Wann wurden die besten deutschen Autos gebaut?

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VonStefan Grundhoff

19. Februar 2026

Das maximal mögliche

Rückrufaktionen häufen sich, Kunden beklagen Mängel bei Verarbeitung, Qualität und das zu gigantischen Preisen. Wann hat sich das Blatt gedreht und wann wurden in Deutschland eigentlich die qualitativ besten Autos gebaut, bevor der Rotstift Entwicklung und Produktion dominierte? 

Einen VW Golf liebt doch irgendwie jeder – zumindest in Deutschland. Als die achte Generation 2019 / 2020 das Licht der automobilen Welt erblickte, war der Schock bei vielen groß und kaum einer traute es sich, das gesehene auszusprechen. Nicht nur in Sachen Design hatte sich zwischen der siebten und achten Generation des Wolfsburger Bestsellers kaum etwas getan. Viel schlimmer war, dass die Qualität spürbar nachgelassen hatte. Fugen, Oberflächen und Schalter waren im Vergleich zum Vorgänger spürbar schlechter geworden. Dazu eine Bordelektronik, die Befehle nicht nur häufig missverstand, sondern auch regelmäßig abstürzte. Seit 1975 hatte der VW Golf Maßstäbe gesetzt – beileibe nicht nur in seinem Segment. Gerade die Generationen vier und fünf hatten seinerzeit den internationalen Wettbewerb geschockt – ab Ende der 1990er Jahre bot der Golf Premiumniveau. Das hielt bis zur siebten Generation an. Wer den besten Golf aller Zeiten kaufen will, ist mit einem Turbobenziner – zum Beispiel dem Vierzylinder vom Typ EA888 – bestens bedient.

Doch nicht nur Volkswagen hat schon bessere Zeiten gesehen. Bei nahezu jeder anderen Marke ging es in den vergangenen Jahren bergab. Dabei geht es nicht immer um sinkende Qualität, sondern verkürzte Entwicklungsprozesse, Kostendruck bei den Zulieferern und immer mehr Hightech-Module in den Fahrzeugen sorgten für Probleme – gerade zu Anfang der Modellanläufe. Noch heute kommen Münchner Ingenieure ins Schwärmen, wenn sie von den niedrigen Toleranzen und Fehlerquellen des BMW 3er Modells der Generation E90 sprechen. Vielleicht war das ab 2005 angebotene Mittelklassemodell der Bayern nicht derart zeitlos elegant und edel wie sein Vorgänger E46, der insbesondere durch die Coupéversion zur Legende wurde. Doch in Sachen Qualität setzte die Dreiermodelle – verfügbar als Limousine, Kombi, Cabrio und Coupé – der Baureihen E90, E91, E92 und E93 – nicht allein für die Münchner neue Maßstäbe. 

Mercedes ist seit Jahrzehnten bekannt für seine exzellente Qualität. Für viele ist die E-Klasse Baureihe W124 / S124 bis heute das Maß aller Dinge. Hatten sich die Taxifahrer nur Monate nach dem Verkaufsstart noch wegen allerhand Kleinigkeiten beschwert, dass das 1984 vorgestellte Oberklassemodell nicht auf dem Niveau des Vorgängers W123 / S123 sei, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, so wendete sich das Blatt schnell und der 124er gilt insbesondere mit seinen Dieselaggregaten vor der Commonrail-Generation als Dauerläufer mit unerreichter Qualität. Wer ein modernes Sternen-Fahrzeug mit einer unverwüstlichen Technik sucht, dem sei die E-Klasse W211 empfohlen, der 2002 seine Premiere feierte und seinen Vorgänger W210 vergessen lassen wollte. Die Mercedes E-Klasse aus den späten 2000er Jahren ohne Luftfederung oder gar der elektrohydraulischen Bremse ist ein Dauerläufer von beeindruckender Qualität, der auch optisch nicht alt geworden ist. Das maximal technische machbare bot Mercedes Anfang der 1990er. Um den Schock mit dem starken BMW 7er der Generation E32 mit V12-Antrieb und viel Hightech zu kontern, wurde die S-Klasse der Baureihe W140 nochmals mehr als 18 Monate nach hinten geschoben. Am Ende eine Luxuslimousine, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Dämmglas, Softclose und V12-Power inklusive. Nicht weniger imposant: die bauähnliche Coupévariante C140 und der Luxusroadster der Baureihe R129.

Wer eine jüngere Luxuslimousine sucht, die nicht nur kaum Wünsche offen lässt, sondern zu günstigen Preisen auch in Sachen Qualität beeindrucken kann, dem sei der Audi A8 der Modellgeneration D3 aus den Jahren 2014 – 2017 empfohlen. Technik, Fertigungsqualität, Antrieb oder Materialien im Innern stellten selbst die deutlich erfolgreicheren Luxusmodelle Mercedes S-Klasse oder BMW 7er in Schatten. Besonders der Standard-Diesel mit drei Litern Hubraum sowie 190 kW / 258 PS ist in Verbindung mit dem Allradantrieb auch nach heutigen Maßstäben das Maximum des seinerzeit machbaren. Und wer will: es gibt auch einen 6,3-Liter-Zwölfzylinder. 

Auch bei den Sportwagen gibt es über Jahre und Jahrzehnte große Amplituden bei der Qualität und Ausstattung. Der Porsche 911 ist seit Jahrzehnten Legende, Traumwagen und ein Gradmesser für Werterhalt. Wer den besten Elfer aller Zeiten sucht, der wird diesen nach seinen ganz persönlichen Vorlieben finden. Qualitativ gelten die 911-Modelle 997 Mk2 und 991 Mk1 / Mk2 als qualitativ besonders gut. Karosserie, Motor, Innenraum und Fahrwerk setzen insbesondere unter den Sportwagen neue Maßstäbe. Die hohen Wartungskosten schrecken viele ab – doch wer einen Sportwagen für die Ewigkeit sucht, ist mit den 911ern der Modelljahre 2009 bis 2019 bestens bedient. 

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