln hat schon viele Jahre Luxus-SUV der 5,20-Meter-Klasse und drüber im Angebot. Audi hat das Luxussegment seit Jahren vernachlässigt und in diesem Frühjahr sogar seine Luxuslimousine A8 ersatzlos aus dem Programm gestrichen. In Zeiten, wo weltweit Edelmodelle immer wichtiger werden nur schwer zu verstehen. Gerade in Nordamerika, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten soll es mit dem neuen Q9 bald besser laufen. Technisch ist der 5,31 Meter lange Nobel-Crossover ein großer Bruder des ebenfalls erst jüngst vorgestellten Audi Q7. Optisch wie technisch halten sich die Unterschiede abgesehen von der Heckansicht in Grenzen, doch das Längenplus ist innen wie außen spürbar. Das Cockpit mit drei großen Bildschirmen sowie einem Head-Up-Display ist mit dem des Audi Q7 identisch. Viel Licht in den Innenraum bringt ein großes Panoramadach mit schaltbarer Verdunkelung. 

Gerade die steil stehende Front mit LED-Scheinwerfern und dem detailreich zu illuminierenden Grill ist eindrucksvoll. Das Raumangebot ist üppiger denn je und so lässt es sich auch in der zweiten Reihe auf elektrischen Einzelsitzen bequem reisen. Echte Captains-Chairs mit Massage- und Liegefunktion gibt es wie bei manchem Wettberber als echter Luxus-Viersitzer aktuell jedoch nicht. Immerhin kann der Kunden wie bei BMW X7 oder Mercedes GLS zwischen sechs und sieben Sitzplätzen nebst zahlreichen Ablagen, USB-Ports und üppigem Gepäckraum wählen. Ebenfalls auf Wunsch: ein gigantisches Panoramadach mit schaltbaren Segmenten und elektrische Türen, die das Komfortniveau spürbar steigern. 

Wenn es bei einem hapert, dann sind es die Antriebe – zumindest in Europa. Denn deckungsgleich zum kleineren Audi Q7 wird auch das neue Topmodell der Ingolstädter hierzulande nur mit Sechszylinder-Dieseltriebwerken angeboten. Der drei Liter große Commonraildiesel leistet 220 kW / 299 PS und ein maximales Drehmoment von 630 Nm. Auf einigen Märkten gibt es sogar eine noch schwächere Version mit 180 kW / 245 PS / 500 Nm. Die Konkurrenz wird durchgängig auch mit leistungsstarken Sechs- und Achtzylindern bis weit über 500 PS angeboten. Ein standesgemäßer Achtzylinder ist erst einmal nur für Märkte wie in den USA im Angebot. Hier leistet der aus anderen Modellen bekannte Vierliter-V8-Doppelturbo im Audi SQ9 souveräne 441 kW / 600 PS und 800 Nm, die deutlich besser zu einem Luxus-SUV von Gardemaß passen. Für entsprechende Fahrdynamik und eine Rechtfertigung des S-Signets sollen beim Audi SQ9 Mischbereifung und ein Allradantrieb mit einer Hinterachsdifferenzialsperre sorgen. Aus dem Stand beschleunigt der Koloss in 4,0 Sekunden auf Tempo 100 und wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt.

Aufgrund des starken Wettbewerbs dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann leistungsstärkere Versionen des Q9 auch nach Europa kommen. Zudem wird es für den ausschließlich in Bratislava gefertigten Groß-SUV nicht bei Dieselantrieben bleiben, wenn der Audi Q9 TDI im November zu Preisen ab 108.400 Euro auf den Markt kommt. Ebenso wie der kleinere Audi Q7 ab Ende des Jahres wird auch der größere Q9 ab 2027 mit einem 2,9 Liter großen V6-Benziner sowie einem Plug-in-Hybriden mit sechs Zylindern nachgereicht. Die Leistungsdaten sind noch nicht bekannt; dürften jedoch weitgehend denen der US-Version entsprechen, die 320 kW / 435 PS / 600 Nm leistet. In China wird es einen leistungsschwächeren V6-Benziner mit 270 kW / 367 PS und einem 18-kW-Startergenerator geben.

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