Faszination V12
Zwölfzylinder in der Luxusklasse zu bezahlbaren Preisen
Luxuslimousinen gab und gibt es viele, doch es geht eben immer noch etwas mehr. Die Kirsche auf der frisch geschlagenen Sahne und mehr als das gewisse Etwas ist ein patenter Zwölfzylinder. Diese sind als Neufahrzeuge geradezu unbezahlbar und sind als Gebrauchtfahrzeuge mitunter wahre Schnäppchen.
Keine Frage, ein Zwölfzylinder wie ein Audi A8 W12, BMW 760i, ein Mercedes S 600 oder ein Bentley Continental Flying Spur kosten nicht allein bei der Neuanschaffung ein mittleres Vermögen. Auch bei den Unterhaltskosten empfiehlt sich ein wachsames Auge auf die eigene Geldbörse, doch generell sollte man nicht gleich den Kopf schütteln, wenn sich beim Studium der Gebrauchtwagenbörsen ein Dutzendzylinder ins Gehirn brennen will. Neben dem automobilen Status, den imposanten Fahrleistungen und einer Ausstattung, die nur allzu wenige Wünsche offenlässt, bietet ein Zwölfzylinder weitere Vorteile. Die Fahrzeuge wurden nur selten im harten Alltagseinsatz auf der linken Spur der Autobahn gescheucht. Als Kilometerfresser waren und sind zumeist leistungsstarke Sechs- und Achtzylinder unterwegs – gerne auch als Diesel. Wer viele Kilometer im Alltag hinter sich bringen will, hat um die Zwölfzylinder schon aufgrund der hohen Verbräuche einen großen Bogen gemacht.
Zudem sind Zwölfzylinder zumeist sehr gut gewartet worden und das garantiert stattliche Laufleistungen. Stimmen daher Pflege- und Wartungshistorie sollte einen Laufleistung von 150.000, 200.000 oder noch mehr Kilometern daher nicht vom Kauf abhalten. Fehlt das Serviceheft und sind entsprechende Wartungsnachweise jedoch nicht zu bekommen, sollte man um den Kauf direkt einen Bogen machen. Einen sehr weiten, denn dann kann der vermeintlich günstige Gebrauchtwagenkauf zu einer überaus teuren Überraschung werden.
Audi A8 W12


In der aktuellen Generation hat sich Audi auch bei seinem Topmodell A8 etwas überraschend von einem Zwölfzylinder verabschiedet. Bei den Vorgängergeneration sah das ganz anders aus und so ist das Angebot an ebenso imageträchtigen wie luxuriösen Zwölfzylindern, das preislich bei rund 30.000 Euro beginnt, durchaus beachtlich. Dafür gibt es einen exzellent ausgestatteten Audi A8 6.3 FSI aus 2013, der von einem 500 PS starken Zwölfzylinder über beide Achsen angetrieben wird
LED-Matrix-Scheinwerfer, klimatisierte Massagesitze mit Exklusivleder, Einzelsitzanlage und elektrische Rollos rundum lassen im Innern keine Wünsche offen. Die Lauleistung solcher Fahrzeuge liegt bisweilen sogar unter 100.000 Kilometern, weil diese eben nicht als Dauerläufer beschafft wurden. Die Wartungshistorie sollte jedoch komplett sein und ein neuer TÜV sowie eine neue Inspektion sichern den Kauf maximal ab.
Bentley Continental Flying Spur


Technisch eng mit dem VW Phaeton verwandt ist der Bentley Continental Flying Spur. Zwölf Zylinder, 560 PS, Getriebeautomatik und Allradantrieb mit dem konkurrenzlos eleganten Design eines Bentleys lassen kaum irdische Fahrzeugwünsche offen. Die Fahrleistungen sind spektakulär und anders als die Konkurrenz wird bei Tempo 250 nicht abgeriegelt. Das Leder im Innerraum: ein Genuss.
Wenn etwas beim Continental Flying Spur überrascht, ist es nicht allein das ungemein große Angebot an Technikdetails, sondern insbesondere die günstigen Preise. Ein W12-Model aus dem Jahre 2006 startet bei rund 20.000 Euro. Spürbar teuer wird es erst bei der Nachfolgegeneration ab 2010; dann geht unter 50.000 Euro wenig. Allein bei der Wartung wird es mitunter teuer – sehr teuer.
BMW 760i


Das adäquate Gegenstück zum Audi A8 mit Zwölfzylinder ist der BMW 760i, der zumeist als Langversion BMW 760Li angeboten wird. Günstige Modelle aus 2010 starten bereits bei unter 20.000 Euro, während die Komfortausstattung ebenso wenig Lücken lässt, wie bei den Wettbewerbern von Audi, Bentley, VW oder Jaguar. Im Gegensatz zum Audi A8 ist diese Generation jedoch nicht mit dem empfehlenswerten Allradantrieb zu bekommen, der zunächst den leistungsstarken Achtzylindern vorbehalten blieb.
Luftfederung, ein maximal individualisierter Leder-Innenraum, Bildschirme sowie Massagefunktionen und abgedunkelte Scheiben bieten die meisten Modelle. Der V12 wird von einem sechs Liter großen 400 kW / 544 PS starken Triebwerk zu sportlichsten Höchstleistungen getrieben. Der Verbrauch ist bei artgerechter Fahrweise kaum unter 15 Litern auf 100 Kilometer. Fahrerassistenzsysteme unterstützen den Fahrer, der vom säuselnden V12 während der Fahrt kaum mehr als leises Säuseln wahrnimmt.
Mercedes S 600 L


Deutlich mehr Modelle als von Audi A8 W12 und BMW 760i / Li sind vom Mercedes-Topmodell des S 600 L auf dem Markt. Der 600er mit seinem aufgeladenen Zwölfzylinder leistet aus dem Baujahr 2010 beispielsweise üppige 380 kW / 517 PS und wird ebenso wie die Wettbewerber bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt. Der 600er wird bei Mercedes nur mit langem Radstand angeboten, wobei die Ausstattung ebenso luxuriös und opulent ist, wie bei der Konkurrenz aus München oder Ingolstadt.
Auch hier ist der 600er-V12 jedoch nur mit Hinterradantrieb zu bekommen. Eine Allradversion gibt es erst seit einigen Jahren in der Zwölfzylinder-S-Klasse. Der belederte Innenraum ist jedoch auch mehr als 15 Jahre alten Fahrzeugen noch eine Schau und die Verarbeitung setzt unverändert Maßstäbe. Preislich geht es mit der exklusiven Designo-Ausstattung bei 15.000 Euro für ein Fahrzeug der Generation W 221 los. Auch hier: wichtiger denn je sind nicht allein die Ausstattung und der Pflegezustand, sondern auch die Wartungshistorie. Sonst ebenso Finger weg wie bei getunten Fahrzeugen.
VW Phaeton W12


Auch Volkswagen war einmal in der Luxusliga unterwegs. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen, doch mit dem Phaeton wollten die Wolfsburger Anfang der 2000er Jahre die Luxusklasse und insbesondere das Imagetrio aus Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse durchbrechen. Und das auf Wunsch sogar mit einem immerhin 450 PS starken Zwölfzylinder. Der war zwar durch seine Bauform nicht derart laufruhig wie bei Mercedes oder BMW und fehlten auch ein paar Pferde, doch obligatorisch gab es Allradantrieb. Für Dieselfans gab es sogar einen 313 PS starken Zehnzylinder.
Bei der Komfortausstattung liegt der Phaeton-W12 auf dem gleichen Niveau wie der edle Wettbewerb. Einige Fahrzeuge sind sogar mit der besonders exklusiven Einzelsitzanlage im Fond zu bekommen, die einen reisen lässt wie einen Firmenchef im Privatflieger. Die Preise für einen VW Phaeton W12 6.0 4motion starten aus dem Jahre 2007 bei unter 20.000 Euro. Exklusives Leder, elektrische Helfer, Massagesitze und Schiebedach inklusive. Vielleicht genau das richtige, wenn das Luxusmodell nicht derart auffallen soll wie ein 7er BMW oder eine S-Klasse.

