Porsche 911 Turbo S Hybrid

Avatar-Foto

VonStefan Grundhoff

8. September 2025

Frohes Fest

Nach dem Porsche 911 GTS wird nunmehr auch das Topmodell des 911 Turbo S zum dynamischen Hybridmodell mit noch mehr Leistung und zusätzlichem Schub. Als es ob es dem perfektesten aller Elfer daran bisher gemangelt hätte. Genau das richtige für stimmungsvolle Weihnachten.

Ob jemals ein Kunde auf der Straße den realen Unterschied zwischen bisherigem 911 Turbo S der Generation 992.1 und dem hybriden Power-Nachfolger 992.2 herausfahren kann, darf an dieser Stelle gerne offenbleiben. Bisher holt der aufgeladene 3,8-Liter-Motor aus seinen sechs Brennkammern alles andere als unspektakuläre 478 kW / 650 PS heraus – ein unglaublicher Schub und Geschwindigkeiten von rund 320 km/h. Der Nachfolger sieht optisch nahezu genauso aus wie der Vorgänger, doch der Sechszylinder-Boxer muss nunmehr wie in alten Zeiten mit 3,6 Litern Hubraum auskommen und bekommt dank Elektroboost einen höchst stimmungsvollen Nachschlag auf 523 kW / 711 PS.

Technisch ist der 911 Turbo S eng mit dem zahmeren GTS verwandt, doch arbeiten beim Topmodell nunmehr zwei elektrische Turbolader und übertünchen so jedes noch so kleine Turboloch. Wer daran zweifelt, dem verschlägt es bei ein paar rasenden Testrunden mit Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister auf der hauseigenen Teststrecke in Weissach schier den Atem. Der Schub ist unbeschreiblich, die Zentrifugalkräfte kaum kleiner und der Sprung zum reinen Flugmanöver scheint ein überaus kleiner zu sein. 800 Nm maximales Drehmoment zwischen 2.300 und 6.000 U/min sind nicht mehr als vorher; aber in einem deutlich breiteren Band. Es gibt da nur einen winzigen Nachteil:

Wer nicht mit Jörg Bergmeister ein paar rasenden Runden gedonnert ist, wird die Mehrleistung kaum spüren, denn selbst in der Hand eines geschulten Sportfahrers bewegen sich Vorgänger und Nachfolger nahezu deckungsgleich – zumindest in allem, was auf einer öffentlichen Straße zu realisieren ist. Da der hybride 911 Turbo S auf ein Plug-in-Modul nebst Stecker verzichtet, gibt es keinen nennenswerten Minderbrauch und auch keine elektrische Reichweite, um zumindest morgens lautlos aus der Villensiedlung zu rollen. Stattdessen bringt das 400-Volt-Bordnetz ein besseres Ansprechverhalten aus allen Tempi und eben stattliche 61 PS mehr Leistung –  und kaum einer wird es merken. Die Daten: 0 auf Tempo 100 nunmehr in noch schnelleren 2,5 Sekunden und 322 km/h Spitze. Gut, aber daran hatte es eben auch dem überaus potenten Vorgänger nicht gefehlt und selbst die stattlichen 85 Kilogramm Zusatzgewicht für Bordnetz, Batterie und Verkabelung sowie liegen nicht im Erfahrungsbereich eines Normalsterblichen. Für das Mehrgewicht und den gestiegenen Tatendrang gibt es breitere Reifen (255/35 ZR 20 vorn – 325/30 ZR21 hinten), eine vergrößerte Bremsanlage mit Keramikverbundbremsen (420 mm vorn / 410 mm hinten) sowie ein variables Dämpfersystem, das insbesondere die Wankneigung im Grenzbereich nennenswert reduzieren soll.

Die zugegeben üppige Serienausstattung lassen sich due Zuffenhausener dagegen teuer bezahlen. Unter 271.000 Euro geht beim Porsche 911 Turbo S gar nichts mehr. Die offene Cabrioversion, die sich stattlicher Zulassungsanteile erfreut, startet gar erst bei 285.200 Euro. Verkaufsstart ist zum Jahreswechsel 2025 / 2026. Vielleicht etwas passendes für ein außergewöhnliches Weihnachtsfest. Für die wohlklingende Musik sorgt die serienmäßig verbaute Titanbremsanlage – das spart 6,8 Kilogramm und sorgt für mächtig Eindruck. Frohes Fest!

Ein Gedanke zu „Porsche 911 Turbo S Hybrid“
  1. Sehr geehrter Herr Grundhoff,

    sie irren sich, der Vorgänger 911 Turbo S fuhr 330km/h und nicht nur 320km/h.

    Damit ist bei dem neuen Modell die Geschwindigkeit sogar deutlich langsamer als bein Vorgänger.
    Wir reden hier von DEM Sportwagen Porsche Turbo und der ist langsamer als sein Vorgänger… Was für eine Enttäuschung.
    Ein uralter Brabus EV12 S von 1997 fuhr schon damals als große, schwere Limousine (Mereceds E-Klasse W210) abgeriegelte 330km/h,
    trotz viel weniger PS (582) und der Vorgänger 911 Turbo fuhr immerhin auch 330km/h
    Der neue 911 schafft nur noch 322km/h, das fährt ja der GTS auch fast.

    Ja der Neue ist auf dem Nürburgring paar Sekunden schneller, einer Rennstrecke mit immerhin einer Länge von fast 21km!!!
    Ist ja nicht so das er auf einer kleinen „normalen“ Rennrunde mal eben 10 Sekunden schneller ist.
    Und die gefahrene Zeit von gerade mal 7:03,92 ist auch nicht besonders gut verglichen mit anderen Sportwagen (siehe Rekordfahrten Nürburgring).

    Zutaten für diese kleine Zeitverbesserung: mehr PS und breitere Reifen, vielleicht bisschen Aerodynamik.
    Aber das bekommt man ja auch mit jedem VW Polo oder 3er BMW hin. Ist also wirklich überhaupt nichts besonderes oder?

    Einzig der Preis, ja der ist natürlich deutlich besser geworden,…….. für Porsche……..

    Für mich als Kunde erstmals die bittere Enttäuschung über einen neuen 911 Turbo.
    Genau wie Sie es sagen, im Alltag auf der Straße wird man wohl überhaupt keinen Unterschied zum Vorgänger bemerken.

    Alle wundern sich jetzt in Deutschland warum es unseren Autoherstellern so schlecht geht, da kann ich nur sagen selbst Schuld.
    Der Kunde möchte KEINEN Elektroschrott und keine überteuerten misslungenen Designexperiment haben.

    Die Autos sind inzwischen alle über designt, unnützlich, viel zu kompelx und einfach viel zu teuer.

    Die deutschen PKW Hersteller machen sich selbst kaputt. Wo blieb der Aufschrei als unsere unfähigen Politiker sagten Elektroschrott wäre das Beste?
    Warum hat da kein Hersteller protestiert? Wir wissen längst das Elektro überhaupt nicht Umweltfreundlich und praktisch ist.
    Na ja, muss jeder Hersteller selber wissen wie er damit umgeht, aber dann bitte nicht rum jammern wenn der Kunde eben KEIN Elektroschrott als PKW haben möchte.

    Ansonsten ein schöner Bericht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg Foerster, Auto und Benzin Fan seit 70er Jahren

Kommentar verfassen