Ein Crossover mit zwei Pässen
Mit dem CX-6e bringt Mazda seinen zweiten gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Changan entwickelten Elektro-Ableger nach Europa. Nach der Limousine 6e folgt nun der elektrische Crossover, der mit vollständiger Serienausstattung und einem Basispreis von 49.900 Euro punkten will, bei Reichweite und Antriebsvielfalt aber Kompromisse eingeht.
Wer bei Mazda bislang an zurückhaltende Elektro-Ambitionen dachte, wird beim CX-6e eines Besseren belehrt, auch wenn sich das Modell in wichtigen Details deutlich von gewohnten Mazda-Fahrzeugen unterscheidet.

Herkunft: Aus China importiert, für Europa angepasst
Der CX-6e wurde nicht allein von Mazda entwickelt, sondern gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Changan. In China ist das technisch verwandte Modell unter dem Namen Deepal S07 erhältlich, dort mit leicht abweichendem Design und wahlweise auch mit einem 1,5-Liter-Benziner als Range Extender. Die reine Elektroversion, wie sie in Europa angeboten wird, war ursprünglich vorrangig für den chinesischen Markt gedacht, erst mit wachsendem Elektro-Druck auch in Europa entschied sich Mazda für Anpassung und Import.
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Innenraum: konsequent bildschirmbasiert – mit Licht und Schatten
Trotz Verzicht auf Ledergestühl wirkt die Kabine hochwertig, unterscheidet sich in Gestaltung, Ergonomie und Detaillösungen aber spürbar von bekannten Mazda-Modellen. Anzeigen hinter dem Lenkrad sucht man vergeblich, ebenso die von Mazda gewohnten Bedienmodule an Mittelkonsole oder Türen. Nach dem Vorbild von Tesla verzichtet der CX-6e vollständig auf Instrumente sowie auf Schalter oder Drehregler für zentrale Funktionen wie Klimatisierung, Assistenzsysteme oder Soundsystem.

Ein großes Head-Up-Display kann die fehlenden Anzeigen nur bedingt ausgleichen, viele Bedienschritte erfordern den Weg über Untermenüs des 26 Zoll großen Bildschirms, der sich bis weit auf die Beifahrerseite erstreckt. Positiver fällt das Panoramadach mit elektrischer Jalousie auf, das im Vergleich zu schaltbaren Glaspaneelen vieler Wettbewerber für mehr Wohnlichkeit sorgt. Ergänzt wird die Ausstattung durch ein Soundsystem mit 23 Lautsprechern.

Antrieb: ausschließlich Heckantrieb, keine Wahlmöglichkeit
Beim Antrieb verzichtet Mazda auf Varianten: Der CX-6e ist ausschließlich mit einem 190 kW (258 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse erhältlich, ein Allradmodell steht nicht zur Wahl. In der oberen Mittelklasse, in der die internationale Konkurrenz meist mit optionalem Allradantrieb und mehr als 350 PS antritt, ist das ein vergleichsweise zurückhaltendes Angebot.
Der Durchzug fällt entsprechend moderat aus, was neben dem überschaubaren maximalen Drehmoment von 290 Nm auch am hohen Leergewicht von über 2,2 Tonnen liegt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 7,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 185 km/h elektronisch begrenzt.
Positiv fallen dagegen das geringe Geräuschniveau auch bei höheren Geschwindigkeiten sowie die direkte, gut rückmeldende Lenkung auf. Die grundsätzliche Abstimmung von Federn und Dämpfern überzeugt, allerdings führen die optionalen 21-Zoll-Räder speziell an der Vorderachse zu einem unruhigeren Ansprechverhalten auf schlechtem Untergrund; eine variable Dämpferverstellung bieten die Fahrprogramme nicht.

Batterie und Laden: kompakter Akku, moderate Reichweite
Auch bei Batteriegröße und Ladeleistung zeigt sich der CX-6e zurückhaltend. Der verbaute Lithium-Eisen-Phosphat-Akku fasst 78 kWh und lädt an einer Schnellladesäule mit bis zu knapp 200 kW. Der Wettbewerb bietet häufig zwischen 90 und 110 kWh Kapazität sowie Ladeleistungen von teils über 350 kW.
Der vergleichsweise kompakte Akku sorgt allerdings dafür, dass der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in akzeptablen 24 Minuten abgeschlossen ist. Die WLTP-Reichweite von 468 Kilometern liegt spürbar unter dem, was viele Wettbewerber mit üblicherweise 600 Kilometern oder mehr bieten.

Ausstattung und Nutzwert: viel Serie, solide Praxiswerte
Zu den Stärken des CX-6e zählen das ansprechende Design und die umfangreiche Serienausstattung im Basispreis. Die Exklusivversion Takumi Plus kostet knapp 53.000 Euro und ergänzt unter anderem klimatisierte Sitze vorne und hinten, ein Panoramadach sowie Spiegelkameras.
Letztere stoßen bei vielen europäischen Kundinnen und Kunden bislang auf verhaltenes Interesse. Trotz fehlendem Allradantrieb bietet der CX-6e eine Anhängelast von 1.500 Kilogramm. Der Laderaum hinter der elektrischen Heckklappe fasst knapp 500 Liter, lässt sich durch Umlegen der Rücksitze erweitern und wird durch einen mehr als 80 Liter großen Frunk ergänzt.
Preis des Mazda CX-6e
Der Mazda CX-6e startet bei 49.900 Euro in der Basisversion. Die Exklusivversion Takumi Plus ist für knapp 53.000 Euro erhältlich und bietet zusätzlich klimatisierte Sitze vorne und hinten, ein Panoramadach sowie Spiegelkameras.
Technische Daten: Mazda CX-6e
- Motor: Elektro, Heckantrieb
- Leistung: 190 kW (258 PS)
- Max. Drehmoment: 290 Nm
- Beschleunigung 0–100 km/h: 7,9 s
- Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
- Leergewicht: 2.200 kg
- Batterie: 78 kWh (Lithium-Eisen-Phosphat)
- Ladeleistung: bis zu knapp 200 kW
- Ladezeit 10–80 %: 24 Minuten
- Reichweite (WLTP): 468 km
- Normverbrauch: 18,9 kWh/100 km
- Laderaum: 468–1.434 Liter, zzgl. über 80 Liter Frunk
- Anhängelast: 1.500 kg
- Länge: 4,85 m
- Preis: ab 49.900 Euro (Takumi Plus ab knapp 53.000 Euro)
















