
Nachtaufklärer
BMW will in Zukunft die Lasertechnik auch in Hauptscheinwerfer einsetzten – hundertmal kleiner und doppelt so hell wie LEDs.
In der Lichttechnik hat sich in den letzten Jahren viel getan. Zunächst kamen die hellen Xenonscheinwerfer, die Ende der 80er Jahre mit dem 7er der Baureihe E 32 ihre Serienpremiere feierten und schließlich die LEDs. Nach den kleinen Leuchtdioden ist die Lasertechnik der logisch nächste Schritt. Nicht nur BMW Ingenieure arbeiten seit geraumer Zeit bereits an der Einführung verschiedener Lasertechniken im Automobilbau. Hinlänglich vertraut sind lasergestützte Sensoren zur Abstandsmessung. In Frage kommt naturgemäß aber auch der Hauptscheinwerfer als Einsatzgebiet der Lasertechnik. Schließlich handelt es sich bei einem Laserstrahl nur um eine gebündelte Form des Lichts.
Es ist naheliegend diese Technik auch zur Beleuchtung zu verwenden. Ein Laser bietet eine höhere Lichtausbeute, mehr Komfort und Sicherheit bei gleichzeitig verbesserter Effizienz als eine herkömmliche Lampe. Effizienz ist in Zeiten strenger Verbrauchsvorgaben und steigender Benzinpreise längst ein wichtiges Kriterium für die Einführung einer neuen Technik. Ein Laserscheinwerfer verbraucht nochmal 50 Prozent weniger Energie als die ohnehin schon sparsamen LED-Scheinwerfer.
Ein anderer Vorteil macht die neuartigen Laserlampen auch außerhalb von Elektrofahrzeugen, die wegen der Reichweite mit nur extrem sparsamen Verbrauchern ausgestattet werden dürfen, auch für herkömmlich angetriebene Fahrzeuge attraktiv: die enorme Lichtausbeute. Im Vergleich zu einer ohnehin sehr lichtstarken LED mit 100 Lumen pro Watt liefert eine Laser-Lampe rechnerische 170 Lumen. So ausgerüstet verfügen die BMWs in Zukunft fast über die Strahlkraft von Flakscheinwerfern. Mehr Nachtaufklärung gibt es nur noch bei der NATO. Dabei soll die neue Technik für Mensch und Tier völlig ungefährlich sein. Für den Einsatz im Straßenverkehr wird das Licht nicht direkt von einer punktförmigen Quelle abstrahlt, sondern durch ein fluoreszierendes Medium geleitet. Das austretende Licht ist sehr hell und weiß und wird als angenehm empfunden.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der geringen Baugröße der Lasertechnik. Ein handelsübliches LED-Element hat eine durchschnittliche Kantenlänge von einem Millimeter – die neuartigen Laserdioden sind fast 100-mal kleiner. Noch lassen sich die vielen neuen Möglichkeiten, die sich aus diesem Umstand ergeben nur erahnen. Die Zukunft muss es zeigen. BMW zeigt einen erstmaligen Einsatz der Laserlichttechnik in Autoscheinwerfern BMW i8 Concept. Dass die taghellen Laserscheinwerfer bald in Serie gehen werden, scheint außer Frage.
Autor:Hans Bast, München, Stand: 2011-10-21 14:10:00
Fotos: Hersteller









