Fiat 500 Hybrid 2026

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VonJoaquim Oliveira

27. November 2025

Die Zukunft kann warten

Vor fünf Jahren brachte Fiat den elektrischen 500 auf den Markt, doch sein Preis war für den Durchschnittskunden im Kleinwagensegment trotz Retro-Charme zu hoch. Daher bringen die Norditaliener den Verbrenner mit Hybridmodul zurück und drücken den Preis wieder knapp unter 20.000 Euro.

Europa prüft die Schaffung eines kostengünstigen Segments für Elektroautos mit einheitlichen Regeln für alle Marken, damit es auf diesem Kontinent wieder eine Klasse von Kleinwagen geben kann: „Seit Covid-19 hat Europa jährlich eine Million verkaufte Fahrzeuge im A-Segment verloren. Von den damals 17 Modellen sind heute nur noch sechs übrig“, erläutert Fiat-CEO Olivier François. Grund sind die deutlich gestiegenen Umweltauflagen, die gerade den Einstiegsmodellen das Leben schwer machten. 

Fiat räumt mittlerweile ein, dass der elektrische 500er zwar ein wichtiger Schritt für die Marke war, aber das Projekt unrentabel wurde und die Fertigung zwischenzeitlich unterbrochen werden musste. Vom äußerst profitablen Produkt mit jährlichen Verkaufszahlen zwischen 150.000 und 200.000 Einheiten gingen die Zulassungszahlen des Fiat 500 rapide zurück. Fiat verlagerte die Produktion daraufhin von Polen nach Italien, wo bereits der Fiat 500e gefertigt wurde, allerdings mit einer Jahresproduktion weit unter den für 2021 prognostizierten 80.000 Einheiten – und passte die technische Basis des Elektroautos an den Hybriden an. Olivier François: „Der Gedanke an einen Rückschritt ist nie leicht zu akzeptieren, aber es gab keine Alternative.“ 

Der neu aufgelegte Fiat 500 Hybrid ist ein großer Schritt, denn er ist das erste benzinbetriebene Fahrzeug, das auf einer Elektroplattform basiert. Bisher war es immer umgekehrt. Francesco Morosini, einer der italienischen Geschäftsführer hinter der Wiederbelebung des 500: „Der Unterboden musste neugestaltet werden, ebenso der Bereich, in dem der Motor eingebaut ist. Außerdem mussten wir einen Benzintank, das Getriebe, die Abgasanlage und eine kleine Batterie (0,15 kWh) anstelle der großen 42-kWh-Batterie einbauen.“ Zusätzlich gibt es einen weiteren Lufteinlass an der Front und eine Tankklappe anstelle der Ladeklappe. Dabei entsprechen die Dimensionen des 3,63 Meter langen 500 Hybrid denen des 500e. Selbst das Kofferraumvolumen ist mit 183 Litern nahezu identisch. Damit ist der Hybrid der geräumigste benzinbetriebene 500 aller Zeiten. Durch die Umstellung auf Elektroantrieb sind die Außenmaße gewachsen, was sich positiv auf den Innenraum auswirkt. Besonders deutlich wird dies beim Schulterraum vorn, weniger jedoch bei der Beinfreiheit im Fond, die für zwei Erwachsene oder Personen über 1,60 m Körpergröße weiterhin nicht nutzbar ist. Das Handschuhfach ist geräumig, doch die Materialien an Armaturenbrett und Türverkleidungen sind unverändert hart. 

Das Mild-Hybrid-System mit 12-Volt-Technik kombiniert einen Dreizylinder-1,0-Liter-Saugmotor mit einer Leistung von gerade einmal 48 kW / 65 PS und schmalen 92 Nm Drehmoment mit einem 3 kW / 4 PS starken Elektromotor. Dieser unterstützt die Beschleunigung nur geringfügig und ermöglicht es dem Benzinmotor, sich bei geringer Last oder Leerlauf kurzzeitig abzuschalten. Es ist nicht leicht mit dem hybriden 500er flott unterwegs zu sein, denn die Leistung ist überschaubar und ein Spurt 0 auf Tempo in 16,2 Sekunden ist eher ein träger Spaziergang. Hier ist die Elektroversion nahezu doppelt so flott. Insbesondere unter 2.000 U/min tut sich wenig und der sechste Gang ist so lang ausgelegt, dass Überholmanöver schwierig werden. Über 3.000 Touren ist das Rasenmähergeräusch des Dreizylinders im Innenraum jedoch ein störender Dauergast. 155 km/h Höchstgeschwindigkeit ist wenig; aber immerhin mehr als Elektrovariante. 

Im Fahrwerk ist nicht so stramm abgestimmt wie bei der elektrischen Variante, bietet aber durch die breitere Spur ein souveräneres Fahrgefühl für den knapp 1,1 Tonnen schweren Fronttriebler. So bleibt der größte Vorteil des Fiat 500 Hybrid sein günstigerer Preis und seine Wirtschaftlichkeit. Bei den Testfahrten lag der Verbrauch mit 6,1 Litern Superkraftstoff nur wenig über den 5,3 Litern des Normverbrauchs. Zudem liegt der Preis der Einstiegsversion mit 19.990 Euro rund 5.000 Euro unter dem des 500e. Für 1.500 oder 3.000 Euro mehr gibt es die teureren Ausstattungsvarianten Icon oder Prima. Wer noch mehr investieren will, kann sich auch für den 3+1-Sitzer oder die Cabrioversion entscheiden. 

Technische Daten: Fiat 500 Hybrid

  • Motor: Dreizylinder-Benziner mit Elektro
  • Hubraum: 999 ccm
  • Leistung: 48 kW / 65 PS
  • Max. Drehmoment: 92 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h
  • Beschleunigung 0 – 100 km/h: 16,2 Sekunden
  • Normverbrauch: 5,3 Liter Super / 100 km / 119 g CO2
  • Leergewicht: 1.066 kg
  • Antrieb: Front
  • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung
  • Laderaum: 183 Liter
  • Preis: ab 19.990 Euro

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