Opel Mokka Hybrid

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VonWolfgang Gomoll

13. August 2025

Kaffee mit Schuss

Opel frischt den Mokka auf. Die optischen Änderungen stehen dem kleinen Crossover gut, ebenso wie der elektrifizierte Antriebsstrang.

Bei den Autos ist es bisweilen wie im echten Leben. Man wünschte sich, man wäre nur der Einzige, der um das Herz einer Angebeteten wirbt, aber die Anzahl der Freier ist groß. Bei den kleinen Crossovern hat der Käufer die Qual der Wahl. Der VW T-Cross, der Kia Stonic, der Seat Arona oder der Hyundai Bayon ringen mit dem Opel Mokka um die Gunst der Autofahrer. Als ob diese Konkurrenz nicht schon groß genug wäre, kommen aus dem Stellantis-Konzern unter anderem der Jeep Avenger, der Fiat 600 oder der Italo-Beau Alfa Romeo Junior hinzu. Das kontert der Opel Mokka mit einer optischen Modellpflege und bei unserem Testwagen in der schicken Farbe Kolibri Blau.

Das Facelift erkennt man optisch an den zwei zusätzlichen Blöcken am Rande der Tagfahrlicht-Signatur vorne und hinten. Da muss man schon genau hinschauen. Was aber gut ist. Seit der Einführung des Vizors und der schmalen Heckleuchten kann sich das Design der Rüsselsheimer sehen lassen. Schließlich war der Mokka vor vier Jahren das erste Modell, das die schwarze Zorro-Maske verpasst bekommen hat. Die Formengeber tun also gut daran, die Optik mit eher zartem Federstrich aufzufrischen. Neu ist auch das schwarze Markenlogo mittig auf der Front. Was Nobelmarken wie Moncler oder Canada Goose recht ist, ist Opel in der Top-Ausstattung GS nur billig. Auch da sind die Klamotten mit dem schwarzen Markenlogo sehr beliebt. Überhaupt findet man einige schwarz lackierte Elemente an der Hülle. Zum Beispiel im unteren Bereich der Frontschürze oder die Spiegelkappen. Chrom-Zierrat ist bei der Außendarstellung des kleinen Opel-Crossovers ein No-Go.

Der Kofferraum macht mit einem Fassungsvermögen von 350 bis 1.105 Litern jetzt nicht unbedingt Skoda Konkurrenz, ist aber groß genug, um auch mal einen umfangreichen Wochenendeinkauf nach Hause zu bringen. Nicht vergessen, wir sprechen hier von einem Crossover, der im B-Segment zu Hause und 4,15 Meter lang ist. Was allerdings negativ auffällt, ist die hohe Ladekante in Kombination mit einer recht breiten lackierten Lackschwelle. Da sollte man eine Decke oder sonst einen Schutz darüberlegen, wenn man das Gepäck in den Laderaum wuchtet, da es sonst zu unschönen Kratzern kommen kann.

Der Radstand von 2,56 Metern ist bereits ein Indiz dafür, dass im Innenraum keine opulenten Platzverhältnisse herrschen. Das erwartet aber auch niemand. Vorne hat man ohnehin genug Raum. Im Fond geht es dagegen beengter zu. Dort soll schließlich der Nachwuchs Platz nehmen. Beim Infotainment weht mit den beiden Zehn-Zoll-Bildschirmen ohnehin ein Hauch von Astra durch den Crossover. Auch die künstliche Intelligenz ChatGPT hat den Weg in den Mokka gefunden. Ein „Hey Opel“ reicht und der KI-Assistent meldet sich. Die Menüführung hat sich nicht verändert, aber auch so findet man sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit zurecht. Wer lieber auf sein Smartphone zurückgreift, kann dieses per Android Auto oder Apple CarPlay in das Infotainment-System einbinden.

Das oben und unten abgeflachte Lenkrad verschafft den Beinen etwas mehr Luft und schränkt den Fahrer beim Rangieren nicht ein, das mit der 180-Grad-Kamera leicht fällt. Ein Voll-LED-Licht ist serienmäßig. Wer Matrix-Scheinwerfer bevorzugt, muss das Tech-Paket ordern und 2.500 Euro auf den Kaufpreis von 32.140 Euro für die GS-Ausstattung drauflegen. Ein Sitzbezug aus veganem Veloursleder kostet 800 Euro extra. Serienmäßig ist dagegen die Klimaanlage.  Dass der adaptive Tempomat nur zwischen 30 und 180 km/h verfügbar ist, nehmen wir mit einem leichten Stirnrunzeln zu Kenntnis. Ab 29.890 Euro rollt der Mokka in der Edition-Version als Hybrid mit 48-Volt-Technologie vor. Klasse, dass man die 30.000-Euro-Marke unterbietet. Dann muss man auch in Kauf nehmen, dass bei den Verkleidungen der hinteren Türen das Hartplastik dominiert. Das stört aber nicht weiter, da die Verarbeitung gut ist und nichts knarzt. 

Wenn bei einem aktuellen Opel Hybrid auf der Heckklappe prangt, dann ist klar, dass unter der Motorhaube ein elektrifizierter 1,2-Liter-Dreizylinder wummert. Bei dieser Kombination kommen 100 kW / 136 PS vom Verbrennungsmotor und 21 kW / 28 PS von der E-Maschine. Die Kraft der zwei Herzen resultiert in 107 kW / 145 PS und einem maximalen Drehmoment von 230 Newtonmetern, das bei 1.750 U/min anliegt. Moment mal! Bisher hat Opel die Leistung des Hybriden mit 100 kW / 136 PS angegeben. Die Rüsselsheimer waren bisher bescheiden und haben lediglich die Leistung des Benzinmotors angegeben und den Stromschlag nur als Unterstützung verstanden.

Bei den Testfahrten des Opel Astra Hybrid waren wir von der Leistung des Hybridantriebs durchaus angetan. Nun hat Opel beim PS-Wettrennen der elektrifizierten Automobile nachgezogen und die Leistungsangabe des Hybridantriebs angepasst. Ungeachtet dessen absolviert der Mokka Hybrid den Standardsprint von null auf 100 km/h in 8,2 Sekunden und ist immerhin bis 209 km/h schnell. Damit ist man mit dem Stelzen-Bruder des Corsa flott genug unterwegs. Der Antrieb passt gut zum rollenden Kaffee. Die Spreizung der Fahrmodi Eco, Normal und Sport ist ausgeprägt. Für den Stadtverkehr reicht die Eco-Einstellung, für die Landstraße beziehungsweise die Autobahn nutzt man die beiden anderen Alternativen. Opel gibt den Durchschnittsverbrauch mit 4,9 l/100 km/h an. Wir kamen bei unserer Testfahrt, die uns über alle drei Straßengattungen führte, auf 6,2 l/100 km/h. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, was ebenfalls zum Fahrzeug passt. Schließlich werden nur sehr übermütige Zeitgenossen den Crossover über eine Rennstrecke prügeln.

Datenblatt Opel Mokka Hybrid

  • Typ: Crossover
  • Motor: Dreizylinder-Benziner
  • Hubraum (cm3): 1.199
  • Leistung in PS (kW) bei U/min-1: 145 (107)
  • Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1: 230 bei 1.750
  • Höchstgeschwindigkeit (km/h): 209
  • Beschleunigung 0-100 km/h (sek.): 8,2
  • Getriebe: 6-Gang-eDCT
  • Antrieb: Vorderradantrieb
  • Treibstoffsorte: Super
  • Tank (L): 44
  • Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 4,9
  • CO2-Ausstoß (g/km): 110
  • Gewicht, Herstellerangabe (kg): 1.362
  • max. Zuladung (kg): 388
  • Abmessungen (L/B/H): 4.150 / 1.787 / 1.535 (L/B/H)
  • max. Ladevolumen (L): 350 bis 1.105
  • Preis (Euro): 32.140 
  • Basismodell (Euro): 29.890
  • Abgasnorm: Euro 6ebis
  • Effizienzklasse: C

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