Vor der Fahrt in den Urlaub 2026

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VonZaid Hamid

11. Juni 2026

Was kostet Tanken und Laden in Europa?

Für viele steht der Sommerurlaub vor der Tür und traditionell sind viele mit dem Auto in die Ferien unterwegs. Die Lieblingsziele unterscheiden sich dabei kaum von denen der vergangenen Jahre, denn unverändert sind Italien, Kroatien, Niederlande, Spanien, Österreich und Skandinavien beliebter denn je. Doch wie teuer sind Kraftstoff und Ladestrom im Ausland? Wir machen den Check mit beiden Antriebsarten – wo ist es besonders teuer oder günstiger als erwartet?

Der Krieg im Iran dauert an und auch die Krisensituation in der Ukraine hat sich in den vergangenen vier Jahren kaum verändert. Das hat insbesondere Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise, denn Superbenzin und Diesel sind so teuer wie selten zuvor. Doch lohnt sich der Tankstopp noch diesseits der Grenze oder ist es im Nachbarland spürbar billiger und die Urlaubskasse wir weniger belastet? Eine Grundregel hat sich durch den Krieg im Iran und die dadurch deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise nicht verändert. In Deutschland und den Ländern in Zentraleuropa ist das Tanken traditionell teuer. Aktuell sind die Preise in Deutschland noch leicht gedämpft, weil der Bund einen Rabatt in 0,17 Euro pro Liter einräumt, was die durchschnittlichen Kosten für einen Liter Dieselkraftstoff auf rund 1,85 bis 2,05 Euro reduziert. Die Preise für Superkraftstoff liegen auf einem vergleichbaren Niveau; Super E10 ist bis zu 0,10 Euro günstiger. 

Noch teurer ist das Tanken zum Beispiel in der Schweiz, Dänemark oder den Niederlanden, wo der Liter Kraftstoff bei 2,20 Euro oder mehr liegen kann. Ein ähnliches Bild in den Nachbarstaaten Italien oder Frankreich, wo die zeitweise eingeräumten Rabatte bisweilen ausgelaufen sind und ein Liter Kraftstoff aktuell zwischen 1,80 und 2,30 Euro kostet. Spürbar günstiger ist es dagegen in Österreich oder osteuropäischen Ländern wie Polen, Tschechien oder Kroatien, wo ein Liter Superbenzin mitunter kaum mehr als 1,50 Euro kostet. Noch weniger zahlt der Urlaub an der Zapfsäule in Slowenien, Bulgarien oder Rumänien. Wichtig: besonders teuer ist es direkt an der Autobahn – bisweilen 25 Prozent mehr als an einem Autohof. 

Die hohen Kraftstoffkosten haben bisher keinerlei nennenswerte Auswirkungen auf die Preise an den Ladesäulen im europäischen Ausland. Doch auch hier ist Deutschland eines der Länder mit den höchsten Preisen an den Ladesäulen – sowohl für die schnellen Hypercharger als auch für die normalen Ladesäulen auf Park- / Rastplätzen sowie in Innenstädten und an Supermärkten. Die Preise unterscheiden sich jedoch sehr deutlich – je nachdem, ob man im Ausland ad hoc ohne bestehenden Vertrag lädt oder einen speziellen Tarif über die eigene Ladekarte hat, der europaweit gilt. Daher sollte jeder Fahrer eines Elektroautos vor der Fahrt nicht allein die Ladesäulensituation auf der Route prüfen, sondern auch checken, ob der Anbieter der eigene Ladekarte(n) über einen Roamingtarif verfügt, der Kosten reduziert. Die meisten großen Anbieter wie EnBW, Fastned oder Ionity haben dies im Angebot. 

Ganz ähnlich wie in Deutschland sieht es an den Ladesäulen in Belgien oder Dänemark aus, denn auch hier kostet eine Kilowattstunde an einem DC- / HPC-Lader zwischen 0,60 und 0,90 Euro. Die AC-Lader liegen mit zumeist maximal 11 bis 22 kW mit 0,50 bis 0,69 Euro / kWh darunter. Etwas günstiger sind die meisten Ladesäulen in Österreich, Italien oder Frankreich, wo die Ad-hoc-Preise zischen 0,45 und 0,69 Euro / kWh rangieren. Am günstigsten sind die Ladesäulen oftmals in den Niederlanden und in Norwegen, wo nicht allein besonders viele Hypercharger mit bis zu 400 kW an Rastplätzen und auf Parkplätzen stehen, sondern die Kilowattstunde oftmals kaum mehr als 0,20 Euro kostet. Verschiedene Anbieter haben auch im Ausland unterschiedliche Tarife, die von der Uhrzeit abhängen. Hier gilt: je früher der Morgen, umso günstiger das Nachladen. So werden aus 0,43 Euro nicht allein an Tesla Superchargern bisweilen kaum mehr als die Hälfte. Noch mehr sparen lässt sich im Ausland bei einigen Super- und Baumärkten, denn in einigen Ländern kann hier während des Einkaufs kostenlos nachgetankt werden. Ein großes Ärgernis bleiben dagegen die Blockierkosten, denn wer mehr als vier Stunden an einem AC-Lader oder mehr als 45 / 60 Minuten an einem DC-Schnelllader parkt, der muss tief in die Tasche greifen, denn er werden 0,10 Euro pro Minute fällig. Besonders teuer kann das in einer Tiefgarage werden. Zumeist ist die Blockiergebühr jedoch auf zwölf Euro begrenzt. 

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