29 Einzelstücke – alle bereits verkauft
Für Lamborghini ist der Luxusevent von The Quail das jährliche Hochamt. Die wichtigsten Neuheiten des Sportwagenherstellers aus Santa Agata werden traditionell hier, beim Höhepunkt der Monterey Car Week, enthüllt. So auch diesmal. Vorhang auf für den Lamborghini Fenomeno.
Die Sonne strahlt und mit ebenso sicherem wie entspannten Schritt tritt Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann auf die Bühne. Gerade einmal sieben Minuten hat jede Marke Zeit, um sich auf dem Luxusevent von The Quail dem bestens betuchten Publikum zu präsentieren. Da bekommt selbst Lamborghini keine Ausnahme vom Veranstalter, obschon die Norditaliener jährlich bei der Nobelveranstaltung auftrumpfen, um die Neuheiten zu enthüllen. Das düstere Tuch wird gezogen und der martialisch auf der weißen Bühne kauernde Lamborghini Fenomeno in seinem grellen Gelb bekommt den erwarteten Applaus. Die Kosten jedes maximal individualisierten Fenomeno: über drei Millionen Euro.


Der Supersportwagen, insgesamt 1.080 PS stark und von einer Kombination aus einem 6,5 Liter großen V12-Sauger sowie drei Elektromotoren angetrieben, ist der schnellste und stärkste jemals kreierte Lamborghini. Aus dem Stand geht es Dank Allradantrieb und 725 Nm maximalem Drehmoment in gerade einmal 2,4 Sekunden auf Tempo 100. Höchstgeschwindkeit: über 350 km/h. „Alle 29 Fahrzeuge, die wir bauen werden, sind bereits verkauft“, freut sich die der Lamborghini-CEO, der vor exakt 20 Jahren zu der Marke aus der Nähe von Bologna kam. Seit seinem Amtsantritt ist es mit dem wirtschaftlichen hin und her vorbei. Die Mitarbeiterzahl hat sich verfünffacht und es werden mittlerweile siebenmal so viele Fahrzeuge wie zuvor produziert – heiß begehrt bei den Kunden. Der Lamborghini Revuelto, auf dem der Fenomeno technisch basiert, ist bis Ende 2027 ausverkauft.
Der neue Supersportwagen ist das mittlerweile neunte Modell der sogenannten Few-Off-Serie mit maximaler Exklusivität. „Als wir 2007 den Lamborghini Reventón vorstellten, war es unser Ziel, einen wirklich herausragenden Supersportwagen zu schaffen, der den ultimativen Ausdruck dessen verkörpert, wofür Lamborghini steht“, erläutert Stephan Winkelmann, „dieser neue Few Off führt die gleiche Philosophie der Einzigartigkeit und Innovation fort, die ein grundlegender Bestandteil unserer DNA ist.“

Die gigantische Motorleistung des Fenomemo, benannt nach einem erfolgreichen Stier aus der Arena, entstammt einem Antriebsquartett aus dem 835 PS starken V12-Triebwerk, der maximale Drehzahlen von 9.500 Touren ermöglicht und einem Elektroterzett. Das maximale Drehmoment liegt bei 725 Nm bei 6.750 U/min, wobei 80 Prozent des Drehmoments bereits bei 3.500 U/min zur Verfügung stehen. Während das Saugtriebwerk die fetten Hinterräder antreibt, versorgen zwei 110 kW / 150 PS starke Elektromotoren die Vorderachse mit Energie und der dritte Radialfluss-Elektromotor bringt je nach gewähltem Fahrmodus zusätzliches Drehmoment an die Hinterräder. Die drei Elektromodule liefern weitere 245 PS für den höchst dynamischen Vortrieb im Grenzbereich – entweder lautlos oder von einem brachialen Brüllen untermalt. Im Unterschied zum alles andere als zahmen Lamborghini Revuelto wurde das 7,0 kWh große Batteriepaket, im Kardantunnel des Norditalieners untergebracht, komplett neu entwickelt.


Das CCM-R-Plus-Bremssystem mit Karbon-Keramik-Scheiben soll maximale Effizienz sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke garantieren. Anders als beim Plattformgeber Revuelto ist der Fenomeno mit einem völlig anderen Fahrwerk ausgestattet, das sich bei der zukünftigen GT3-Rennversion bedient hat. Die Stoßdämpfer werden nicht elektronisch angesteuert, sondern können je nach Anforderungen des Piloten und des Einsatzzwecks manuell kalibriert werden. Sie reduzieren mit unterschiedlicher Druck- und Zugstufe nicht nur eine optimale Dämpfungsleistung, um die Karosseriebewegungen zu minimieren, sondern bieten ein größeres Verhältnis zwischen Rad – 265/30 ZRF21 vorne und 355/25 ZRF22 hinten – und Stoßdämpfer. Doch nicht nur technisch hat sich beim Fenomeno mehr als bei allen Vorgängern getan, wie Entwicklungschef Rouven Mohr unterstreicht, auch optisch geht der 5,01 Meter lange Powerhybride seinen ganz eigenen Weg. „Mit dem Fenomeno öffnen wir ein weiteres Mal eine ganz neue Seite unserer einzigartigen und stets zukunftsorientierten Design- und Formensprache. Sie folgt dabei konsequent unseren authentischen und extrem wiedererkennbaren Designprinzipien basierend auf dem ersten Countach LP500“, erläutert Chefdesigner Mitja Borkert.







