Reportage: Verbrauchsgünstige Autos

Unser Fuhrpark soll sauberer werden, fordern Klima- und Umweltschützer. Wir haben in einer Tabelle die sparsamsten Autos aller wichtigen Hersteller und Modellreihen zusammengestellt.
Foto: press-inform / Audi
Audi A1 City Carver (Foto: press-inform / Audi)

Die Sparer der Nation

Unser Fuhrpark soll sauberer werden, fordern Klima- und Umweltschützer. Wir haben in einer Tabelle die sparsamsten Autos aller wichtigen Hersteller und Modellreihen zusammengestellt.

Die Krokodilstränen kullern literweise. „Spätestens bei 1,99 Euro pro Liter“ will Noch-Verkehrsminister Andreas Scheuer ein staatliches Einschreiten gegen hohen Spritpreise. Selbst Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte gerade einen Energie-Zuschuss für Geringverdiener. Und SPD- Kanzlerkandidat Olaf Scholz klagte via Bild-Zeitung noch im Sommer: „Wer jetzt einfach immer weiter an der Spritpreisschraube dreht, der zeigt, wie egal ihm die Nöte der Bürgerinnen und Bürger sind.“ Das war damals vor allem gegen die Grünen gerichtet und deren liebevoll tradierte Forderung aus dem Frühjahr 1998 (!), den Preis für einen Liter Benzin bis 2008 auf fünf Mark zu steigern. Wer jetzt aus der Politik die explodierenden Spritkosten bejammert, der vergisst: Genau so war das einmal gewollt.

Der Verbrauch fossiler Energie sollte massiv gesenkt werden. So der Plan. Und das geht nach der reinen marktwirtschaftlichen Lehre am besten über den Preis. Je teurer Benzin und Diesel werden, um so weniger werden sie getankt. Die ausgebremsten Autofahrer würden ihren Benzinkonsum senken entweder durh – kurzfristig – weniger Fahrten oder durch – langfristig – den Kauf verbrauchsärmerer Autos.

VW up! GTI (Foto: Volkswagen)
VW Arteon Shooting Brake (Foto: press-inform / VW)
BMW X2 Xdrive 20d (Foto: press-inform / BMW)
Porsche Cayenne Erprobung 2021 (Foto: Porsche)
Mercedes B-Klasse (Foto: Mercedes)
Ford Puma 2020 (Foto: Ford)
Seat Ibiza 2021 (Foto: Seat)
Forester 2.0D Sport Lineartronic (Foto: press-inform / Subaru)
Nissan Juke (Foto: Nissan)

Für alle, die sich nun nach einem weniger durstigen fahrbaren Untersatz umsehen, haben wir in einer Tabelle die möglichen Kandidaten aller wichtigen Marken und Modellreihen aufgelistet. Dabei zeigt sich: Je nach Fahrzeugklasse kommt man durchaus schon mit weniger als vier Litern Normverbrauch auf 100 Kilometern aus. Und selbst eine Mercedes-Benz S-Klasse kann gut unter sieben Litern bleiben.

Eine weitere Erkenntnis: Wo Hybrid drauf steht ist nicht unbedingt eine Spardose drin. In der Regel gibt es in den Modellreihen, in denen ein Mildhybrid angeboten gibt, auch Modelle mit Verbrennungsmotor, die noch weniger verbrauchen. Und schließlich etwas, was den Dieselgegnern gar nicht gefallen wird: Die verbrauchsgünstigsten Autos einer Modellreihe haben zumeist einen Selbstzünder an Bord. Und da, wo ein Benziner die Sparer anführt, liegt das in der Regel daran, dass der Hersteller für das Modell gar keinen Diesel anbietet.

Fazit: Nach wie vor verbrauchen Dieselfahrzeuge deutlich weniger Treibstoff als gleichstarke Benziner. Und: Ein Hybrid ist nicht automatisch am sparsamsten.

Noch etwas zur Tabelle. Nicht aufgeführt sind Fahrzeuge mit Gasantrieb, Plug-in-Hybride und natürlich rein elektrische Modelle. Außerdem fehlen wegen mangelnder Relevanz „Exoten“ wie Ferrari, Bentley oder Rolls Royce. Was auch nicht extra aufgedröselt wurde sind unterschiedliche Karosserieformen ein und derselben Modellreihe – etwa neben der Limousine noch Kombi, Coupé oder Cabrio.

Autor:

Jürgen Wolff, Stand: 2021-10-24 17:44:00
Fotos: press-inform / Audi