Reportage: Kompaktklasse

Die Kompaktklasse heißt zwar auch „Golf“-Klasse: Aber der Star aus Wolfsburg muss schon als wahrer Kilometerfresser kommen, um ganz vorne zu sein. Den 1. Platz holt er sich mit Baujahr 2008 erst in der Gruppe mit mehr als 100.000 Kilometern Laufleistung. Dann aber eigentlich doppelt: Denn im VW Jetta aus dem Jahre 2005, der den 3. Platz schafft, steckt eigentlich ja auch ein Golf – nur etwas anders verpackt. Zwischen 50.000 und 100.000 Kilometer Laufleistung reicht es dem Golf nach dem Mazda 3 locker für Platz 2. Aber bei den jüngeren Gebrauchten unter 50.000 Kilometern taucht er unter den ersten Drei gar nicht auf. Da macht der BMW 1er das Rennen. Und statt dem Golf folgt ihm der Golf-Rivale aus Köln, der Ford Focus auf Platz 2. In allen drei Laufleistungsbereichen ist wieder Toyota ganz vorne dabei, zweimal mit dem Prius und bei den Langläufern mit dem Auris hinter dem Golf auf Rang 2.
Foto: press-inform
BMW 1er mit Dreizylinder (Foto: press-inform)

Für Focus: Kompaktklasse

Die Kompaktklasse heißt zwar auch „Golf“-Klasse: Aber der Star aus Wolfsburg muss schon als wahrer Kilometerfresser kommen, um ganz vorne zu sein. Den 1. Platz holt er sich mit Baujahr 2008 erst in der Gruppe mit mehr als 100.000 Kilometern Laufleistung. Dann aber eigentlich doppelt: Denn im VW Jetta aus dem Jahre 2005, der den 3. Platz schafft, steckt eigentlich ja auch ein Golf – nur etwas anders verpackt. Zwischen 50.000 und 100.000 Kilometer Laufleistung reicht es dem Golf nach dem Mazda 3 locker für Platz 2. Aber bei den jüngeren Gebrauchten unter 50.000 Kilometern taucht er unter den ersten Drei gar nicht auf. Da macht der BMW 1er das Rennen. Und statt dem Golf folgt ihm der Golf-Rivale aus Köln, der Ford Focus auf Platz 2. In allen drei Laufleistungsbereichen ist wieder Toyota ganz vorne dabei, zweimal mit dem Prius und bei den Langläufern mit dem Auris hinter dem Golf auf Rang 2.

Der 1er BMW des Baujahres 2011 ist bei den Kompakten der Gruppensieger, solange er weniger als 50.000 Kilometer auf dem Tacho hat. Oberhalb dieser Laufleistung taucht der kleine Bayer, der immerhin seit 2002 gebaut wird, dann nicht mehr auf einem Spitzenplatz auf. Was die Dekra-Prüfer jenseits der 50.000er Grenze vor allem bemängeln, das sind verschlissene Bremsscheiben und -beläge sowie poröse Bremsschläuche. Dazu kommen ausgeschlagene Spurstangengelenke. Jenseits der 100.000 Kilometer sollten die Stoßdämpfer geprüft werden. Und ein gar nicht so seltener Mangel: Immer wieder ist die Scheibenwaschanlage defekt.

Eine „solide Leistung“ liefert im Segment der relativ jungen Gebrauchten auch der Ford Focus auf dem 2. Platz ab. Er erlaubt sich leichte Schwächen nur in den Baugruppen Elektrik, Elektronik und Licht. Geht es über 50.000 Kilometer, sollte man sich die Querlenkerlager ansehen, ob sie ausgeschlagen sind und ein erhöhtes Spiel haben. Sind schließlich über 100.000 auf dem Tacho, ist es laut Dekra ratsam, sich die Bremsscheiben und -beläge auf Verschleiß anzusehen.

Flottenfahrzeug Ford Focus (Foto: Ford)
Toyota Prius (Foto: Hersteller)
Mazda 3 1.6 MZ-CD (Foto: Hersteller)
Golf R (Foto: Hersteller)
Toyota Auris Hybrid (Foto: Hersteller)
VW Jetta (Foto: Viehmann)

Auch Toyotas Prius taucht unter den besten Kompaktautos gleich zweimal auf: Von 0 bis 50.000 Kilometer aus dem Baujahr 2009 und von 50.000 bis 100.000 Kilometer aus dem Baujahr 2003 ist er die klare Nummer 3. Die Mängelbilanz hält sich in engen Grenzen. Bremsscheiben und -beläge sind mitunter verschlissen, dazu kommen immer wieder mal falsch eingestellte Scheinwerfer. Beim Prius, so das Urteil der Prüfer, „kann man in punkto Mängel kaum etwas falsch machen“.

Ähnliches gilt auch für den zweiten Toyota in der Spitzengruppe der Kompakten: Der Auris aus dem Baujahr 2007 hat es auf Platz 2 im Bereich von über 100.000 Kilometer Laufleistung geschafft. „Allerdings“, so die Dekra-Prüfer, könne „ein Blick auf den Zustand der Bremsscheiben bereits bei Fahrzeugen mit geringer Laufleistung nicht schaden“. Was ihnen sonst am Auris noch auffiel: Motor und Getriebe sind mitunter etwas undicht und wie fast schon üblich gibt es immer wieder mal Mängel am Beleuchtungssystem.

Kompaktklassesieger bei den Fahrzeugen mit Laufleistungen zwischen 50.000 und 100.000 Kilometern ist der Mazda 3 der zweiten Generation, speziell des Baujahres 2009. „Verstellte Scheinwerfer“ – mehr fällt den Prüfern der Dekra an Mängeln nicht ein. Und ein dickes Lob: „Er ist eines der besten Fahrzeuge in der Kompaktklasse – Glückwunsch!“

Womit wir beim VW Golf VI wären. Der Wolfsburger führt das Feld an bei den Fahrzeugen mit mehr als 100.000 Kilometer Laufleistung und schafft es im Bereich darunter hinter dem Mazda 3 auf Rang 2. An typischen Mängeln führt die Dekra bei dem Wolfsburger die über fast alle Klassen übliche Falscheinstellung der Beleuchtungsanlage und die immer wieder mal verschlissenen Bremsen an. Auffällig ist auch eine leicht überdurchschnittliche Zahl an verölten Motoren und Getrieben. Und noch etwas ist den Dekra-Ingenieuren nicht entgangen: Die Frontscheibe des Golf neigt zur Rissbildung infolge von Steinschlägen.

Der VW Jetta, so das Fazit der Dekra, „wird mit zunehmender Laufleistung immer besser“. Wer sich für einen gebrauchten Jetta interessiert, der sollte sich die Bremsen auf Verschleiß ansehen und die Scheinwerfer darauf, ob sie richtig eingestellt sind. Immer wieder seien auch verölte Motoren festgestellt worden. Und einen ganz speziellen Rat haben die Dekra-Ingenieure auch noch parat: „Ein Blick auf das Funktionieren der Nummernschildbeleuchtung kann auch nicht schaden.“ Wenn das das größte Problem ist …

Autor:

Jürgen Wolff, Stand: 2014-03-25 13:30:00
Fotos: press-inform