Reportage: Polestar Modellgeschichte

Volvo baut nicht nur unter eigenem Label Elektroautos. Seit 2017 entstehen Stromer auch unter der Marke Polestar. Der erste „Polarstern“ war noch zum Üben. Aber dabei ist es nicht geblieben.
Foto: Polestar
Polestar 1 (Foto: Polestar)

Polestar

Volvo baut nicht nur unter eigenem Label Elektroautos. Seit 2017 entstehen Stromer auch unter der Marke Polestar. Der erste „Polarstern“ war noch zum Üben. Aber dabei ist es nicht geblieben.

Was AMG für Mercedes oder OPC für Opel sind, das war Polestar für Volvo: Ein Badge für die besonders leistungsstarken Modelle der Marke, erkennbar an einem rechteckigen Logo im Kühler. Ursprünglich mal der Name eines Rennteams und dann als Name des firmeneigenen Tuners genutzt, machten Volvo und sein Mutterkonzern Geely Polestar 2017 zur Eigenmarke für Hybrid- und Elektroautos.

Zumindest außen sind ihm seine Wurzeln kaum anzusehen: Der Polestar 1, vorgestellt im Oktober 2017, basiert zwar auf der gleichen Architektur wie der Volvo S90. Aber anders als der brave Schwede ist der Polestar 1 mit seiner sportlich dynamisch gezeichneten Karosserie ein Hingucker. Ein Detail entlarvt ihn dann doch noch als Volvo-Verwandtschaft: Die Scheinwerfer – eindeutig „Thor’s Hammer“. Der Polestar 1 war das erste Serienauto, das Volvos Elektro-Marke auf die Straße brachte. Ein Grand Tourer mit Carbon-Karosserie, Hybridantrieb und explosiver Leistung.

Polestar 1 (Foto: Polestar)
Polestar 1 (Foto: Polestar)
Polestar 1 (Foto: Polestar)
Polestar Precept (Foto: Polestar)
Polestar Precept (Foto: Polestar)
Polestar Precept (Foto: Polestar)
Polestar 2 (Foto: Polestar)
75D00D0B DA4F 46CB A1D7 E9DE7BE9C280. (Foto: Polestar)
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Motoren hat er gleich drei an Bord. Vorne zieht ein doppelt aufgeladener Vierzylinder mit 1.969 ccm Hubraum, 227 kW/309 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 420 Nm. Hinten schieben zwei Elektromotoren mit jeweils 85 kW und 240 Nm Drehmoment. Macht inklusive der Leistung des Starter Generators von 52 kW/68 PS eine üppige Gesamtleistung von 447 kW/608 PS und 1.000 Nm Drehmoment. Mit rein elektrischer Fahrt liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 160 km/h, mit Verbrennungsmotor ist bei 250 km/h Schluss. Das 34 kWh große Akkupaket sorgt für eine rein elektrische Reichweite von 125 Kilometer. Mit einem Preis von 155.000 gehört der Polestar 1 sicher nicht gerade zu den günstigsten elektrifizierten Autos. Gebaut wurden nur rund 1.500 Stück.

Anders als der hybride Polestar 1 ist sein Nachfolger Polestar 2 ein rein elektrisches Automobil. Die Antriebstechnik hält keine Überraschungen parat: Zwei Elektromotoren, mit jeweils 150 kW sind an der Vorder- und Hinterachse angebracht. Das ergibt einen Allradantrieb mit 300 kW/408 PS und einem Drehmoment von 660 Newtonmetern sowie eine Reichweite von etwa 500 Kilometer. Die Top-Version kostet mit Allradantrieb und ein paar Extras knapp 60.000 Euro, die Einstiegsvariante ist 20.000 Euro billiger, hat dann aber weniger Leistung und eine kleinere Batterie. Im Interieur gibt es kein Leder mehr, stattdessen vegane Stoffe, wie Weavetec und Applikationen aus schwarzer Esche.

2022 auf den Markt kommen soll der Polestar 3, ein aerodynamischer SUV-Crossover, der sich optisch deutlich vom Rest der bisherigen Fahrzeugpalette unterscheiden. Viel lässt Polestar noch nicht über sein drittes Modell heraus. Wahrscheinlich ist allerdings, dass eine ganze Reihe von Features aus der 2020 vorgestellten Studie Precept umgesetzt werden. Im Gegensatz zu allen bisherigen Modellen von Polestar, die in China vom Band laufen, wird der Polestar 3 im Produktionszentrum von Volvo Cars in Ridgeville, South Carolina gebaut. Das soll die Lieferzeiten und den Preis und zum anderen die Umweltbelastung für die USA reduzieren. Positioniert ist er unter anderem gegen Tesla Model X und Audi e-tron. Technisch dürfte er auf der SPA-Plattform (Scalable Product Architectur) von Volvo aufbauen. Die Länge sollte bei gut 4,70 Metern liegen. In Sachen Reichweite ist bei dem Crossover von mehr als 400 Kilometer die Rede.

Autor:

Jürgen Wolff, Stand: 2021-08-01 22:11:00
Fotos: Polestar