Reportage: Vans

Die bunteste Mischung an unterschiedlichsten Automarken findet sich im Dekra Gebrauchtwagenreport bei den Vans. Die Familienkutschen schlechthin bieten viel Platz, große Variabilität – und durchaus auch materiellen Gegenwert für’s Geld. Einer der Top-Vans im Report: Die B-Klasse von Mercedes-Benz. Sie ist gleich zwei Mal unter den Top 3 zu finden. Bei den Vans mit einer Laufleistung unter 50.000 Kilometer schafft der Stuttgarter Raumgleiter den Spitzenplatz, mit über 100.000 Kilometer auf dem Tacho reicht es immer noch gut für den 3. Platz. Der einzige, der sich unter den Vans sonst noch zwei Mal positioniert hat, ist Toyotas Corolla Verso. Er steht in den beiden Laufleistungsbereichen ab 50.000 Kilometern jeweils auf Platz 2. Ansonsten mit dabei: Ford C-Max vor dem VW Sharan bei den Vans mit weniger als 50.000 Kilometer auf dem Tacho, der Renault Scénic als Sieger der Klasse zwischen 50.000 und 100.000 Kilometer sowie der VW Golf Plus, der bei den Langläufern den Spitzenplatz einfuhr. Kleine Überraschung: Mit dem SX4 stellt auch Suzuki einen Spitzen-Van und rückt auf Platz 3 der 50.000-Kilometer-Klasse.
Foto: press-inform
Mercedes B 180 (Foto: press-inform)

Für Focus: Vans

Die bunteste Mischung an unterschiedlichsten Automarken findet sich im Dekra Gebrauchtwagenreport bei den Vans. Die Familienkutschen schlechthin bieten viel Platz, große Variabilität – und durchaus auch materiellen Gegenwert für’s Geld. Einer der Top-Vans im Report: Die B-Klasse von Mercedes-Benz. Sie ist gleich zwei Mal unter den Top 3 zu finden. Bei den Vans mit einer Laufleistung unter 50.000 Kilometer schafft der Stuttgarter Raumgleiter den Spitzenplatz, mit über 100.000 Kilometer auf dem Tacho reicht es immer noch gut für den 3. Platz. Der einzige, der sich unter den Vans sonst noch zwei Mal positioniert hat, ist Toyotas Corolla Verso. Er steht in den beiden Laufleistungsbereichen ab 50.000 Kilometern jeweils auf Platz 2. Ansonsten mit dabei: Ford C-Max vor dem VW Sharan bei den Vans mit weniger als 50.000 Kilometer auf dem Tacho, der Renault Scénic als Sieger der Klasse zwischen 50.000 und 100.000 Kilometer sowie der VW Golf Plus, der bei den Langläufern den Spitzenplatz einfuhr. Kleine Überraschung: Mit dem SX4 stellt auch Suzuki einen Spitzen-Van und rückt auf Platz 3 der 50.000-Kilometer-Klasse.

Die ab 2011 gebaute Mercedes-Benz B-Klasse bietet nicht nur Platz satt, sondern auch hohe Zuverlässigkeit. Es gibt an ihr nichts, was die Dekra-Prüfer ernsthaft zu bemängeln hätten – als Fahrzeug mit dem besten Mängelindex gewinnt der Van gar über alle Fahrzeugklassen und Laufleistungsbereiche hinweg den Titel „Fahrzeug des Jahres“ – vor dem Volvo S60/V60 und der Mercedes E-Klasse. Selbst bei der Vorläufergeneration der B-Klasse, die ab 2005 gebaut wurde, reicht es noch zum 3. Platz in der Langläufer-Wertung. Dann allerdings ist auch der Daimler nicht mehr mängelfrei. Typisch sind dann verschlissene Bremsbeläge und -scheiben sowie gebrochene Fahrwerksfedern und defekte Staubmanschetten der Antriebswelle. Gelegentlich ziehen die Bremsen auch mal ungleichmäßig. Und verstellte Scheinwerfer – die gibt es auch immer wieder mal.

Auch dem Ford C-Max der Generation, die seit 2010 vom Band rollt, bescheinigen die Prüfer überwiegend Gutes. Einziger typischer Mangel? Na klar: falsch eingestellte Scheinwerfer. Die Vorgängerversion (ab 2003) kommt da schon etwas schlechter weg und schafft es auch nicht unter die Top 3. Von Problemen mit der Bremsanlage ist da die Rede, von immer wieder defekten Gummilagern der Querlenker, von defekten Stoßdämpfern jenseits der 100.000-Kilometer-Grenze und von ermatteten Abblendlichtern. Dazu kommen wegen eines Fehlers in bordeigenen Diagnosesystem immer wieder zu hohe Abgaswerte.

Ford C-Max (Foto: Hersteller)
VW Sharan (Foto: Hersteller)
Renault Scenic Energy 130 dCi (Foto: Hersteller)
Toyota Corolla Verso (2005) (Foto: Toyota)
Suzuki SX4 (Foto: Viehmann)
Golf Plus TSI (Foto: Viehmann)

Viel zu beanstanden haben die Prüfer der Dekra auch nicht beim aktuellen VW Sharan, der seit 2010 so aus der Produktionshalle rollt. Mängel? Nichts, was typisch wäre. Nicht einmal die ansonsten allfälligen verstellten Scheinwerfer gibt es beim Sharan. Das Fazit der Dekra: „Einer der besten Vans im Gebrauchtwagenreport.“

Mit dem Renault Scénic, den es in der aktuellen Version seit 2009 gibt, stellt Renault den besten Van im Bereich zwischen 50.000 und 100.000 Kilometer Laufleistung. Was sich über ihn denn auch immer wieder mal rot markiert in den Prüfberichten findet, ist nicht gerade welterschütternd: verstellte Scheinwerfer hier sowie verschlissene Bremsscheiben und -beläge da. Der seit 2003 gebaute Vorgänger-Scénic ist da schon deutlich ramponierter unterwegs. Neben Beleuchtung und Bremsen sind bei ihm auch immer wieder die Spurstangen defekt und die Trag- und Führungsgelenke haben zu viel Spiel.

Toyotas Corolla Verso der zweiten Generation ist mit zehn Jahren zwar schon ein eher betagter Vertreter der Vans – aber für gleich zwei Plätze unter den Top 3 reicht es dem schier unkaputtbaren Japaner immer noch: jeweils Platz 2 in den beiden Laufleistungsbereichen von 50.000 Kilometer aufwärts. „Ein echtes Zuverlässigkeitswunder“, urteilt die Dekra. In der Mängelliste findet sich neben den fast schon üblichen Hinweisen auf verschlissene Bremsen und verstellte Scheinwerfer nur eine einzige Besonderheit: Immer wieder haben die Prüfer bei der Hauptuntersuchung undichte Stoßdämpfer notiert.

Fast hätte es auch der Suzuki SX4 geschafft, zwei Mal in der Spitzengruppe der Vans aufzutauchen. Aber dann ließen ihn im Bereich der Laufleistungen unter 50.000 Kilometer überdurchschnittlich häufige Defekte an der Bremsanlage scheitern. Immerhin wächst sich das Problem mit zunehmender Laufleistung offensichtlich aus – bei den Fahrzeugen mit mittlerer Laufleistung reichte es dem Suzuki dann gut zum 3. Platz. Der einzige typische Mangel außer den verschlissenen Bremsscheiben: verstellte Scheinwerfer.

Der zweite Spitzen-VW unter den Vans ist der Golf Plus. Er werde besser mit zunehmender Laufleistung, befinden die Dekra-Ingenieure. Kein Wunder also, dass er bei den Tachoständen über 100.000 Kilometer den Sieger stellt. Typische Mängel sind verschlissene Bremsanlagen, eingerissene Staubmanschetten an den Antriebs- und Gelenkwellen und – man ahnt es schon: falsch eingestellte Scheinwerfer. Vereinzelt stießen die Prüfer auch auf gebrochene Federn und verschlissene Querlenkerlagerungen.

Autor:

Jürgen Wolff, Stand: 2014-03-25 19:07:00
Fotos: press-inform