Stiller Star
Die einen wollen ein Elektromobil, die nächsten einen coolen Crossover und wieder andere einen spektakulären Sportwagen. Wo ist da noch Platz für einen Familienkombi zum fairen Preis mit viel Platz und allemal dynamischen Antrieb? So einen wie den Kia K4 Sportswagon.
Die Kombis sind aus vielen Modellportfolios verschwunden. Gestrichen, in den Hintergrund gestellt und einfach nicht mehr beachtet, denn in der Autoszene haben längst andere Hauptdarsteller das Sagen. Auch Kia schwingt sich immer mehr in die Elektro-Ecke, bedient mit bekannten SUV-Modellen wie Sportage, einem Sorento oder dem neuen Skoda-Jäger Seltos aber auch klassische Segmente. Ganz neu: der schicke Kia K4 ist nicht allein als zunehmende erwachsenes Kompaktklassemodell, sondern auch als geräumiger Kombi zu bekommen, der längst in der Mittelklasse seine Kunden sucht. Viel Familienauto für einen gesunden Gegenwert ab 29.890 Euro – moderne Verbrenner und jede Menge Ausstattung inklusive. Wer steigt da noch lieber in einen Crossover ein?

Der K4-Look ist mutig, anders und sehenswert. Kein dröger Kombi, bei dem man an Limousine oder Schrägheckversion einfach einen Rucksack angehängt hat, der das nötige Platzangebot für Passagiere und Gepäck ermöglicht. Nein, dieser 4,70 Meter lange Kia bietet zwar nicht die ihm namensgebende Sportlichkeit, doch jede Menge Alltagsnutzen, einen variablen Innenraum und dann fährt er sich noch ganz gut. Dabei sollte der geneigte Interessent keinen Gedanken daran verschwenden, sich für die müde Einstiegsversion des K4 Sportswagon 1.0 T-GDI mit gerade einmal einem Liter Hubraum und 115 PS zu entscheiden. Nein – das ist zu wenig. Händlerangebot und Komfortanspruch dürften real darüber entscheiden, welche der beiden 1,6-Liter-Versionen den Weg in die eigene Garage findet. 110 kW / 150 PS oder der etwas kräftigere mit 132 kW / 180 PS. Die Fahrleistungen unterscheiden sich im Alltagsbetrieb nur marginal und ob der Fronttriebler nun 205 oder 210 km/h schnell auf der Autobahn jettet, dürfte kaum einen Kunden ernsthaft interessieren. Der Verbrauch dagegen schon eher: knapp sieben Liter Super auf 100 Kilometer.
Beide Versionen sind allemal ausreichend motorisiert und daher bestens geeignet, die eigene Familie in Alltag, Urlaub und bei Freizeitgelüsten zu befrieden. Bequemer Einstieg vorne wie hinten, gut ablesbare Displays und Sitze, die sich vorne klimatisieren und im Fond zumindest beheizen lassen, während USB-Ports allenthalben für entspannte Passagiere vorne wie hinten sorgen. Praktische Ablagen, eine etwas müde Ladeschale in der Mittelkonsole und Becherhalter – nein, diesem Kia K4 SW fehlt es an wirklich nichts Wichtigem. Klasse, dass es solche Normalmodelle heute noch gibt, denn Fahrwerksfeinheiten interessieren viele Kunden ebenso wenig wie Ladetempi oder der neueste App-Shop. Wer etwas mehr ausgeben will, gönnt sich die GT-Line und kombiniert diese mit dem 180-PS-Benziner. Viel Komfort und ein Motor, der sich unter Lastanforderungen sogar ganz gut anhört und auch einen voll beladenen Kombi auf der linken Autobahnspur nicht zur Wanderdüne werden lässt.

Derweil bemüht sich das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe, den Realverbrauch zu minimieren und bissiger wird es erst im Sportmodus, der sich etwas ungewöhnlich über einen Taster am Lenkrad bedienen lässt. Wer diesen drückt, bekommt rot illuminierte Instrumente, einen höher drehenden Motor und ein automatisiertes Getriebe, das höher ausdreht. Am Fahrwerk selbst ändert sich nichts. Dabei federt der Familienkombi über störende Unebenheiten lässig hinweg, wenn man sich nicht für die optionalen 18-Zöller entscheidet, die gerade die Vorderachse leicht stößig wirken lassen und Unruhe ins Fahrzeug bringen. Hier schlägt sich der serienmäßigen 17-Zoll-Radsatz spürbar besser als das größere Paket mit Reifen im Format 235/40 R 18 und verdient allemal den Vorzug. Die Lenkung präsentiert sich geschwindigkeitsunabhängig leichtgängig, jedoch recht nichtssagend – gut beim leichten Einparken und etwas blass bei mittleren Landstraßentempi. Den Kunden wird das zugegebenermaßen kaum stören. Spüren wird er hingegen das leichte Einfedern des Kia K4 Kombi bei langen Bodenwellen und eine Unruhe, die bei harten Fahrbahnkanten in Vorderwagen und das griffige Lenkrad fährt.
Zum guten Gesamtpaket gehören im Innenraum nicht nur die gut ablesbaren Bedieneinheiten, das optionale Head-Up-Display, sondern eben auch ein Geräuschniveau, das außer beim starken Beschleunigen gut zu einem Familienkombi passt, der eben auch auf längeren Strecken bewegt werden will. Das Ladevolumen ist stattlich und die elektrische Heckklappe ein Muss. Wem die gut 600 Liter nicht reichen, klappt die Rücksitze ganz oder geteilt um und kann bis zu 1.439 Liter nutzen. Kombiherz – was willst Du mehr?

Technische Daten: Kia K4 SW 1.6 T-GDI 180
- Motor: Vierzylinder Benziner mit Turboaufladung
- Hubraum: 1597 ccm
- Leistung: 132 kW / 180 PS
- Max. Drehmoment: 265 Nm ab 1.500 U/min
- Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
- Beschleunigung 0 – 100 km/h: 8,4 Sekunden
- Getriebe: Siebengang-Doppelkupplung
- Antrieb: Front
- Normverbrauch: 6,9 Liter Super / 100 km / 155 g CO2
- Ladevolumen: 604 – 1.439 Liter
- Preis: ab 29.890 Euro













