Stradale war gestern
Ferrari ersetzt seinen SF Stradale von einem großen Namen – einem sehr großen: Testarossa mit dem unbedeutenden Präfix 849. Mehr Leistung, mehr Emotionen und eine Front wie Daft Punk.
Das Ferrari-Design der aktuellen Modelle ist nicht etwas für jedermann, denn gerade die schwarze Maske polarisiert. Was der 12Cilindri einführte, setzt der 849 Testarossa nunmehr fort. Besonders markant eine Front, die aussieht wie die schmale Sonnenbrille des Pop Duos Daft Punk nebst markigem Frontspoiler. Beim Antrieb wurde im Vergleich zum Vorgänger SF90 deutlich nachgelegt. Der doppelt aufgeladene Achtzylinder mit 611 kW / 830 PS wird von drei Elektromotoren und einem Batteriepaket unterstützt, das per Stecker aufgeladen werden kann. Vier Liter großer Verbrenner und Elektromotor hinten sowie zwei 163 kW / 220 PS starke E-Module an der Vorderachse sorgen nicht nur für zusätzlichen Schub, sondern durch den Allradantrieb auch für eine neue Agilität; unterstützt vom achtstufigen Doppelkupplungsgetriebe.

Insgesamt leistet der 4,72 Meter lange Ferrari 849 Testarossa aus seinen vier Motoren imposante 772 kW / 1050 PS und ein maximales Drehmoment von 842 Nm bei 6.500 U/min. Aus dem Stand geht es für den Norditaliener so in 2,3 Sekunden auf Tempo 100 und in weniger als 6,5 Sekunden sind 200 km/h erreicht. Seine Höchstgeschwindigkeit: über 330 km/h. Der edle Innenraum orientiert sich weitgehend am 12Cilindri und gleiches für die Bedienung per Touch, Schalter oder Sprache. Ungewöhnlich: das Kofferraumvolumen ist mit 74 Litern kaum nennenswert über den 68 Litern des Kraftstofftanks. Auf große Spoiler verzichtet der 849 Testarossa – trotzdem sorgt die ausgeklügelte Aerodynamik bei Tempo 250 für 415 Kilogramm Abtrieb. Ferrari kann auch grün: erstmals sind in einem Ferrari-Serienmodell für Motorgussteile, wie Zylinderkopf, Kurbelgehäuse und Ölwanne, recycelte Aluminiumlegierungen verbaut. Dadurch werden die CO2-Emissionen pro Kilogramm verwendeten Aluminiums um bis zu 80 Prozent reduziert. Der Preis des neuen Ferrari-Stars dürfte bei rund einer halben Million Euro liegen.















