Die kultigste Autoparty Amerikas feiert Geburtstag
Alle zwei Jahre verwandeln tausende Mini-Fans die Highways der USA in eine rollende, kunterbunte Autoparty. Doch zum 20-jährigen Jubiläum der Kult-Veranstaltung „Mini Takes the States“ (MTTS) ist bei der zehnten Auflage vieles anders.
Statt eines einzelnen, kräfteraubenden Transkontinental-Rallye-Marathons im Hochsommer hat Mini USA das Community-Event neu erfunden: Drei verlängerte Wochenend-Events in Kalifornien, New York und Florida rund um die Halloween- und Herbstzeit holen noch mehr Fans ab, ohne dass man dafür gleich zwei Wochen Urlaub opfern muss.
Schrilles Tuning und rollende Puppenstuben: Die bunte Welt der MTTS-Community
Was in den USA sonst oft als schrill oder verrückt abgetan wird, ist bei der Mini-Gemeinde fester Bestandteil der Markenidentität. Wer bei MTTS mitfährt, unterscheidet sich grundlegend von gewöhnlichen Autoclubs. Egal ob ein gelber R53 der ersten Generation, ein brauner Clubman, ein F56 in Knallrot oder der martialische John Cooper Works – Seriengestalt ist hier die absolute Ausnahme. Die Treue zu den britischen Wurzeln zeigt sich oft schon am Fahrzeugschlüssel mit Union-Jack-Motiv.
Beim Tuning gehen die Besitzer extrem detailverliebt vor: Spiegelkappen im Zielflaggen-Muster („Checkered Flag“), Karbon-Motorhauben oder Türen mit der legendären Startnummer 37 sind oft nur das Warm-up. Viele Fahrzeuge verwandeln sich im Innenraum zu mobilen Puppenstuben mit Kuscheltier-Besatzung auf der Rückbank, Zubehörteilen von Renn-Minis oder skurrilen „Brit-Clips“ an Schaltern und Verkleidungen.
Vom Niagara-Herbst bis zum Keys-Sommer: Drei Rallies zum 20. Geburtstag
Die Jubiläumsausgabe teilt das Land geografisch auf. Nach dem Auftakt an der US-Westküste mit fast 300 Fahrzeugen rollt die MTTS-Karawane im US-Bundesstaat New York im späten Herbst mit mehr als 420 Fahrzeugen und über 1.000 Teilnehmern durch den bunten „Indian Summer“. Die Route führt drei Tage lang von Buffalo über Syracuse bis ins olympische Lake Placid.
Den sonnigen Schlusspunkt setzt Mitte November die Südstaaten-Etappe in Florida, wo das Mini-Feld entlang der Keys bis nach Key West cruist. Für eine Gebühr von 50 Dollar pro Tag bietet das Programm eine Mischung aus Fahrspaß, Benefiz-Aktionen und Live-Musik – doch die meisten Teilnehmer kommen vor allem wegen des einzigartigen Gemeinschaftsgefühls.
Treue Seelen und echte Klassiker: Geschichten vom Highway
Die Faszination MTTS lebt von ihren Charakteren. Wie dem Ehepaar Sherrie und Greg aus Florida, das in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal am Start ist. Seit dem Kauf ihres ersten Cooper S im Jahr 2006 sind sie dem Event verfallen und stellen mittlerweile drei verschiedene Minis der Baujahre 2006, 2010 und 2019 in ihre Garage. Sherrie verbindet mit der Marke sogar eine ganz persönliche Hürde: Sie kaufte ihren ersten Cooper S mit manuellem Getriebe, ohne damals überhaupt Schalten zu können – heute liebt sie das Fahrgefühl und wünscht sich die Handschaltung zurück in die US-Preislisten.
Auch Kult-Teilnehmer Jack Rowland, in der Szene besser bekannt als „Mightybee“, ist mit von der Partie. Er rollt mit einem der seltenen Classic Minis durch das Feld – einem vermeintlichen 1993er Innocenti, den er nach seiner Pensionierung von sieben Lackschichten befreite und in ein gelbes Schmuckstück verwandelte, stets flankiert von Navigator-Hund Riley auf dem Beifahrersitz.
Mit dem Relaunch des Veranstaltungsformats beweist Mini USA einmal mehr, wie lebendig und emotional die Markenbindung in der automobilen Welt sein kann. Ob im alten Klassiker oder im modernen Allrad-Countryman – die Mischung aus Fahrfreude, Individualität und echtem Zusammenhalt auf den Highways zeigt, dass die Faszination für das britisch-deutsche Kleinwagen-Original auch nach zwei Jahrzehnten nichts von ihrer Strahlkraft verloren hat.

















