Porsche mit induktivem Laden

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VonFabian Mechtel

5. September 2025

Der Cayenne Electric lädt ohne Kabel

Porsche nutzt die Bühne der IAA Mobility in München, um ein neues Kapitel beim Laden von E-Autos vorzustellen. Die Schwaben präsentieren damit erstmals den Einsatz dieser Technik zum Laden einer Hochvolt-Traktionsbatterie in einem Serienfahrzeug.

Das System kommt zur Messe in einem getarnten Prototypen des Cayenne Electric zum Einsatz, der 2026 als erstes Serienmodell optional mit der Technologie ausgestattet werden kann. Zentrale Komponente ist die sogenannte One-Box-Bodenplatte, die ohne separate Wallbox oder zusätzliche Steuerung auskommt. Lediglich die knapp sechs Zentimeter hohe Bodenplatte auf dem Stellplatz und eine Empfangseinheit im Fahrzeugunterboden sind nötig. Die Platte misst 117 mal 78 Zentimeter und bringt etwa 50 Kilogramm auf die Waage. Sie ist sowohl für die Garage als auch für Stellplätze unter freiem Himmel geeignet.

Der eigentliche Ladevorgang funktioniert kabellos per Magnetfeld. In der Bodenplatte erzeugt eine Kupferspule in Kombination mit einem Eisenkern ein Magnetfeld, das von einer weiteren Spule im Fahrzeug aufgenommen wird. Der daraus entstehende Wechselstrom wird an Bord in Gleichstrom für die Batterie umgewandelt. Porsche nennt eine maximale Ladeleistung von 11 kW bei einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Damit erreicht das System den Standard vieler Wallboxen. Für die Energieübertragung muss der Cayenne Electric exakt über der Bodenplatte positioniert werden, unterstützt von Ultrabreitbandtechnologie für die genaue Ausrichtung und einer speziellen Darstellung auf dem Touchscreen. Ist die Parkposition erreicht und die Parkbremse aktiviert, startet der Ladevorgang automatisch.

Sicherheit und Praxistauglichkeit stehen im Fokus

Ein Bewegungsmelder in der Platte und eine Fremdkörpererkennung verhindern, dass Gegenstände oder Tiere beim Ladevorgang zu Schaden kommen. Die elektromagnetische Strahlung bleibt während des Ladevorgangs auf den Unterboden des Autos begrenzt. Die Empfangseinheit ist steinschlagsicher zwischen den Vorderrädern untergebracht. Das versehentliche Überfahren der Bodenplatte soll laut Porsche keine Schäden verursachen.

Wie herkömmliche Ladevorgänge auch, kann die Steuerung des induktiven Ladevorgangs über die Porsche App erfolgen. Nutzer können die Ladezeiten vorprogrammieren oder die Innenraumklimatisierung bereits vor Fahrtantritt aktivieren. Porsche betont, dass etwa 75 Prozent aller Ladevorgänge bei aktuellen Elektro-Modellen zu Hause stattfinden. Für die Zielgruppe dürfte das kontaktlose Laden daher vor allem im Alltag einen Komfortgewinn bringen.

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