Neuvorstellung: Bovensiepen Spider

Limitierter Roadster mit 435 PS: Der Bovensiepen Spider in allen Details mit Technik, Ausstattung, Preis und allen Daten.

Handarbeit aus Buchloe trifft bekannte Basis

Die junge Manufaktur um Andreas und Florian Bovensiepen bringt mit dem Spider einen streng limitierten, offenen Sportwagen auf Basis des BMW Z4 in verhältnismäßig kleiner Stückzahl auf den Markt. Ein getunter Sechszylinder, ein individuelles Design von Frank Stephenson und exklusive Lederausstattung aus hauseigener Fertigung sollen aus dem bekannten Serienfahrzeug ein eigenständiges, begehrtes Sammlerstück machen.

Wer heute einen leichten, offenen Sportwagen mit potentem Verbrennungsmotor sucht, hat auf dem Neuwagenmarkt nur noch wenige Optionen zur Auswahl. Genau diese Marktlücke will die Manufaktur aus Buchloe mit ihrem mittlerweile dritten Modell nach dem 05 GT und dem Zagato konsequent besetzen.

Design: Vertraute Silhouette, neues Kleid

Die lange Motorhaube, das weit nach hinten gerückte Cockpit und die kurzen Überhänge prägen die Silhouette des BMW Z4 bereits seit dessen erster Generation. Für den optischen Feinschliff des Bovensiepen Spider engagierte die Manufaktur erneut Star-Designer Frank Stephenson.

Seine Handschrift zeigt sich in einem neuen Frontsplitter, vergrößerten Radhausentlüftungen in den vorderen Kotflügeln sowie einem gestreckten Heckspoiler. Ergänzt wird das Erscheinungsbild durch exklusive 20-Zoll-Schmiederäder. Das Gesamtbild wirkt elegant und eigenständig, auch wenn die grundlegenden Proportionen des Serienfahrzeugs unverkennbar erhalten bleiben. Insbesondere die Kombination aus Sichtcarbon-Komponenten und den passgenau abgestimmten Schmiederädern verleiht dem Fahrzeug optisch mehr Präsenz, ohne dabei aufdringlich zu wirken, was für die Handschrift Stephensons durchaus typisch ist.

Antrieb: Moderate Leistungssteigerung für den B58

Unter der langen Motorhaube arbeitet der bekannte 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Twin-Scroll-Turbolader (B58). Die Ingenieure statteten das Aggregat mit einer entdrosselten Ansaugluftführung samt Ram-Air-Kanal sowie einer Edelstahl-Sportabgasanlage mit vier Endrohren aus. Das Ergebnis: 435 PS und 580 Newtonmeter Drehmoment.

Die Leistungssteigerung des B58 resultiert nicht allein aus einer Software-Anpassung, sondern aus konkreten mechanischen Eingriffen. Die entdrosselte Ansaugluftführung mit Ram-Air-Kanal soll dem Motor bei höherem Tempo mehr Frischluft zuführen, während die vierflutige Edelstahl-Sportabgasanlage sowohl den Gegendruck reduziert als auch akustisch für einen präsenteren Klang sorgt.

Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 4,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h, mit dem optionalen Performance-Paket sind es 295 km/h. Die Kraft überträgt eine ZF-Achtgang-Automatik mit im Sportmodus neu abgestimmten Schaltzeiten.

Zur Einordnung: Der B58 leistet im serienmäßigen BMW Z4 M40i bereits 340 PS ab Werk und lässt sich mit einfachem Chiptuning auf deutlich über 450 PS steigern. Die Steigerung auf 435 PS durch Bovensiepen fällt damit vergleichsweise moderat aus.

Innenraum: Hochwertig, aber mit Aufpreis-Trick

Die tiefe Sitzposition integriert den Fahrer gut ins Fahrzeug und vermittelt bereits im Stand ein sportliches Gefühl. Serienmäßig kommen Bezüge aus Vernasca-Leder und Alcantara zum Einsatz, ergänzt durch ein Lenkrad aus Lavalina-Leder aus der hauseigenen Sattlerei.

Wer eine durchgängige Volllederausstattung wünscht, muss mit Aufpreisen rechnen: lederbezogene Armaturentafeln, Alcantara-Fußräume und die komplette Lavalina-Lederausstattung sind gegen Aufpreis erhältlich. Angesichts eines Grundpreises von über 115.000 Euro dürften manche Kundinnen und Kunden ein großzügigeres Serienangebot beim Leder erwartet haben; die Möglichkeit zur individuellen Veredelung durch die eigene Sattlerei bleibt davon unbenommen ein Alleinstellungsmerkmal der Manufaktur, das bei Serienherstellern in dieser Form selten angeboten wird.

Wer sich für die umfassendere Ausstattungsvariante entscheidet, erhält ein Cockpit, das dem Anspruch einer echten Manufaktur in jedem Detail gerecht wird, muss dafür allerdings über den Grundpreis hinaus mit deutlichen Kosten kalkulieren.

Bovensiepen: Dritter Anlauf einer jungen Manufaktur

Der Spider ist nach dem 05 GT und dem Zagato bereits das dritte Modell der jungen Manufaktur um Andreas und Florian Bovensiepen. Alle drei Fahrzeuge eint der Anspruch, bekannte BMW-Basisfahrzeuge mit eigenständigem Design, individueller Motorabstimmung und hochwertiger Verarbeitung zu veredeln. Der Spider ist dabei das bislang konsequenteste Bekenntnis zum puristischen, offenen Roadster-Konzept, während die beiden Vorgängermodelle stärker auf geschlossene Karosserieformen setzten.

Für die Marke ist diese Positionierung nicht neu: Bereits die Gründergeneration der Manufaktur in Buchloe war für aufwendig veredelte BMW-Modelle mit spürbar gesteigerter Motorleistung bekannt. Der Spider knüpft an diese Tradition durchaus bewusst an, wählt bei der konkreten Leistungssteigerung im Vergleich zu manch früherem Modell aus dem Hause allerdings einen erkennbar zurückhaltenderen Ansatz.

Zielgruppe und Alternativen

Der Bovensiepen Spider richtet sich an eine vergleichsweise kleine Zielgruppe von Sammlerinnen und Sammlern sowie Liebhabern offener Sportwagen, die bereit sind, für Exklusivität, individuelle Fertigung und ein eigenständiges Design einen deutlichen Aufpreis gegenüber dem Ausgangsmodell zu zahlen.

Wer in erster Linie ein möglichst leistungsstarkes Fahrzeug zum kleinstmöglichen Preis sucht, findet mit getunten Serienmodellen oder unabhängigen Tuning-Lösungen mitunter günstigere Alternativen mit vergleichbaren oder sogar höheren Leistungswerten. Der Mehrwert des Spider liegt dementsprechend weniger in reinen Fahrleistungen als vielmehr in der Kombination aus eigenständigem Design, spürbarer Manufakturqualität und der strikten, weltweiten Limitierung auf lediglich 99 handgefertigte Exemplare.

Preis des Bovensiepen Spider

Der Bovensiepen Spider ist ab einem Grundpreis von 115.500 Euro bestellbar. Von dem Fahrzeug entstehen weltweit insgesamt nur 99 handgefertigte Exemplare im Werk Buchloe, was die strikte Limitierung zu einem zentralen Bestandteil des gesamten Konzepts macht.

Technische Daten: Bovensiepen Spider

  • Motor: 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Twin-Scroll-Turbo (B58)
  • Leistung / Drehmoment: 320 kW (435 PS) / 580 Nm
  • Beschleunigung 0–100 km/h: 4,2 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h (295 km/h mit optionalem Performance-Paket)
  • Getriebe: ZF 8-Gang-Automatik
  • Leergewicht (DIN / EG): 1.585 kg / 1.660 kg
  • Leistungsgewicht: 3,6 kg pro PS
  • Kofferraumvolumen: 281 Liter
  • Limitierung: 99 Exemplare
  • Preis: ab 115.500 Euro
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