
Trends auf zwei Rädern
Wer glaubt, dass sich die Fahrrad-Trends 2015 nur auf E-Bikes beschränken, der irrt! Mit Fatbikes und individuellen Rädern geht es auch ohne elektrische Hilfe durch die Zukunft.
36 Millionen YouTube-Nutzer können sich nicht irren: Fahrradfahren ist in. Und nicht nur dann, wenn Danny MacAskill in seinem Video Inspired Bicycles waghalsige Manöver auf seinem BMX Rad vollführt. Das beweist auch der aktuelle Fahrradbestand: rund 73 Millionen Fahrräder werden in Deutschland genutzt. Bei einer Einwohnerzahl von 80,8 Millionen Deutschen heißt das nichts anderes, als dass nahezu jeder einen Drahtesel besitzt. Zu den konservativen und mit reiner Muskelkraft angetriebenen Zweirädern haben sich in den vergangenen Jahren über 1,5 Millionen E-Bikes hinzugesellt. Zum Vergleich: Genau 18.948 Elektroautos schlichen am 1. Januar 2015 über unsere Straßen – immerhin 55,9 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Bei insgesamt 62,4 Millionen Autos auf Deutschlands Straßen muss aber bei dem prozentualen Anteil der E-Fahrzeuge am Gesamtmarkt schon die zweite Ziffer hinter dem Komma hinzugezogen werden, denn der beträgt 0,03 Prozent.
Doch weg von den vierrädrigen und hin zu den zweirädrigen Trendsettern. Keine Frage, der Wunsch zur Elektrifizierung des Straßenverkehrs nimmt auch im Bereich der Fahrräder zu. Der Wille des gemütlichen Sporttreibens in der freien Natur, ganz ohne Furcht vor Anstiegen oder Gegenwind, ist hier die treibende Kraft. Dank der elektrischen Unterstützung, die je nach Fahrradtyp anders ausfällt, stehen dem auch so gut wie keine Hindernisse mehr im Wege. Dass diese Art des „sich unter die Pedale Greifen“ nicht nur den älteren Semestern gefällt, sondern auch jüngere Fahrer ansprechen soll, ist nicht zuletzt an den sportiven Designs der Bikes zu erkennen. Die Zeiten, in denen ein Elektrofahrrad auf mehrere hundert Meter hin zu erkennen war, sind gezählt.
Natürlich gibt es sie noch, die E-Bikes im Holland-Fahrrad-Kleid wie aus dem Hause Prophete. Die Kombination des leichten Auf- und Absteigens mit dem verbauten Elektroantrieb ist für viele Fahrradfahrer die perfekte Lösung. Die Zukunft der Elektrobikes liegt aber auch in den Mountainbikes und den Trekkingrädern. Moderne und stylische Pedelecs wie das M1 Spitzing oder Hybridmodelle wie das Rotwild R.Q1 stehen den stromlosen Fahrrädern wie dem AMR LT 8 LC oder dem RIOT LT 10 der Marke Ghost in puncto Design in nichts nach. Richtig wild kann es kann es auch mit dem neuen Stereo 160 Super HPC Action Team von Cube zugehen – unplugged versteht sich.
Mach es Dir einfach selbst
Der aktuell größte Trend der Fahrrad-Community sind Fatbikes. In den USA bereits zum Hype avanciert, überrollen die auf gewaltigen Reifen daherkommenden Trekkingräder den ganzen Globus. „Fatbikes sind eine Option für Mountainbiker, die auf Federungstechnik verzichten wollen und dafür in Kauf nehmen, dass alles etwas gemütlicher rollt“, sagt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Sogar im 20 Zentimeter tiefen Schnee, auf Sand oder auf Kies lässt es sich noch gemütlich fahren. Kurz gesagt: Die Fähigkeiten eines Fatbikes mit ihren bis zu 4,8 Zoll breiten Reifen sorgen auch in der kalten Jahreszeit für ausreichend viel Fahrspaß. Eines der derzeit angesagtesten Fatbikes ist das Fatboy Expert der Marke Specialized. Der auf fast zwölf Zentimeter breiten Reifen rollende Trendsetter macht auch vor Bachläufen keinen Halt. Das Besondere an den Fatbikes sind allerdings nicht nur die gewaltigen Reifen, sondern die Tatsache, dass sie sich auch noch ohne großen Kraftaufwand bewegen lassen.
Einen weiteren sich abzeichnenden Trend hat sich das Unternehmen Urbike zum Tagesgeschäft gemacht – und das mit Erfolg. Die Mitte 2010 gegründete GmbH vertreibt individualisierbare Citybikes. Ähnliche wie ein Auto-Konfigurator kann der Kunde sich im Internet sein Fahrrad ganz individuell gestalten. Von Farben über Teile bis hin zu der Größe des Fahrrads ist bei Urbike alles individualisierbar. Insgesamt über 200 Farbkombinationen und fast 3.000 Individualisierungsmöglichkeiten stehen den immer mehr werdenden Kunden zur Wahl. Lediglich für Kinder ist aktuell noch nichts zu bestellen. Doch dies soll sich noch in diesem Jahr ändern. Und wenn es nicht bis zum Sommer hin klappt, so wird es aller Voraussicht nach zum Weihnachtsgeschäft etwas für die kleinen Fahrradfahrer geben. Wer sich noch vor dem finalen Klick einen Eindruck von der Qualität der Custom-Bikes der Marke Urbike machen möchte, kann an jedem der drei Standorte in München, Köln oder Hamburg die Fahrräder auf Nabe und Feder untersuchen – und selbstverständlich auch testen. Die Freiluftsaison kann kommen!
Autor:Marcel Sommer, Stand: 2015-03-09 17:35:00
Fotos: fat-bike.de









